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«Esteladas» in Madrid: Großdemo gegen Separatistenprozess

Katalanische Flaggen am Madrider Prado? Das ist in Spanien neu. Aber der Ärger der Unabhängigkeitsbefürworter über die spanische Justiz wächst: Sie fordern die Freilassung ihrer angeklagten Anführer. Die Schätzungen zur Teilnehmerzahl gehen derweil weit auseinander.



Großdemo in Madrid
(Zehn-)Tausende Anhänger der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung demonstrieren in Madrid.   Foto: Bernat Armangue/AP

Die Wut Zehntausender Unabhängigkeitsbefürworter aus Katalonien über den Prozess gegen zwölf prominente Separatistenführer hat sich nach Madrid verlagert.

Der berühmte Boulevard Paseo del Prado im Zentrum war am Samstagabend erstmals ganz in die gelb-rot-blauen Farben der «Estelada» getaucht, der Flagge der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung - ein ungewohntes Bild in der spanischen Hauptstadt. Allerdings gingen die von Behörden und Veranstaltern genannten Teilnehmerzahlen weit auseinander.

Während die Vertretung der katalanischen Regierung in Madrid von 18.000 Demonstranten ausging, sprachen die Organisatoren von 120.000 Teilnehmern. Die Kundgebung stand unter dem Motto «Selbstbestimmung ist kein Verbrechen».

Immer wieder skandierten die Menschen die Worte «Freiheit für die politischen Gefangenen!» und hielten Bilder ihrer inhaftierten Anführer und gelbe Schleifen in die Höhe, das Symbol für die Solidarität mit den Inhaftierten. Zwölf frühere Spitzenpolitiker und Aktivisten der Konfliktregion müssen sich seit Mitte Februar vor dem Obersten Gericht in Madrid verantworten. Ihnen werden wegen des trotz eines Justizverbots durchgeführten Abspaltungsreferendums vom 1. Oktober 2017 unter anderem Rebellion, Aufruhr und Veruntreuung vorgeworfen.

Zu der Großdemo hatten die Organisation «Katalanische Nationalversammlung» (ANC) und rund 50 weitere Verbände und Parteien aufgerufen. Um die Teilnehmer in die Hauptstadt zu bringen, wurden Medienberichten zufolge 500 Busse gechartert, auch 15 Sonderzüge waren im Einsatz.

Angeführt wurde die Demonstration vom katalanischen Regionalpräsidenten Quim Torra und zahlreichen Bürgermeistern der Region. «Spanien, höre diesen Schrei nach Freiheit, diesen Schrei nach Unabhängigkeit!», sagte Torra. Das Verhältnis zwischen der Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez und der Region im Nordosten Spaniens ist weiter gespannt.

500 Polizisten waren im Einsatz, um für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Über den Demonstranten kreisten Hubschrauber. Jedoch gab es keine Zwischenfälle: Die Atmosphäre bei dem Marsch, der bei sommerlichen Temperaturen von 25 Grad stattfand, war locker und friedlich.

Den angeklagten Separatisten, darunter drei Frauen, drohen langjährige Haftstrafen. Der umstrittene Prozess wird seit Wochen live im spanischen Fernsehen übertragen, um größtmögliche Transparenz zu gewährleisten. Die Urteile werden nicht vor Juli erwartet.

Ex-Regionalchef Carles Puigdemont, der vor der Justiz ins belgische Exil geflohen war, ist von dem Verfahren nicht betroffen. Er sprach am Abend auf Twitter von einem «historischen Tag», die Demonstranten hätten sich «vorbildlich» verhalten: «Mit Esteladas, auf den Straßen und in fröhlicher Atmosphäre. Danke.»

Veröffentlicht am:
17. 03. 2019
12:13 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
17. 03. 2019
12:13 Uhr



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