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Erneut China-Rückkehrer in Deutschland gelandet

In Baden-Württemberg sind weitere deutsche Rückkehrer mit einem Flieger aus der schwer von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffenen chinesischen Stadt Wuhan eingetroffen. Sorgen macht die Lage in Südkorea und im Iran. Auch in Italien gibt es einen Ausbruch.



Wuhan-Rückkehrer
Die Behörden gehen davon aus, dass die aus Wuhan ausgeflogenen Menschen gesund sind.   Foto: Sebastian Gollnow/dpa » zu den Bildern

Am Freitag sind weitere Deutsche aus der besonders vom Coronavirus Sars-CoV-2 betroffenen Provinz Hubei zurückgekehrt.

«Allen geht es gut», sagte Stefan Brockmann vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg nach der Landung der 15 Passagiere in Stuttgart. Laut dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) sind unter den Rückkehrern vier Familien. Insgesamt handelt es sich demnach um zehn Erwachsene und fünf Kinder. Das jüngste ist noch kein Jahr alt, das älteste fünf. Die Rückkehrer sollen für 14 Tage in einem Hotel in Kirchheim/Teck in Quarantäne bleiben.

Unterdessen stieg in Südkorea und dem Iran die Zahl erfasster Infektionen stark. Zudem meldete Italien einen Ausbruch in der Lombardei. Ein 38-Jähriger lag am Freitag in ernstem Zustand auf der Intensivstation des Krankenhauses der Kleinstadt Codogno, wie Behörden mitteilten. Insgesamt seien bisher 14 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, darunter die schwangere Frau des Schwerkranken. Für mindestens 250 Menschen sei vorsorglich eine Quarantäne angewiesen worden, um weitere Ansteckungen zu verhindern.

Tausende Menschen in Codogno und zwei weiteren Orten - Castiglione d'Adda und Casalpusterlengo - wurden aufgefordert, möglichst zuhause zu bleiben. Der Bürgermeister von Codogno, wo rund 16.000 Menschen leben, ordnete die Schließung von Schulen, Bars und anderen öffentlichen Einrichtungen an.

Nach den in Stuttgart gelandeten Rückkehren sollten am Samstag deutsche Passagiere des Kreuzfahrtschiffes «Diamond Princess» in Berlin landen. Das Schiff hatte zwei Wochen im japanischen Yokohama unter Quarantäne gestanden, bei mehr als 600 der rund 3700 Passagiere und Crewmitglieder war Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Die Betroffenen werden in Krankenhäusern betreut, auch ein Ehepaar aus Hessen ist darunter.

Insgesamt hatten sich zunächst zehn Deutsche an Bord der «Diamond Princess» befunden. Ein Paar wollte noch einige Tage in Tokio bleiben. Die übrigen sechs Passagiere aus Deutschland - darunter zwei Berliner - sollten am Samstag im militärischen Teil des Berliner Flughafens Tegel landen. Alle sollen vorsorglich für zwei Wochen in häuslicher Quarantäne bleiben. Wann das infizierte Paar aus Hessen heimkehren kann, war zunächst unklar.

Beim Kreuzfahrtschiff «Westerdam» in Kambodscha gab es derweil Entwarnung: Die Tests auf das Virus bei den an Bord verbliebenen 747 Crewmitgliedern des Schiffes waren negativ, wie die Reederei Holland America Line mitteilte. Außer bei einer Amerikanerin auf der Heimreise war das Virus auch bei keinem der Passagiere nachgewiesen worden. Mit dem Schiff waren nach mehrtägiger Irrfahrt auch 57 Deutsche in Kambodscha angelandet. Die meisten dürften inzwischen wieder daheim sein.

Das Robert Koch-Institut sieht bei den zurückgekehrten «Westerdam»-Passagieren mittlerweile ein geringeres Infektionsrisiko. Sie würden nun als Kontaktpersonen der Kategorie II eingestuft, sagte eine Sprecherin. Dabei wird zwar noch eine Reduktion der Kontakte zu anderen Personen empfohlen, eine tägliche Messung der Körpertemperatur, das Führen eines Tagebuchs und ein täglicher Anruf vom Gesundheitsamt sind aber nicht mehr vorgesehen.

Nach Tagen vermeintlicher Ruhe werden aus zwei Ländern besorgniserregende Zahlen gemeldet. Im Iran, wo bis Dienstag kein einziger Fall erfasst war, sind inzwischen vier Menschen an Covid-19 gestorben. Es habe Nachweise bei 13 weiteren Patienten gegeben, zwei von ihnen seien gestorben, twitterte Ministeriumssprecher Kianusch Dschahnpur am Freitag. Von den nunmehr 15 nachweislich mit dem Virus Infizierten kommen demnach 4 aus der Hauptstadt Teheran, 7 aus der Stadt Ghom und 4 aus der Gilan Provinz am Kaspischen Meer in Nordiran. Wie verbreitet das Virus im Land tatsächlich schon ist, lässt sich derzeit kaum abschätzen.

Zwei erste Todesfälle - die ersten Sars-CoV-2-Fälle im Iran überhaupt - waren am Mittwoch aus Ghom gemeldet worden. Alle Schulen und Hochschulen dort wurden vorläufig geschlossen, das Gesundheitsministerium schickte Expertenteams in die religiöse Stadt 140 Kilometer südlich der Hauptstadt Teheran.

In Südkorea verdoppelte sich die Zahl erfasster Infektionen auf 204. Es ist der bisher größte bekannte Ausbruch außerhalb Chinas, wo die Lungenkrankheit Covid-19 zuerst ausgebrochen war. Angesichts des rapiden Anstiegs sprach Präsident Moon Jae In von einer «ernsthaften Situation». Er kündigte «rasche und starke» Gegenmaßnahmen an. Ein großer Teil der Infizierten in Südkorea wird mit einer christlichen Sekte in der südöstlichen Millionen-Stadt Daegu in Verbindung gebracht.

Von den neuen Fällen wurden den Angaben zufolge allein 85 Infizierte bei Mitgliedern der Shincheonji Kirche Jesu nachgewiesen. Die Behörden vermuten, dass der Ausbruch von einer 61-jährigen Anhängerin der Sekte ausging. Sie habe sich trotz Krankheitssymptomen zunächst geweigert, sich auf das Virus testen zu lassen und weiter an Gottesdiensten in Daegu teilgenommen.

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigte sich wegen der steigenden Zahl von Infektionen außerhalb Chinas alarmiert. «Das Zeitfenster, um diesen Ausbruch unter Kontrolle zu halten, wird kleiner», warnte Tedros Adhanom Ghebreyesus. Er habe noch Hoffnung. «Aber wenn wir die Chance jetzt verpassen, haben wir ein ernsthaftes Problem», sagte er. «Wir dürfen nicht eines Tages zurückblicken und es bereuen, dass wir von diesem Zeitfenster nicht Gebrauch gemacht haben.»

Auch im Ursprungsland China breitet sich der Erreger weiter aus. In Festland-China sind nun mehr als 75.000 Infektionen und mehr als 2200 Tote erfasst. Experten rechnen aber mit einer um ein Vielfaches höheren Dunkelziffer. Bekannt wurde am Freitag, dass in Gefängnissen von mindestens drei Provinzen Chinas mehr als 450 Insassen und auch einige Aufseher infiziert sind. In den engen, überfüllten Anstalten mit schlechter medizischen Versorgung könne sich das Virus leicht ausbreiten, zitierte die «Global Times» einen Beamten.

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dpa

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Veröffentlicht am:
21. 02. 2020
19:44 Uhr

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21. 02. 2020
19:44 Uhr



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