Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Brennpunkte

Für die Umwelt: Extinction Rebellion setzt Proteste fort

Auch am dritten Tag gehen die Proteste der Bewegung Extinction Rebellion in der Hauptstadt weiter. Berlins Innensenator Geisel findet: Proteste muss der Rechtsstaat aushalten.



Berlin
Aktivisten der Bewegung «Extinction Rebellion» blockieren den Mühlendamm im Zentrum von Berlin.   Foto: Christoph Soeder/dpa » zu den Bildern

Auch am dritten Tag ihrer Protestwoche haben die Umweltaktivisten von Extinction Rebellion die Demonstrationen an mehreren Orten in der Hauptstadt fortgesetzt.

Bis zum Mittwochabend besetzten jeweils Hunderte Anhänger der Bewegung die Jannowitz- und die Marschallbrücke, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Die Brücken waren für den Verkehr demnach voll gesperrt. Auch zu einer angemeldeten Veranstaltung am Kurfürstendamm Ecke Jochachimsthaler Straße, die bis zum späten Abend dauern sollte, seien mehrere Hundert Menschen gekommen. Der gesamte Kreuzungsbereich war gesperrt.

Auch zur Oberbaumbrücke waren den Angaben zufolge am Mittwoch mehrere Hundert Demonstranten gekommen. Nach Gesprächen hätten sich die Aktivisten aber teilweise zurückgezogen, twitterte die Polizei. Nach Angaben einer dpa-Reporterin war die Brücke in Richtung Friedrichshain am Abend zwischenzeitlich aber wieder befahrbar. Umweltverbände wie der BUND oder Greenpeace begrüßten die Proteste.

An allen Orten sei der Protest friedlich, sagte die Polizeisprecherin. Räumungen seien zunächst nicht geplant, man müsse sehen, wie sich die Proteste entwickelten. Bei den seit Montag stattfinden Aktionen hatte die Polizei bereits den Potsdamer Platz, den Großen Stern und am Mittwoch zuletzt die Mühlendammbrücke geräumt.

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) wies am Mittwochabend Vorwürfe zurück, man lasse den Demonstranten zu viel durchgehen. «Das Grundgesetz gilt für alle», sagte er in der rbb-«Abendschau». Die Polizei schütze nicht den Inhalt von Demonstrationen, sondern das Recht auf sie. Demonstrationen müssten die Demokratie und der Rechtsstaat aushalten. Man habe am Mittwoch aber auch Freiheitsentziehungen vorgenommen, weil man Verkehrswege habe freiräumen müssen. Man habe die Leute «durchaus auch energischer weggetragen», als das in den vergangenen Tagen der Fall gewesen sei.

Die auch in der Verfassung von Berlin vorgesehene Handlungsfreiheit der Bürger, sich so durch die Stadt zu bewegen, «wie sie es für richtig halten», werde aktuell tagtäglich von den Demonstranmten eingeschränkt, kritisierte der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Marcel Luthe. «Wer statt mit Argumenten und durch Wahlen und Abstimmungen für seine Positionen zu werben lieber anderen durch Einschränkung ihrer Freiheitsrechte seinen Willen aufzwingt, stellt sich außerhalb des demokratischen Konsenses.»

Extinction Rebellion hat für die ganze Woche Aktionen in der Hauptstadt angekündigt. Die Umweltschutzbewegung will in Berlin und anderen Großstädten in aller Welt auf eine drohende Klimakatastrophe aufmerksam machen. Extinction Rebellion (XR) heißt übersetzt etwa: Aufstand gegen das Aussterben.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
09. 10. 2019
23:07 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Abgeordnetenhaus von Berlin Bundeskanzleramt Demonstranten Demonstrationen Extinction Rebellion FDP-Fraktion Freiheitsrechte Greenpeace Hauptstädte von Staaten und Teilregionen Oberbaumbrücke Polizei Rechtsstaatlichkeit Rundfunk Berlin-Brandenburg SPD Sozialer oder politischer Protest Twitter Umweltaktivisten Umweltbewegungen Verkehrswege
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Berlin

08.10.2019

Nach Klima-Blockaden Potsdamer Platz in Berlin geräumt

Der erste Tag der Protestwoche liegt hinter Extinction Rebellion. Rund 3000 Klima-Aktivisten blockierten zwei Verkehrsknotenpunkte in Berlin. Dann trug die Polizei am Potsdamer Platz die Demonstranten weg. » mehr

Angela Merkel

20.09.2019

Koalition einigt sich auf CO2-Preis und Pendler-Entlastung

Rund 20 Stunden ringen Union und SPD um einen Plan, der die deutschen Klimaziele erfüllen soll. Parallel machen auch Tausende Demonstranten dafür mobil. Nun ist das Konzept da - nicht allen reicht das aber. » mehr

Tricolore

22.09.2019

Ausschreitungen und viele Festnahmen bei Protesten in Paris

Demonstrationen halten die französische Hauptstadt in Atem. Am Rande von Klima-Protesten kommt es zu Ausschreitungen. Steht Frankreich ein heißer Herbst bevor? » mehr

Extinction Rebellion in Berlin

07.10.2019

Blockaden für das Klima in Berlin

«Ziviler Ungehorsam» für das Klima: Extinction Rebellion wollte Berlin blockieren. Rund 3000 Aktivisten folgten dem Aufruf. Während es in Berlin friedlich blieb, sah es in der Heimat der radikalen Klimaschützer ganz ande... » mehr

Proteste in Hongkong

15.09.2019

Trotz Verbots: Proteste und neue Zwischenfälle in Hongkong

Zehntausende Hongkonger trotzen einem Demonstrationsverbot. Auf ihren friedlichen Marsch folgen wieder hässliche Szenen. Radikale Kräfte randalieren, werfen Steine und Brandsätze - die Polizei rückt vor. » mehr

Dürre und Hunger in Kenia

20.09.2019

Weltweiter Massenprotest für eine bessere Klimapolitik

Fahrraddemos, Blockaden, Sternmärsche, Kundgebungen: Nicht nur viele deutsche Innenstädte waren dicht an diesem Freitag, dem Tag des globalen Klimastreiks. Auch weltweit gab es Aktionen in Tausenden Städten. Hört die Pol... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall B 281 Sachsenbrunn Sachsenbrunn

Unfall B281 Sachsenbrunn | 16.10.2019 Sachsenbrunn
» 14 Bilder ansehen

Gebäudebrand Merbelsrod Merbelsrod

Gebäudebrand Merbelsrod | 15.10.2019 Merbelsrod
» 14 Bilder ansehen

Ausschreitung Asylheim Suhl Suhl

Ausschreitung Asylheim Suhl | 15.10.2019 Suhl
» 11 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
09. 10. 2019
23:07 Uhr



^