Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagtCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFolgen Sie uns auf Instagram

Brennpunkte

Fauci warnt: Corona-Situation in den USA «nicht gut»

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen bleibt in den USA auf dramatisch hohem Niveau. Das Urteil des führenden Experten Anthony Fauci ist ernüchternd: Das Land habe die Pandemie nie unter Kontrolle gebracht.



Anthony Fauci
Die gegenwärtige Lage sei «wirklich nicht gut» und erfordere «sofortiges» Handeln, sagte der Immunologe Anthony Fauci.   Foto: Kevin Dietsch/Pool UPI/dpa

Einer der führenden Gesundheitsexperten der USA hat sich angesichts des raschen Anstiegs der Corona-Neuinfektionen im Süden und Westen des Landes besorgt gezeigt.

Die gegenwärtige Lage sei «wirklich nicht gut» und erfordere «sofortiges» Handeln, sagte der Immunologe Anthony Fauci am Montag in einem Live-Chat. Die USA hätten die Pandemie nie unter Kontrolle gebracht und steckten daher immer noch in der ersten Welle des Virus, sagte Fauci. Die Wiederöffnung der Wirtschaft und die nötigen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus dürften nicht als Widerspruch gesehen werden, mahnte er.

Die Zahl der Neuinfektionen ist seit Mitte Juni infolge der Lockerung der Corona-Auflagen dramatisch angestiegen. Seit einer Woche melden US-Behörden im Schnitt fast 50 000 Neuinfektionen pro Tag, vor allem aus den Bundesstaaten Florida, Texas, Georgia, Arizona und Kalifornien. Für Sonntag waren Daten der Universität Johns Hopkins zufolge 49 200 Neuinfektionen gemeldet worden. Für Montag gaben die Forscher die Zahl mit rund 45 000 an. Das Niveau bleibt damit aber deutlich höher als zum bisherigen Höhepunkt der Pandemie zwischen März und Mai, als die USA täglich zwischen 25 000 und 35 000 Neuinfektionen erfassten.

Fauci sagte, die «ernste» Lage erfordere dringendes Handeln, um das Virus langfristig einzudämmen. «Wir werden das schaffen.» Er betonte, die klinischen Studien für die Erprobung möglicher Impfstoffe machten gute Fortschritte. Der Experte hatte zuvor erklärt, es könne vielleicht schon Anfang nächsten Jahres eine Impfung geben.

Fauci ist der Direktor des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten und ein Mitglied der Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses. Vergangene Woche hatte er bei einer Anhörung im Kongress gewarnt, ohne entschlossenes Gegensteuern könne die Zahl der Neuinfektionen pro Tag in den USA bald auf bis zu 100 000 steigen.

Der Impfstoffhersteller Novavax erklärte am Dienstag, 1,6 Milliarden Dollar von der US-Regierung zur Verfügung gestellt zu bekommen, um die Entwicklung von 100 Millionen Dosen eines Coronavirus-Impfstoffs bis Ende des Jahres zu unterstützen. Die US-Regierung treibt die Impfstoffsuche im Rahmen des Projekts «Operation Warp-Geschwindigkeit» voran. Ziel der Regierung sei es, im kommenden Jahr mit der Verabreichung von 300 Millionen Dosen eines Impfstoffs zu beginnen, erklärte das Gesundheitsministerium.

Präsident Donald Trump spielte die von der Zuspitzung der Pandemie ausgehende Bedrohung erneut herunter. Die Sterblichkeitsrate sei dramatisch gefallen, schrieb der Republikaner am Montag auf Twitter. Am Wochenende hatte er zum Entsetzen von Medizinern behauptet, 99 Prozent der Infektionen verliefen «völlig harmlos». In den USA sind rund 130 000 Menschen nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 gestorben.

Die Sterblichkeitsrate, die sich aus nachgewiesenen Fällen und Anzahl der Toten errechnen lässt, liegt der Johns-Hopkins-Universität zufolge in den USA derzeit bei 4,4 Prozent - bei mehr als 2,9 Millionen nachgewiesenen Infektionen und mehr als 130 000 Toten. Auf Grundlage der Daten vor zwei Wochen (23. Juni) ergab sich noch ein Wert von etwa 5,1 Prozent.

Der oberste Gesundheitsbeamte der US-Regierung, Vizeadmiral Jerome Adams, hatte am Freitag mit Blick auf die Sterblichkeitsrate allerdings vor voreiligen Schlüssen gewarnt, da die Todesfälle den Infektionszahlen um mindestens zwei Wochen oder mehr «hinterherhinken», sagte Adams. Viele der Neuinfektionen würden zudem bei jungen Leuten festgestellt, die seltener unter Vorerkrankungen litten als ältere Menschen. Dies sei aber kein Grund zur Entwarnung, hatte Adams klargemacht: «Worüber wir uns vor allem bei jungen Leuten Sorgen machen ist, dass sie es bekommen und dann ihre Großmutter, ihren Großvater anstecken.»

Die prominente Bürgermeisterin von Atlanta, Keisha Lance Bottoms, teilte am Montag auf Twitter mit, sie sei positiv auf das Virus getestet worden, habe aber keine Symptome aufgewiesen. Bottoms wird als mögliche Vizepräsidentschaftskandidatin von Joe Biden gehandelt. Der Demokrat und Ex-Vizepräsident Biden gilt als Herausforderer des Republikaners Trumps bei der Wahl im November als gesetzt.

© dpa-infocom, dpa:200707-99-697402/4

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
07. 07. 2020
14:56 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Allergien Donald Trump Gesundheitsexperten Gesundheitsministerien Immunologinnen und Immunologen Impfungen Infektionskrankheiten Infektionszahlen Joe Biden Klinische Medizin Klinische Studien Twitter US-Regierung Weißes Haus
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Tests von Corona-Impfstoff

15.07.2020

US-Impfstoffkandidat zeigt erste gute Ergebnisse

Weltweit wird fieberhaft nach einem Corona-Impfstoff gesucht. Nun melden die USA einen Erfolg. Andere Länder sind schon etwas weiter. » mehr

Donald Trump

03.07.2020

Corona-Fälle nehmen in den USA weiter rapide zu

Die dramatische Zunahme an Corona-Infektionen in den USA bricht nicht ab. Gesundheitsexperten in den USA mahnen angesichts der Feiern zum Unabhängigkeitstag zur Vorsicht. Dort, wo Präsident Trump erwartet wird, soll in F... » mehr

Testzentrum

23.07.2020

Neuinfektionen: Trump macht Proteste mitverantwortlich

Wie ist es zu der dramatischen Zuspitzung der Corona-Pandemie in den USA gekommen? US-Präsident Trump nennt eine Vielzahl an Gründen, zum Beispiel die Proteste gegen Rassismus. Eigene Fehltritte sieht er nicht - sein pol... » mehr

Donald Trump

22.07.2020

Trump schlägt in Corona-Pandemie pessimistischere Töne an

Dramatisch steigende Infektionszahlen und schlechte Umfragewerte veranlassen den US-Präsidenten zu Appellen und Warnungen. Donald Trump ändert in der Corona-Pandemie abrupt die Tonlage - es ist nicht das erste Mal. » mehr

Donald Trump

03.05.2020

Wahlkampf: Trumps Irrlichtern in Zeiten von Corona

Trump will in der Corona-Krise den Ton angeben. Dabei fällt er immer wieder mit pseudo-medizinischen Empfehlungen auf. Jüngst bracht er sogar eine lebensgefährliche Virus-Therapie ins Spiel. Die Pandemie breitet sich ras... » mehr

Corona-Medikament Remdesivir

03.07.2020

Erste europäische Zulassung für ein Corona-Arzneimittel

Der Wirkstoff Remdesivir wird in Europa unter Auflagen als erstes Mittel zur Therapie von Covid-19 zugelassen. Die Entscheidung gab die EU-Kommission am Freitag bekannt. Die Zulassung ist im Schnellverfahren weniger als ... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Brand Muellverbrennung

Brand Müllverbrennung Zella-Mehlis | 02.08.2020 Zella-Mehlis
» 25 Bilder ansehen

Waldbrand Lauscha

Waldbrand Lauscha | 02.08.2020 Lauscha
» 7 Bilder ansehen

Großeinsatz im Schwimmbad Lauscha

Chlor im Schwimmbad Lauscha ausgetretten |
» 21 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
07. 07. 2020
14:56 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.