Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagt#GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-Hilfsbörse

Brennpunkte

Europäische Länder beschränken Einreise - Neue Risikogebiete

Die Coronavirus-Epidemie bringt immer mehr Einschränkungen für den Reiseverkehr. Deutsche Behörden stufen Regionen in Österreich und Spanien als Risikogebiete ein. Supermärkte verzeichnen einen Nachfrageschub.



Grenze zu Tschechien
Tschechische Polizisten bei der Einreisekontrolle: Das Land schließt seine Grenzen weitgehend für Ausländer aus mehreren europäischen Ländern.   Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Im Kampf gegen die Ausbreitung der neuartigen Coronavirus erlassen immer mehr Länder Einreisebeschränkungen. Gleichzeitig stuft das Robert Koch-Institut weitere Regionen als Risikogebiete ein. Zum Stand der Dinge am Sonntag:

EINREISEBESCHRÄNKUNGEN

Mehrere Länder haben am Wochenende Einreisebeschränkungen wegen des Coronavirus verhängt. So schloss Dänemark am Samstag die Grenzen bis zum 13. April. Ausländer dürfen nur bei besonderen Gründen ins Land. Einen ähnlichen Einreisestopp verhängten Polen und Tschechien. Einreisen in die Türkei sind nun ebenfalls für Bewohner mehrerer europäischer Länder verboten.

NACHFRAGESCHUB IN SUPERMÄRKTEN

Geschlossene Schulen und Kitas, Kantinen im Notbetrieb, leere Kneipen und Cafés: Das Coronavirus und die zunehmenden Einschränkungen im Alltag schlagen sich auch im Konsumverhalten nieder: Es wird wieder mehr zu Hause gekocht und gegessen - Gaststätten als «öffentliche Wohnzimmer» werden gemieden. Das dürfte nach Beobachtungen des Lebensmittelhandels und von Branchenexperten dazu führen, dass in Supermärkten anders und mehr eingekauft wird. Auch Lieferdienste profitieren momentan. Auf Großkunden spezialisierte Lebensmittelhändler dagegen müssten mit deutlichen Einbußen rechnen, so die Fachleute. Die prekäre Situation für Hotels und Gaststätten schlage bei Großhändlern und Großmärkten durch.

Der Nachfragerückgang von Gastronomen, Hotels, Kitas und Kantinen sei deutlich spürbar, sagt Marcus Schwenke, Geschäftsführer des Großhandelsverbandes Foodservice. Einbrüche seien leicht zeitversetzt zum Gastgewerbe zu erwarten. Sollten Insolvenzen in der Gastronomiebranche zunehmen, könne dies dramatische Folgen für Großhändler haben - noch weit nach dem Pandemie-Ende, fürchtet der Verband, der Anbieter wie Metro und Selgros/Transgourmet vertritt.

SEEHOFER FÜR EINHEITLICHES EUROPÄISCHES NIVEAU BEI EINREISEKONTROLLEN

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sprach sich für ein abgestimmtes Vorgehen bei Grenzkontrollen in Europa aus. «Der Schutz unserer Bevölkerung erfordert auch Maßnahmen, um das Infektionsrisiko in Folge des globalen Reiseverkehrs einzudämmen», sagte er am Samstag. Die Staaten Europas könnten hier nur erfolgreich sein, wenn sie in Abstimmung miteinander agierten. «Es hilft in unserem gemeinsamen Schengenraum niemandem, wenn die Menschen nach Paris fliegen, weil in München stärker kontrolliert wird», betonte der Minister.

SCHULSCHLIEßUNGEN AUCH IN MECKLENBURG-VORPOMMERN

Wegen der Coronavirus-Pandemie bleiben von Montag an auch in Mecklenburg-Vorpommern Schulen und Kitas flächendeckend geschlossen. Das verkündete Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Samstag am Rande einer Sondersitzung ihres Kabinetts. Die Landesregierung in Schwerin folgt damit den Entscheidungen der meisten anderen Bundesländer. Damit haben nun alle Länder ihre Linie vorerst festgelegt.

Nächste Woche werden in 13 Bundesländern flächendeckend die Schulen geschlossen: Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Berlin, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern. Sachsen will am Montag zunächst die Schulpflicht aussetzen; Lehrer, Schüler und Eltern sollen auf diese Weise Zeit bekommen, sich auf Schulschließungen vorzubereiten. Brandenburg setzt den regulären Schulunterricht von Mittwoch an vorerst aus. Der Schulbesuch ist damit weiter möglich, aber nicht mehr verpflichtend. Eine ähnliche Regelung gibt es in Hessen ab Montag.

RKI STUFT TIROL UND MADRID ALS RISIKOGEBIETE EIN

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die internationalen Coronavirus-Risikogebiete ausgeweitet: Seit Freitagabend gelten auch das Bundesland Tirol in Österreich und die spanische Hauptstadt Madrid offiziell als Gebiete, in denen eine fortgesetzte Virus-Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet werden kann. Derzeit gilt dies außerdem für Italien und Iran sowie die französische Region Grand Est (Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne) und Provinzen in China und Südkorea.

VERANSTALTUNGSWIRTSCHAFT FÜRCHTET VERHEERENDE FOLGEN

Der Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft, Jens Michow, warnte vor schwerwiegenden Folgen für seine Branche durch die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. «Wenn derartige Veranstaltungsabsagen nur über zwei, drei Wochen erfolgen müssen, werden sich zahlreiche Firmen davon nicht wieder erholen können», sagte er der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die Vielzahl der abgesagten Veranstaltungen wegen des Virus Sars-CoV-2.

In der Veranstaltungsbranche herrsche laut Michow zurzeit Ratlosigkeit. Die Bundesländer entschieden jeweils unterschiedlich, ob sie Großveranstaltungen ab 1000 Teilnehmern verbieten oder nicht. «Wir erleben derzeit nicht nur in unserer Branche, sondern in der Wirtschaft allgemein das Problem, dass auf der ganzen Ebene klare Ansagen fehlen», kritisierte er. Bisher gebe es nur Empfehlungen zu Absagen, die den Unternehmen aber keine Planungssicherheit böten.

SC PADERBORN STELLT TEILE DES BUNDESLIGA-TEAMS UNTER QUARANTÄNE

Nach dem positiven Coronavirus-Test bei Fußballprofi Luca Kilian stellte der SC Paderborn am Samstag Teile seiner Mannschaft für 14 Tage unter häusliche Quarantäne. Zuvor hatte der Teamarzt insgesamt 45 Tests auf das Virus bei Spielern und Betreuern durchgeführt, wie der Fußball-Bundesligist mitteilte. Die Ostwestfalen sind der erste Erstliga-Club, der zu dieser Maßnahme greift. In der Zweiten Liga war dies bereits bei Hannover 96 und beim 1. FC Nürnberg geschehen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 03. 2020
16:14 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
1. FC Nürnberg Bereich Hotels Branchenexperten Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung CSU Deutsche Presseagentur Deutscher Bundesrat Deutscher Bundestag Donald Trump Emmanuel Macron Frank Ulrich Montgomery G7-Staaten Gaststätten und Restaurants Grenzkontrollen Hannover 96 Horst Seehofer Hotel- und Gastronomiegewerbe Jens Spahn Louvre Manuela Schwesig Reiseverkehr Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten Robert-Koch-Institut SC Paderborn 07 SPD Schulen Schulunterricht Schülerinnen und Schüler Trump-Regierung Twitter Veranstalterbranche Weltgesundheitsorganisation
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Abstrichbesteck

05.03.2020

Keine pauschalen Schulschließungen in Deutschland geplant

Zwangsferien wegen Coronavirus? Was in Italien seit heute Realität ist, ist in Deutschland zurzeit nicht geplant. Um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, schotten einige Länder sich zunehmend ab - und verwehren Besucher... » mehr

Klinikum Schwabing

Aktualisiert am 28.02.2020

Bericht: Coronavirus-Fall in Franken ist Hautarzt

Bei dem neuen Coronavirus-Fall in Bayern handelt es sich nach einem Bericht der «Erlanger Nachrichten» (Freitag) um einen Hautarzt aus Erlangen. » mehr

Südtirol

12.05.2020

EU-Kommission: Grenzen vorsichtig für Sommerurlaub öffnen

Freies Reisen, Urlaub am Mittelmeer - davon können Europäer derzeit nur träumen. Damit auf dem Weg aus den Corona-Einschränkungen kein Chaos entsteht, dringt die EU-Kommission auf gemeinsame Standards. So soll auch der S... » mehr

Merkel und Spahn in Bundespressekonferenz

11.03.2020

Merkel ruft im Kampf gegen Coronavirus zur Solidarität auf

Kanzlerin Merkel ruft im Kampf gegen das Coronavirus zur Solidarität auf. Ein Virologe sieht einen Zeitvorsprung vor Italien von ein paar Wochen. Unterdessen gibt es einen dritten Todesfall in Deutschland. Und die WHO sp... » mehr

Angela Merkel

12.03.2020

Merkel mahnt in Coronakrise Verzicht auf soziale Kontakte an

Möglichst wenig unter Leute gehen, auch kleinere Veranstaltungen absagen und Krankenhaus-Plätze für Corona-Patienten frei halten: Bund und Länder haben sich auf Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus geeinigt. Die Kan... » mehr

Pressekonferenz

08.03.2020

Spahn: Wegen Coronavirus Großveranstaltungen absagen

Die Covid-19-Epidemie stellt Italien vor eine nationale Notlage, wie die dortige Regierung warnt. Sie gibt neue drastische Anweisungen. In Deutschland ermuntert der Gesundheitsminister, beherzter vorzugehen. Erstmals sti... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Motorradunfall Streufdorf Streufdorf

Motorradunfall Streufdorf | 04.07.2020 Streufdorf
» 7 Bilder ansehen

Kellerbrand Benshausen Benshausen

Kellerbrand Benshausen | 03.07.2020 Benshausen
» 10 Bilder ansehen

Autokino Konzert mit der Band Die Letze Rettung Meiningen

Autokino Konzert | 27.06.2020 Meiningen
» 24 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 03. 2020
16:14 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.