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Guatemalteken suchen neuen Präsidenten aus

Gewalt, Armut und Korruption - wegen dieser Probleme verlassen jeden Monat Tausende Menschen Guatemala, um ein besseres Leben zu suchen. Die Regierung von Präsident Morales unterschrieb ein umstrittenes Migrationsabkommen mit den USA - jetzt wird sein Nachfolger gewählt.



Wahlen in Guatemala
Wähler stehen vor einem Wahllokal an.   Foto: Santiago Billy/AP

In einer Stichwahl entscheidet Guatemala über den Nachfolger seines Präsidenten Jimmy Morales.

Rund acht Millionen wahlberechtigte Bürger des mittelamerikanischen Landes waren am Sonntag aufgerufen, entweder die frühere Präsidentengattin Sandra Torres oder den ehemaligen Chef der Gefängnisverwaltung, Alejandro Giammattei, auszusuchen. Die Abstimmung verlief nach ersten Berichten friedlich und ohne größere Zwischenfälle. Die knapp 3000 Wahllokale schließen um 2.00 Uhr MESZ am Montag. Mit einem vorläufigen Ergebnis wird in der Nacht gerechnet.

Torres hatte die erste Wahlrunde am 16. Juni mit rund 25,5 Prozent der Stimmen gewonnen. Ihre sozialdemokratische Partei UNE wurde bei der gleichzeitigen Parlamentswahl die mit Abstand stärkste Kraft im Kongress. Der konservative Bewerber Giammattei von der Partei Vamos kam auf knapp 14 Prozent. Weil kein Kandidat eine absolute Mehrheit erreichte, kam es zur Stichwahl zwischen den beiden 63-Jährigen.

Der Sieger tritt im kommenden Januar eine vierjährige Amtszeit als Staats- und Regierungschef an. Torres wäre die erste Frau in dem Amt. Der seit 2016 regierende Präsident Morales durfte nicht um eine zweite vierjährige Amtszeit antreten, weil die guatemaltekische Verfassung keine Wiederwahl erlaubt.

Kriminalität, Arbeitslosigkeit und Korruption spielen Umfragen zufolge für die Wähler eine große Rolle. Ein wichtiges Thema ist außerdem ein umstrittenes Migrationsabkommen mit den USA, das die Regierung vor zwei Wochen unterzeichnete. Demnach können Migranten, die auf dem Weg in die USA Guatemala betreten haben, kein Asyl in den USA beantragen, sondern müssen dies in Guatemala tun.

Davon betroffen wären vor allem Menschen aus Honduras und El Salvador. Aus den beiden Ländern und aus Guatemala kommt die Mehrheit der Zehntausenden Migranten, die jeden Monat über Mexiko in die USA einzureisen versuchen. Beide Kandidaten lehnen das Abkommen ab. Es wird auch vor Guatemalas Verfassungsgericht angefochten.

Beide Kandidaten traten bereits mehrmals bei Präsidentenwahlen an. Gegen Torres spricht nach Ansicht von Beobachtern der Verdruss vieler Wähler über die traditionellen politischen Eliten, zu denen sie gehört. Davon hatte der TV-Komiker Morales als politischer Newcomer bei der Wahl im Jahr 2015 profitiert, als er Torres besiegte.

Gegen Torres wird wegen illegaler Wahlkampffinanzierung ermittelt. Ihr Ex-Mann, der frühere Präsident Álvaro Colom (2008 bis 2012) - von dem sie sich scheiden ließ, um selbst kandidieren zu können - ist wegen Korruption angeklagt. Auch Giammattei hatte bereits Ärger mit der Justiz. Wegen eines blutigen Einsatzes in einer Haftanstalt während seiner Zeit als Chef der nationalen Gefängnisverwaltung saß er fast ein Jahr lang in Haft, wurde schließlich aber freigesprochen.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
11. 08. 2019
20:11 Uhr

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11. 08. 2019
20:11 Uhr



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