Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Brennpunkte

Ebola-Helfer verlangen mehr Impfstoff und mehr Geld

Behörden und Helfer bekommen den Ebola-Ausbruch im Kongo nicht unter Kontrolle. Die WHO hat einen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Hilfsorganisationen stellen nun Forderungen auf.



Ebola im Kongo
Die Bestattung eines Ebola-Opfers im Kongo. Seit einem Jahr wütet die Seuche im Osten des Landes.   Foto: Jerome Delay/ap

Der Kampf gegen die Kongo wütende Seuche Ebola soll nach der Ausrufung eines internationalen Gesundheitsnotstands durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verschärft werden.

Mehr Menschen müssten gegen das gefährliche Virus geimpft werden, verlangte die Präsidentin der Hilfsorganisation «Ärzte ohne Grenzen», Joanna Liu.

Ein unabhängiger Expertenausschuss hatte der WHO am Mittwochabend im vierten Anlauf empfohlen, den Notstand zu erklären. Es handelt sich um eine Eskalationsstufe bei Ausbrüchen gefährlicher Krankheiten , die robustere Anstrengungen der Weltgemeinschaft zu Beendigung der Krise auslösen soll.

Dreimal seit Beginn des Ebola-Ausbruchs vor einem Jahr hatte der Ausschuss sich dagegen entschieden. Den Experten ist es wichtig, keine Panik zu schüren, und die betroffenen Länder nicht durch Handelsbeschränkungen oder Flugunterbrechungen zu isolieren.

«Es muss unbedingt vermieden werden, dass die betroffenen Menschen durch Reise- oder Handelsbeschränkungen wirtschaftlich bestraft werden», betonte der Ausschuss. Es sei nicht nötig, Grenzen zu schließen. Der Ausschussvorsitzende Robert Steffen betonte, dass zur Zeit keine Gefahr für eine globale Ausweitung der Seuche bestehe. Vielmehr handele es sich um eine regionale Notlage.

Kongos Gesundheitsministerium akzeptierte die Entscheidung. Allerdings hoffe man, dass diese nicht unter Druck verschiedener Interessensgruppen getroffen wurde, die dadurch mehr finanzielle Mittel für humanitäre Akteure zu erhalten hofften, hieß es in einer Mitteilung.

Das Gesundheitsministerium erklärte den Ebola-Ausbruch am 1. August vergangenen Jahres zur Epidemie. Seitdem haben sich mindestens 2500 Menschen mit Ebola infiziert, mehr als 1600 kamen ums Leben. Nach der verheerenden Epidemie in Westafrika 2014/2015 mit mehr als 11.000 Todesopfern ist dies der bislang schlimmste Ebola-Ausbruch.

Die Bekämpfung ist so schwierig, weil die Sicherheitslage in der Region im Osten des Kongo so prekär ist. Bewaffnete Rebellengruppen terrorisieren dort seit Jahren die Bevölkerung. Ebola-Helfer werden immer wieder angegriffen, manchmal getötet. Zudem herrscht in der Bevölkerung viel Misstrauen und Angst gegenüber der Krankheit und den Helfern.

Die WHO glaubt, dass nur 75 Prozent der Fälle entdeckt oder gemeldet werden. Manche Infizierte sterben, ohne dass die Familien sich bewusst sind, dass der Angehörige Ebola hatte. Deshalb empfiehlt die WHO unter anderem, die Aufklärung über die Seuche weiter zu verbessern und mehr Anstrengungen zu unternehmen, dass Verdachtsfälle sofort gemeldet und Betroffene in Behandlungszentren gebracht werden.

Die britische Organisation Wellcome Trust setzte sich dafür ein, einen zweiten bereits entwickelten Impfstoff schnell zur Behandlung zuzulassen, um mehr Menschen impfen zu können. Bislang beschränken sich Helfer darauf, Angehörige und Freunde von Betroffenen sowie deren Kontakte zu impfen. Dafür sei genug Impfstoff vorhanden, betont die Regierung. «Länder sollten nicht warten, bis Ebola sich über die Grenzen ausbreitet oder an ihrer Türschwelle ankommt, bevor sie etwas tun», meinte Josie Golding vom Wellcome Trust.

Auch die Hilfsorganisation World Vision forderte mehr Mittel, um die humanitären Bedürfnisse in der Ebola-Zone zu decken und die Akzeptanz der Präventionsarbeit und der Kontrollen in der Bevölkerung zu verbessern. «Die heutige Erklärung sollte ein Weckruf sein», teilte Moussa Sangara mit, der den Ebola-Einsatz für World Vision leitet.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 07. 2019
10:01 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Debakel Ebola-Fieber Epidemien Gesundheitsministerien Impfungen Infektionskrankheiten Infektionspatienten Panik Regierungen und Regierungseinrichtungen Todesopfer Weltgesundheitsorganisation Ärzte ohne Grenzen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Ebola-Virus im Kongo

15.07.2019

Ebola-Fall in Großstadt Goma - WHO für Notfall-Ausschuss

Eines der gefährlichsten Viren in einer der gefährlichsten Regionen der Welt - so beschreibt WHO-Chef Tedros den Ebola-Ausbruch im Kongo. Jetzt hat das Virus eine Millionenstadt erreicht. Zur Bekämpfung braucht es dringe... » mehr

Maas und Mukwege

04.09.2019

Maas prüft weitere Hilfe für Kampf gegen Ebola im Kongo

Fiebermessen bei der Begrüßung: Auch Außenminister Maas muss sich im Kongo der Kontrollmaßnahme gegen Ebola unterziehen. Die Seuche wütet in dem Land nun schon seit 13 Monaten. Ein Ende ist nicht in Sicht. » mehr

Furcht vor Ebola

12.06.2019

Ebola: WHO prüft «internationalen Gesundheitsnotstand»

Der Ebola-Ausbruch im Kongo hat das Nachbarland Uganda erreicht. Ein erkrankter Junge ist dort bereits gestorben. Die WHO überlegt nun, ob ein «internationaler Gesundheitsnotstand» ausgerufen werden muss. » mehr

Fleischhersteller

05.10.2019

Keimbelastete Wurst: Mehr Klarheit für Verbraucher gefordert

Wohin sind die keimbelasteten Wurstwaren des nordhessischen Herstellers geliefert worden? Sind weitere Krankheitsfälle zu befürchten? Die Verbraucherorganisation Foodwatch macht Druck auf die Verantwortlichen. » mehr

Ebola im Kongo

11.11.2018

Bereits mehr als 200 Tote durch Ebola im Kongo

Im Kongo sind seit dem Ebola-Ausbruch vor rund zwei Monaten 201 Menschen an den Folgen der Erkrankung gestorben. » mehr

Hurrikan «Dorian»

06.09.2019

Hurrikan «Dorian» in den USA auf Land getroffen

«Dorian» hat die Bahamas verlassen, das Ausmaß der Zerstörung ist aber längst noch nicht zu überblicken. Die Regierung rechnet mit vielen weiteren Toten, auch deutsche Soldaten sollen helfen. Nun hat der Sturm die Küste ... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Country Westerntanz

Meisterschaften Country Westerntanz Meiningen | 13.10.2019 Meiningen
» 52 Bilder ansehen

Unfall Siegritz

Unfall Siegritz | 12.10.2019 Siegritz
» 11 Bilder ansehen

Unfall Dreieck Suhl

Unfall Dreieck Suhl | 10.10.2019
» 15 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 07. 2019
10:01 Uhr



^