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Fahndungserfolg im Fall Maria H.: Festnahme in Italien

Maria H. aus Freiburg ist 13, als sie verschwindet - für fünf Jahre. Vergangene Woche taucht sie wieder auf. Dann geht alles ganz schnell. Die Polizei nimmt ihren mit Haftbefehl gesuchten Begleiter in Italien fest. Viele Fragen bleiben bei Marias Geschichte aber offen.



Vermisste Maria wieder da
Marias Namensschild an ihrer Zimmertür in der Wohnung der Mutter.   Foto: Patrick Seeger

Vor einer Woche ist die jahrelang verschwundene Maria H. aus Freiburg zurückgekehrt - jetzt hat die Polizei ihren international gesuchten Begleiter festgenommen. Er sei in Italien gefasst worden, teilte die Polizei in Freiburg mit.

Dem 40 Jahre älteren Mann wird vorgeworfen, im Mai 2013 mit der damals 13-jährigen Maria verschwunden zu sein. Die näheren Umstände und der Ort des Festnahme waren zunächst nicht bekannt.

Die heute 18-Jährige hatte sich in der vergangenen Woche überraschend bei ihrem Vater gemeldet. Freunde der Familie holten die junge Frau in Mailand ab. Der Mann, nach dem mit internationalem Haftbefehl auch wegen sexuellem Missbrauchs von Kindern gefahndet worden war, stammt aus Blomberg in Nordrhein-Westfalen. Maria hatte ihn im Internet kennengelernt. Die Polizei ging damals davon aus, dass sie sich verliebt hatte und freiwillig mitging.

Maria sagte der Polizei am Mittwoch, sie habe die meiste Zeit in Italien verbracht. «Der inzwischen 18-Jährigen geht es augenscheinlich gut und sie ist wohlauf», teilte die Polizei am Donnerstag mit. Die junge Frau habe berichtet, sie habe nach ihrem Verschwinden mit dem Mann eine Zeit lang zusammen in Polen gelebt und dabei im Auto übernachtet. Sie sei dann alleine mit Fahrrad und Zelt weitergezogen - erst durch Osteuropa und dann nach Italien. Dort hat sie nach eigenen Angaben ihren Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs finanziert und zuletzt eine eigene Wohnung gehabt.

Wo ihr früherer Begleiter sich zuletzt aufgehalten habe, sei ihr nicht bekannt, sagte Maria den Beamten. Warum der Gesuchte in Italien war und wie die Fahnder auf ihn stießen, war am Freitag nicht bekannt.

Vor dem Mann sei sie bereits in Polen weggelaufen, da sich sein Verhalten ihr gegenüber verschlechtert habe, schrieb sie bei Facebook. «Später dachte ich dann, dass ich ja zurück kommen kann, wenn erstmal Gras über die Sache gewachsen ist. Und dann war es einfacher, so weiter zu machen als umzukehren.»

Erst nachdem sie volljährig geworden sei, habe sie sich keine Sorgen mehr machen müssen, in ein Kinderheim zu kommen, schrieb Maria. Sie habe sich aus Furcht vor Entdeckung die ganzen Jahre nicht getraut, ins Internet zu gehen. So habe sie sich erst nach ihrem 18. Geburtstag über die Ermittlungen informiert. «Dabei wurde mir bewusst, wie sehr meine Familie nach mir sucht und ich konnte es vor schlechtem Gewissen nicht mehr aushalten.»

Die Mutter hatte während der mehr als fünf Jahre ihre Anstrengungen bei der Suche und ihre Gefühle im Blog «Bitte Findet Maria» festgehalten. Am Tag der Rückkehr ihrer Tochter schrieb sie: «Es gibt keine glücklichere Familie als unsere.»

Zuvor hatte die Frau mehrfach in Fernsehbeiträgen von den Zweifeln und dem Wechsel zwischen Hoffen und Bangen in der langen Zeit berichtet. So schrieb sie zu Marias 17. Geburtstag: «Ich weiß, dass du weißt, dass ich niemals aufgeben werde, dich zu suchen. Ich weiß, dass du dich darauf verlässt ... weil du deine Mum kennst.»

Dass Kinder über mehrere Jahre vermisst werden, ist sehr selten. Die Hälfte der Fälle klärt sich nach Erfahrungen des Bundeskriminalamtes bereits innerhalb von einer Woche. Nach einem Monat sind es demnach acht von zehn Fälle. Die «Initiative Vermisste Kinder» geht von mehr als 100.000 Kinder und Jugendliche aus, die jedes Jahr in Deutschland als vermisst gemeldet werden.

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dpa

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Veröffentlicht am:
07. 09. 2018
16:03 Uhr

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