Lade Login-Box.
Topthemen: Ministerpräsidentenwahl ThüringenFreies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Brennpunkte

Entwarnung nach Droh-Mails gegen Moscheen und Linke-Zentrale

Eine Serie von Bombendrohungen gegen Moschee-Gemeinden schreckt auf: Diesmal sind Gotteshäuser in Duisburg, Mannheim und Mainz betroffen. Auch die Parteizentrale der Linken muss evakuiert werden.



Moschee in Duisburg
Die Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh wurde nach einer Bombendrohung geräumt, weiträumig abgesperrt und durchsucht.   Foto: Roland Weihrauch » zu den Bildern

Moscheen des türkisch-islamischen Dachverbands Ditib in Duisburg, Mannheim und Mainz sowie die Linken-Parteizentrale in Berlin sind nach Bombendrohungen am Montag geräumt und durchsucht worden - letztlich gab die Polizei in allen Fällen Entwarnung.

In Duisburg und Berlin waren von Unbekannten verschickte Drohschreiben jeweils mit «Combat 18» unterzeichnet. Bei «Combat 18» handelt es sich um ein gewaltbereites, rechtsextremes Netzwerk, das in mehreren europäischen Ländern aktiv ist.

Die Gruppe gilt als bewaffneter Arm des verbotenen Neonazi-Netzwerks «Blood & Honour» (Blut und Ehre). Die 18 ist ein Szenecode für den ersten und den achten Buchstaben im Alphabet, also A und H - die Initialen von Adolf Hitler.

Die Bundeszentrale der Linken wurde vorübergehend geräumt. Nach Angaben einer Parteisprecherin ging am Vormittag eine E-Mail im Karl-Liebknecht-Haus ein, in dieser sei es um eine Bombe im Gebäude gegangen. Rund 40 bis 50 Mitarbeiter der Parteizentrale hätten das Gebäude verlassen.

Eine Polizeisprecherin sagte nach Prüfung der Droh-Mail, eine Ernsthaftigkeit sei verneint worden. Auch eine Durchsuchung der Parteizentrale fand demnach nicht statt. Der polizeiliche Staatsschutz ermittele gegen unbekannt wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat. Der Staatsschutz ist eine Abteilung der Polizei, die immer dann übernimmt, wenn es um politisch motivierte Kriminalität geht.

Die Beamten in Duisburg teilten mit, am Vormittag sei beim Vorstand der Merkez-Moschee eine E-Mail eingegangen, in der Unbekannte mit der Zündung einer Bombe am Nachmittag gedroht hätten. Man habe sämtliche Räume evakuiert, das Gelände abgesperrt - und nach intensiver Durchsuchungsaktion auch mit einem Sprengstoffspürhund keine verdächtigen Gegenstände gefunden.

Auch die Ditib-Moschee in Mainz wurde nach einer Bombendrohung durchsucht. Dabei seien auch Hunde eingesetzt worden, es sei aber nichts gefunden worden, berichtete ein Polizeisprecher. Nach einer Bewertung des Landeskriminalamtes in Mainz sei die Moschee vorsichtshalber abgesperrt und durchsucht worden. Zu dem Absender des Drohschreibens und den Hintergründen gab es zunächst keine Angaben.

Auch in der Ditib-Moschee in Mannheim habe eine Durchsuchung nach einer Bombendrohung keine Hinweise ergeben, teilte ein Polizeisprecher mit. Weitere Angaben machte er zunächst nicht.

In diesem Monat hatte es bereits Bombendrohungeb gegen Moscheen in Iserlohn und München sowie gegen die Ditib-Zentralmoschee in Köln - den bundesweit größten Moscheekomplex - gegeben. Auch in diesen Fällen hatte die Polizei nach umfangreichen Durchsuchungen Entwarnung gegeben.

Das Sicherheitsempfinden in vielen der 857 Ditib-Gemeinden in Deutschland sei empfindlich gestört, hatte der Vorsitzende des Ditib-Bundesverbands, Kazim Türkmen, jüngst betont. Man hoffe auf «Solidarität und Beistand».

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
22. 07. 2019
19:07 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Adolf Hitler Bomben Bombendrohungen Evakuierungen Gebäude Kirchliche Bauwerke Landeskriminalämter Moscheen Polizei Polizeisprecher Staatsschutz Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion Verbrechen und Kriminalität
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Kölner Zentralmoschee

09.07.2019

Entwarnung für Kölner Zentralmoschee nach Bombendrohung

Eine Drohmail gegen den größten Moscheekomplex in Deutschland versetzt Köln in Aufregung. Die Polizei räumt die Zentralmoschee der Ditib. Unterzeichnet war die Mail laut Verband mit «Volksfront». » mehr

Weltkriegsbombe in Berlin

21.01.2020

Blindgänger-Fund: Evakuierung nahe Berliner Alexanderplatz

Bauarbeiten im Herzen Berlins haben eine Bombe aus Weltkriegszeiten zutage gefördert. Experten des Kampfmittelräumdienstes würden den gefährlichen Sprengkörper gern so schnell wie möglich unschädlich machen. » mehr

Karl-Liebknecht-Haus

22.07.2019

Linken-Zentrale nach Bombendrohung kurzzeitig geräumt

Die Drohung kommt als E-Mail - unterzeichnet mit dem Namen eines Neonazi-Netzwerks. In der Parteizentrale der Linken in Berlin entscheidet man sich für die sofortige Evakuierung. » mehr

Universitätsklinik Ulm

04.02.2020

Ulm: Morphium-Verdacht gegen Krankenschwester war LKA-Fehler

Eine Spritze mit Morphiumspuren im Spind einer Krankenschwester und fünf mit Morphium vergiftete Babys im Ulmer Uniklinikum - das reichte für einen Haftbefehl. Doch jetzt steht fest: Das Gift stammte aus einer Quelle, di... » mehr

Universitätsklinik Ulm

03.02.2020

Kein Gift - Kinderkrankenschwester aus U-Haft entlassen

Es klingt wie ein schreckliches Verbrechen: Eine Kinderkrankenschwester soll Babys mit Morphium vergiftet haben. Der Verdacht gegen die Frau kann nun nicht mehr aufrechterhalten werden. Doch wer gab den Säuglingen im Uni... » mehr

Schlägerei zwischen Türken und Kurden in Herne

22.10.2019

Schlägerei zwischen Türken und Kurden in Herne

Nach Ausschreitungen bei einer Demonstration im nordrhein-westfälischen Herne ist es am gleichen Ort erneut zu einer Schlägerei zwischen Türken und Kurden mit rund 60 Beteiligten gekommen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Großbrand Wartburgkreis Hastrungsfeld

Großbrand Wartburgkreis | 20.02.2020 Hastrungsfeld
» 37 Bilder ansehen

Regierungskrise in Thüringen Erfurt

Die Chaostage von Erfurt | Erfurt
» 86 Bilder ansehen

Gefahrgut Ammoniak Suhl Suhl

Amoniak-Austritt in Suhler Firma | 17.02.2020 Suhl
» 36 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
22. 07. 2019
19:07 Uhr



^