Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Brennpunkte

Ermittler zerschlagen mutmaßlichen Schleuser-Familienclan

Mitglieder eines Familienclans sollen Schleusungen mit Erfolgsgarantie angeboten haben. Polizisten machten mit einem Großeinsatz dem illegalen Geschäft jetzt ein Ende.



Razzia gegen mutmaßliche Schleuser
Der leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen.   Foto: Harald Tittel/dpa

Bei Razzien in vier Bundesländern hat die Polizei einen mutmaßlichen Schleuserclan einer libanesischen Familie zerschlagen.

Als «Kopf der Bande» verhafteten die Beamten am Donnerstag einen 54 Jahre alten Libanesen und ein weiteres Mitglied der Familie im Alter von 24 Jahren in Bitburg in der Eifel, teilte der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt, Peter Fritzen, mit. Insgesamt werden acht Personen beschuldigt, seit Mitte 2018 syrische Flüchtlinge aus dem Libanon mit gefälschten Visa nach Deutschland und in die Niederlande geschleust zu haben.

«Das ist ein großer Schlag gegen die Schleuserkriminalität», sagte Fritzen. Er gehe davon aus, dass «die Strukturen der Gruppierung» nun zerschlagen seien und «dass wir den weiteren Schleusungen der Familien ein Ende gesetzt haben». Im Fokus der Ermittlungen stehen 26 Schleusungen. Zehn davon gelangen nicht, weil die Bundespolizei diese in Zusammenarbeit mit Verbindungsbeamten in Beirut, Moskau, Kairo und Teheran verhindern konnte.

Insgesamt wurden am Donnerstag 29 Objekte in Rheinland-Pfalz (16), Nordrhein-Westfalen (10), Berlin (2) und dem Saarland (1) durchsucht. Mehr als 360 Bundespolizisten, knapp 30 Beamte des Polizeipräsidiums Trier sowie sechs Trierer Staatsanwälte seien im Einsatz gewesen. Wegen «erhöhter Gefährdung» waren bei der Verhaftung auch Spezialkräfte der GSG 9 dabei. Auch Fiedler sprach von einem «erfolgreichen Schlag gegen die Clankriminalität».

Die Syrer sollen nach Frankfurt, Düsseldorf und München sowie nach Amsterdam ausgeflogen worden sein. Versprochen worden sei eine «garantierte» Schleusung, für die pro Person zwischen 4000 und 15.000 Euro pro Person kassiert worden seien. Sowohl bei der Ausreise als auch bei der Einreise in Europa seien die geschleusten Personen «arbeitsteilig» von Schleusern begleitet worden, sagte Fritzen. In Deutschland stellten die Syrer dann Asylanträge.

Vier der Beschuldigten gehörten zu der libanesische Familien. Gegen alle liefen Ermittlungen wegen «gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern». Die Höchststrafe für dieses Delikt liegt bei zehn Jahren Haft. Nach zwei Personen werde mit Haftbefehl gefahndet. Oberstaatsanwalt Eric Samel sagte, die Familie lebe seit rund 15 Jahren in Deutschland. Andere Mitglieder der Familie lebten im Ausland, auch im Libanon.

«Diese Form der organisierten Clankriminalität höhlt den Rechts- und Sozialstaat aus, aber diese Gruppe ab heute nicht mehr», erklärte der Präsident des Bundespolizeipräsidiums, Dieter Romann. Orte der Durchsuchungen seien Bitburg, Trier, Berlin, Saarbrücken, Bonn, Gütersloh, Essen, Dortmund und Bochum gewesen. In Nordrhein-Westfalen seien vor allem Wohnungen von geschleusten Personen durchsucht worden, sagte Fritzen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
24. 10. 2019
18:19 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Angeklagte Beamte Bundespolizei Ermittlerinnen und Ermittler GSG 9 Haftbefehle Oberstaatsanwälte Polizei Polizistinnen und Polizisten Schleuserkriminalität Staatsanwälte Verhaftungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Messengerdienst Telegram

vor 11 Stunden

Illegaler Handel in Chats aufgedeckt

Drogen oder falsche Pässe werden per Smartphone verkauft: Seit Monaten hatten Staatsanwälte Chatgruppen in einem Messenger-Dienst im Fokus, nun schlugen sie zu. Die Ermittler beobachten schon länger einen Anstieg von Kri... » mehr

Einsatzkräfte

17.07.2020

Bewaffneter von Oppenau ist gefasst

Für die Ermittler endet eine tagelange Fahndung - für einen Ort im Schwarzwald ein Alptraum. Der Mann, der vier Polizisten entwaffnet hatte und geflohen war, ist gefasst. Spezialkräfte finden ihn sitzend in einem Gebüsch... » mehr

Pk zu Ermittlungen

06.06.2020

Elf Festnahmen in neuem schweren Fall von Kindesmissbrauch

Neuer schwerer Missbrauchsfall in Nordrhein-Westfalen: Die Polizei in Münster hat elf Verdächtige festgenommen, sieben Haftbefehle wurden erlassen. Drei Kinder als Opfer wurden identifiziert. Ein Tatort soll eine Gartenl... » mehr

Der Angeklagte im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach

25.08.2020

39-Jähriger im Fall Bergisch Gladbach steht vor Gericht

Der gigantische Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach sorgt für Entsetzen. Im Herbst 2019 entdeckten Ermittler bei einem Familienvater kinderpornografisches Material - und Kontakte zu anderen Männern. Nun steht in Wiesbad... » mehr

Unfall nach mutmaßlichem Rennen

18.10.2020

Kein Mordvorwurf nach mutmaßlichem Autorennen auf A66

PS-starke Autos rasen über die Autobahn. Plötzlich stehen zwei Fahrzeuge in Flammen und eine unschuldige Frau stirbt. Tagelang wertet die Staatsanwaltschaft die Folgen eines mutmaßlichen Rennens als Mord. Nun haben die F... » mehr

Juwelendiebstahl in Dresden

02.09.2020

Dresdner Juwelendiebstahl: Beweise in Berlin

Gut neun Monate nach dem Juwelendiebstahl aus Dresdens Grünem Gewölbe hat die Polizei eine wohl lohnende Spur. In Berlin sind die Beamten fündig geworden - vor einem Erfolg liegt aber noch viel Arbeit. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Wohnungsbrand Oberhof

Brand Oberhof Schloßbergstraße |
» 23 Bilder ansehen

Brand Halle Lengfeld

Brand Halle Lengfeld | 25.10.2020
» 6 Bilder ansehen

Keramikmarkt Römhild

Keramikmarkt Römhild |
» 45 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
24. 10. 2019
18:19 Uhr



^