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Haft für Betreiber von Kinderporno-Plattform «Elysium»

Das Kinderporno-Portal aus Hessen hatte weltweit Zehntausende Mitglieder. Im Jahr 2017 flogen die kriminellen Aktivitäten auf. Nun wurden Mitglieder der Führungsriege verurteilt.



Haftstrafen im «Elysium»-Prozess
Im Landgericht Limburg verbergen die Angeklagten vor der Urteilsverkündung ihre Gesichter.   Foto: Thomas Frey » zu den Bildern

Das Landgericht Limburg hat vier Führungsmitglieder der weltweiten Kinderpornografie-Plattform «Elysium» zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Die Richter sprachen die Männer aus Hessen, Baden-Württemberg und Bayern am Donnerstag schuldig, das Portal als Bande im abgeschirmten Darknet betrieben beziehungsweise sich daran beteiligt zu haben. Zuvor waren die Angeklagten im Alter von 41 bis 63 Jahren bei einer Vorgängerplattform aktiv gewesen. Das Gericht verhängte Freiheitsstrafen zwischen drei Jahren und zehn Monaten sowie neun Jahren und neun Monaten und ging damit teilweise über die Anträge der Staatsanwaltschaft hinaus.

Der Vorsitzende Richter sprach von einem «außergewöhnlichen» Verfahren mit einem «beachtlichen Umfang». Nach Überzeugung des Gerichts hatten sich die vier Angeklagten zwischen Juli 2015 und Ende 2016 zunächst an der Internetplattform «The Giftbox Exchange» (TGE) beteiligt.

Als diese aufflog, rief ein 59 Jahre alte Angeklagter aus Baden-Württemberg «Elysium» ins Leben. Ein 41-Jähriger stellte demnach seine Werkstatt im hessischen Bad Camberg als Standort für den Server zur Verfügung. Zwei weitere Angeklagte betreuten Chats. «Elysium» war etwa ein halbes Jahr online und hatte bei seiner Abschaltung im Juni 2017 mehr als 111 000 Nutzerkonten weltweit.

Die Angeklagten waren im Wesentlichen geständig, teils aber mit Einschränkungen. Der 41-Jährige etwa will nur mitgemacht haben, um als eine Art Privatermittler belastendes Material über die Pädophilen-Szene zu sammeln. Das nahm ihm das Gericht aber nicht ab. Allein der 59-Jährige habe «Ross und Reiter» genannt und glaubhafte Reue gezeigt, sagte der Vorsitzende.

Verurteilt wurden die Deutschen unter anderem wegen des öffentlichen Zugänglichmachens sowie des Besitzes von Kinderpornografie, ein 63-Jähriger zudem wegen schweren sexuellen Missbrauchs zweier kleiner Kinder. Das Gericht ordnete gegen ihn Sicherungsverwahrung an. Der 41-Jährige soll überdies einen Pädophilen angestiftet haben, kinderpornografische Aufnahmen von einem Jungen anzufertigen. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Die Verteidiger kündigten an, Revision einzulegen oder diese prüfen zu wollen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
07. 03. 2019
19:29 Uhr

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07. 03. 2019
19:29 Uhr



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