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Brennpunkte

Fast 330.000 Corona-Fälle weltweit

Das Coronavirus grassiert - trotz aller Abschottungsmaßnahmen und Ausgangssperren. Besonders dramatisch ist die Lage in Italien. In Großbritannien weisen erste Kliniken Patienten ab.



Venezuela
Ein Mitglied der Nationalgarde von Venezuela ist mit einem Schutzanzug in den Straßen von Caracas im Einsatz.   Foto: Matias Delacroix/AP/dpa

Trotz des weltweiten Kampfes gegen die neuartige Lungenkrankheit Covid-19 haben sich nach Angaben von US-Experten fast 330.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

Knapp 14.400 Covid-19-Tote seien bisher gezählt worden, berichteten die Wissenschaftler der US-Universität Johns Hopkins am Sonntag weiter. Die wichtigsten Aspekte zur Corona-Pandemie in der internationalen Politik vom Wochenende im Überblick:

ITALIEN: 651 an einem Tag, so lautet die erneut bittere Bilanz am Sonntag in Italien. Damit stieg die Zahl der Toten auf insgesamt 5476. Allerdings war der Anstieg nicht so rasant wie am Vortag, als der Zivilschutz binnen 24 Stunden 783 Tote vermeldet hatte. Die Italiener müssen verzweifelt zusehen, wie alle noch so drastischen Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Virus keine Erfolge bringen. Ministerpräsident Giuseppe Conte spricht von der schwersten Krise für das Land seit dem Zweiten Weltkrieg. Angesichts immer neuer Rekordwerte bei den Toten und Infizierten geht Italien einen weiteren, extremen Schritt: Bis zum 3. April sollen in der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone alle Firmen und Fabriken dichtbleiben, die nicht essenziell wichtig für das tägliche Leben sind. Bis Sonntag wurden insgesamt 59 138 Infizierte erfasst. Das sind rund 550 mehr als am Vortag. Aber auch hier war die Steigerung geringer als am Samstag.

RUSSLAND: Wegen der dramatischen Lage in Italien während der Corona-Pandemie schickt Russland medizinische und personelle Hilfe in das Land. Russland selbst hat bisher nach offiziellen Angaben vergleichsweise wenige Coronavirus-Fälle - mit Stand Sonntag waren es landesweit knapp 370, davon fast 200 in Moskau.

SPANIEN: Zur Eindämmung der Corona-Krise will die spanische Regierung nach Medienberichten den Notstand und die Ausgangssperre im ganzen Land um zwei Wochen bis zum 12. April verlängern. Das habe Ministerpräsident Pedro Sánchez den Regionalpräsidenten am Sonntag bei einer Videokonferenz mitgeteilt, berichteten mehrere Medien unter Berufung auf Regierungskreise. Eine Verlängerung des sogenannten Alarmzustandes, der dritthöchsten Notstandsstufe, muss aber vom Parlament gebilligt werden. Nach Italien ist Spanien das von der Krise am schwersten betroffene Land Europas. Die Zahl der Fälle steigt rasant: Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden bis Sonntagmittag mehr als 28.600 Infizierte und 1756 Tote registriert.

GROSSBRITANNIEN: Erste Kliniken weisen Patienten ab, Krankenschwestern schützen sich mit Müllbeuteln: In Großbritannien spitzt sich die Coronavirus-Krise zu. «Wir wissen, was auf uns zukommt - und wir wissen, dass das gewaltig sein wird», zitierte der Fernsehsender Sky News am Wochenende einen Mediziner eines Londoner Krankenhauses, der anonym bleiben wollte. Ärzte haben britischen Medienberichten schon die offizielle Anweisung bekommen, nach Überlebenschancen der Patienten abzuwägen, wer Hilfe erhält. Bis zu 1,5 Millionen Briten mit Vorerkrankungen sollen sich wegen der Pandemie zu Hause in eine dreimonatige Isolation begeben. Den Statistiken zufolge haben sich bis Sonntagmorgen 5683 Patienten infiziert und 281 sind gestorben. Besonders betroffen ist London.

USA: In den Vereinigten Staaten schnellte die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten binnen einer Woche um mehr als das Zehnfache auf mehr als 32.000 Fälle in die Höhe. Bald ein Drittel der US-Bevölkerung, rund 100 Millionen von 330 Millionen Einwohnern, sind inzwischen von mehr oder weniger harschen Ausgangssperren betroffen. Solche Einschränkungen gab es in Kalifornien, Illinois, New York, New Jersey, Connecticut, Ohio und Louisana. Gegen einen drohenden wirtschaftlichen Absturz wegen der Krise werden in vielen Ländern teils riesige Hilfsprogramme geschnürt. In den USA verhandelten die Republikaner von Präsident Donald Trump mit den oppositionellen Demokraten über ein massives Coronavirus-Konjunkturpaket. Parlament und Regierung wollen voraussichtlich mehr als eine Billion Dollar (900 Milliarden Euro) in die Wirtschaft pumpen. Das Volumen des Konjunkturpakets könnte Berichten zufolge sogar zwei Billionen Dollar erreichen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
22. 03. 2020
22:14 Uhr

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22. 03. 2020
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