Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Brennpunkte

Fast nackt, als Einhorn verkleidet

Eine Gartenschau, ein Einhorn, ein Bodypainting: Mit ziemlich wenig Kleidung hat eine Stadträtin aus Schwäbisch Gmünd für ziemlich viel Aufsehen gesorgt. Baden-Württembergs Ministerpräsident findet die ganze Aufregung «ziemlich überspannt».



Eröffnung Remstal Gartenschau
Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, steht neben der als Einhorn maskierten Cynthia Schneider (Die Linke).   Foto: Fabian Sommer

So gut wie nackt und als Einhorn verkleidet hat eine Lokalpolitikerin auf einer Gartenschau in Baden-Württemberg Wirbel ausgelöst.

Eigentlich ging es nur darum, Maskottchen auf die Bühne zu schicken. Linken-Stadträtin Cynthia Schneider hatte mit pastelliger Körperfarbe, Einhornkappe und einem schmalen Slip verhüllt an das Stadtwappen von Schwäbisch Gmünd erinnert.

Bei der Eröffnung der Gartenschau für Schorndorf, Schwäbisch Gmünd und benachbarte Orte gab es daraufhin erst mächtig Rummel - und danach mächtig Stunk. Denn die Mittdreißigerin hatte bei der Aktion eigentlich anonym bleiben wollen. «Der OB sicherte mir zu, dass ich inkognito auftreten kann», sagte sie der «Bild». Im Netz erntete sie bissige Kommentare, aber auch Zuspruch ob ihres «Kostüms».

«Nichts gegen Einhörner, aber die Art und Weise wie es präsentiert wurde, war natürlich nicht ganz angemessen», sagte Thorsten Englert, Geschäftsführer der Remstal Gartenschau, am Mittwoch. Dabei habe ihn ausdrücklich nicht gestört, dass die Linkenpolitikerin unter der Farbe fast nackt war. «Das ist gar nicht so aufgefallen.»

Vielmehr habe der Auftritt der Gartenschau selbst und auch den anderen 15 teilnehmenden Gemeinden die Schau gestohlen: Die kursierenden Fotos zur Eröffnung am vorigen Freitag konzentrierten sich auf den lachenden Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne), neben ihm die fröhliche Cynthia Schneider mit Strass und Schmetterlingen auf der nackten Brust und Einhorn auf der Stirn.

Der baden-württembergische Regierungschef reagierte am Mittwoch gelassen auf die Nachwehen des Einhorn-Auftritts. «Wir sollten nicht bei jedem Ereignis fundamentalistische Debatten führen. Das halte ich für völlig überspannt», sagte er dazu in Stuttgart. Den Auftritt könne jeder bewerten wie er wolle. «Der eine findet das humorvoll, der andere interessant, der nächste poppig, der übernächste blöd. Wir sind in einer freien Gesellschaft.» Die Kinder auf der Bühne hätten das Einhorn alias Schneider jedenfalls begeistert umringt. «Kindergartenkinder imponiert doch nicht irgendein halb nackter Busen. Die Figur hat sie fasziniert, und die ist da einfach grandios dargestellt worden.»

Der Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd, Richard Arnold (CDU), versteht nach Worten seines Sprechers die Aufregung ebenfalls nicht so ganz. «Er steht weiterhin voll und ganz hinter der Aktion.» Dass Schneider anonym habe bleiben wollen, habe der OB nicht als Absprache verstanden. «Man kennt sich ja sowieso untereinander», sagte der Sprecher. Auf der Bühne hatte Arnold mit Blick auf das Einhorn gesagt: «So sehen bei uns im Ostalbkreis Stadträtinnen aus.» Allerdings tue es dem Rathauschef leid, dass Schneider danach als Person und Politikerin in den Mittelpunkt gerückt sei. Er habe sie für die Aktion angesprochen, weil sie als Bodypainting-Model Erfahrung hatte. Mit ihr als Stadträtin habe das nichts zu tun gehabt.

Die Linken-Fraktion in Schwäbisch Gmünd hatte den Auftritt vom vergangenen Freitag schon am Montag in einer Pressemitteilung «als unglücklich betrachtet und bedauert». Er sei mit Partei und Fraktion nicht abgesprochen gewesen. Schneider selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Der Gartenschau schadete die ganze Aufregung bisher nicht. Allein am Eröffnungswochenende waren laut Englert an die 100.000 Gäste im Remstal zu Besuch gewesen.

Veröffentlicht am:
15. 05. 2019
16:34 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Baden-Württembergische Ministerpräsidenten Bürgermeister und Oberbürgermeister CDU Ministerpräsidenten Regierungschefs Remstal Richard Arnold Stadträte und Gemeinderäte Winfried Kretschmann
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Solarzellen auf Dach

29.09.2019

Klimapaket birgt Streitpotenzial für die Länder

Von Lob bis zu tiefer Enttäuschung - die Bundesländer reagieren sehr unterschiedlich auf das Klimapaket der großen Koalition. Mancherorts verläuft die Konfliktlinie quer über den Kabinettstisch. Kritik kommt dabei nicht ... » mehr

Grünen-Bundesvorstand

27.09.2019

Grüne in Umfrage erstmals gleichauf mit der Union

Der grüne Höhenflug geht weiter: Die Partei erreicht eine Zustimmung von 27 Prozent und zieht erstmals mit der Union gleich. Bei den beliebtesten Politikern gehen gleich zwei der drei Spitzenpositionen an die Ökopartei. » mehr

Pressekonferenz

22.09.2019

Viel Kritik am Klimapaket der großen Koalition

Wissenschaftler, Umweltschützer und Energieverbände kritisieren das Klimapaket der Bundesregierung. Tenor: Viel Schatten - wenig Licht. Der Bundesverband Windenergie sieht gar die gesamte Branche in Gefahr. » mehr

Kretschmann

12.09.2019

Kretschmann will es noch mal wissen: Erneute Kandidatur 2021

Die Freude bei den Grünen ist groß: Ministerpräsident Kretschmann strebt eine dritte Amtszeit in Baden-Württemberg an. Aber mit der CDU könnte es einen hartes Ringen vor der Landtagswahl 2021 geben. » mehr

Flugtaxi Volocopter

14.09.2019

Dem Stau entfliegen: Volocopter hebt über Stuttgart ab

Einige Städte nähern sich dem Verkehrskollaps. Pendler stehen Woche für Woche stundenlang im Stau. Flugtaxis - so Visionäre - sollen das Problem lösen. In Stuttgart klang am Samstag die Zukunftsmusik an. » mehr

Bündnis 90/Die Grünen

13.09.2019

Pragmatisch oder beliebig? Die Grünen und ihre Partner

Volksparteien schwächeln, die AfD legt zu: Etwas hat sich verschoben, wie die Wahlen in Sachsen und Brandenburg wieder gezeigt haben. Wo die alten Lager nicht weiterhelfen, zeigen sich die Grünen flexibel. Eine Deutschla... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall Schulbus Milz Römhild

Schulbusunfall | 18.10.2019 Römhild
» 14 Bilder ansehen

Unfall B 281 Sachsenbrunn Sachsenbrunn

Unfall B281 Sachsenbrunn | 16.10.2019 Sachsenbrunn
» 14 Bilder ansehen

Gebäudebrand Merbelsrod Merbelsrod

Gebäudebrand Merbelsrod | 15.10.2019 Merbelsrod
» 14 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
15. 05. 2019
16:34 Uhr



^