Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagtCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFolgen Sie uns auf Instagram

Brennpunkte

Drei Tote bei Absturz von Wartungsgondel an Sendemast

Beim Aufbau einer Antenne auf einem Sendemasten stürzt eine Wartungsgondel 50 Meter in die Tiefe. Die drei Insassen sterben. Was könnte die Ursache für das Unglück sein?



Abgestürzte Wartungsgondel
Die abgestürzte Wartungsgondel neben dem Sendeturm auf dem Hohen Meissner. Foto: Uwe Zucchi   Foto: dpa » zu den Bildern

Beim Absturz einer Wartungsgondel an einem Sendemast sind am Dienstag in Nordhessen drei Männer getötet worden. Die Mitarbeiter einer Berliner Firma stürzten 50 Meter in die Tiefe auf eine Asphaltfläche.

Nach bisherigen Ermittlungen habe es einen technischen Defekt im Bereich der Seilwinde gegeben, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Männer wurden durch den Aufprall tödlich verletzt und starben noch am Unfallort.

Laut Ermittlern waren die Männer schon seit einigen Tagen mit Arbeiten auf dem Gelände des Hessischen Rundfunks beschäftigt. Der 220 Meter hohe Sendemast steht auf dem Berg Hoher Meißner im Werra-Meißner-Kreis. Für die Arbeiten war vom Boden aus diagonal ein Stahlseil zum Mast gespannt worden. Doch in einer Höhe von 50 Metern sei es aus bislang nicht geklärter Ursache zu Komplikationen gekommen, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Gondel habe zunächst freischwingend am Seil gehangen und sei dann zu Boden gestürzt.

Bodenpersonal der Firma habe den Absturz beobachtete und Hilfe gerufen. Doch für die Insassen - einen 50-Jährigen aus dem bayerischen Landkreis Freyung-Grafenau, einen 46-Jährigen aus Karlsruhe und einen 27-Jährigen aus Dülmen (Nordrhein-Westfalen) - kam jede Hilfe zu spät. Ihre Kollegen, die den Unfall sahen, würden durch ein Kriseninterventionsteam betreut, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.

Die Einsatzkräfte sperrten die Zufahrt zu dem Gelände ab. Die Kriminalpolizei und das Amt für Arbeitsschutz des Regierungspräsidiums Nordhessen nahmen Ermittlungen auf. Der Unfallort wurde mit einer Drohne abfotografiert.

Der Hohe Meißner ist ein Mittelgebirge, das gut 30 Kilometer südöstlich von Kassel liegt. Er gilt auch als beliebtes Ausflugsziel. Der «Sender Hoher Meißner» ist ein wichtiger Sendestandort des Hessischen Rundfunks (hr). Dieser strahlt darüber sein Fernseh- und Radioprogramm aus. Laut hr war die Firma mit Arbeiten beauftragt worden. Die drei Männer wollten eine neue Antenne für den Hörfunk DAB+ montieren. Denn im Grenzgebiet zwischen Hessen und Thüringen soll die Anlage künftig auch vom Mitteldeutschen Rundfunk für die Abstrahlung von Radioprogrammen genutzt werden.

Die Anlage besteht derzeit aus drei Masten, die bis zu 220 Meter hoch sind. Der Unfall ereignete sich an dem höchsten der drei Sendemasten. Der Hessische und Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) zeigten sich von dem Unglück bestürzt. «Unsere Gedanken und unser ganzes Mitgefühl gelten den Familien der drei Männer, die auf so schreckliche Weise ihr Leben verloren haben», sagten MDR-Intendantin Karola Wille und hr-Intendant Manfred Krupp.

Wie es genau zu dem tödlichen Absturz kam, werde frühestens am Mittwoch feststehen, erklärte ein Polizeisprecher. Am Dienstagnachmittag wurde noch ein Gutachter der Prüforganisation Dekra am Unfallort erwartet.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 09. 2019
17:35 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit Debakel Dekra AG Ermittler Feuerwehren Hessischer Rundfunk Hörfunk Karola Wille Kriminalpolizei Mitteldeutscher Rundfunk Polizei Polizeisprecher Rundfunk Twitter Unfallorte
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Verkeilt

07.07.2020

Zugunglück: Tote und Verletzte im tschechischen Grenzgebiet

Zwei Züge sind unterwegs zwischen Sachsen und Tschechien, als sie auf eingleisiger Strecke frontal zustammenstoßen - mit tödlichen Folgen. Die Unglücksstelle ist nur schwer zugänglich. Bei dem Unfall könnte menschliches ... » mehr

Explosion in Wohnhaus

11.06.2020

Explosion in Wohnhaus in Hannover

Eine Explosion in einem Mehrfamilienhaus im Hannoveraner Stadtteil List schreckt viele Menschen hoch. Bei einem nachfolgenden Brand werden acht Menschen verletzt - die Feuerwehr löst Großalarm aus. » mehr

Pkw stößt mit Bus zusammen

27.07.2020

Auto kollidiert mit Linienbus: sieben Verletzte in Dresden

Dresden am Abend: Auf gerader Strecke stößt ein Auto mit einem Linienbus zusammen. Sechs Menschen werden verletzt, vier von ihnen schwer. » mehr

Trümmer

28.07.2020

Vermisster Bauarbeiter tot in Trümmern entdeckt

Nach einem Hinterhaus-Teileinsturz in Düsseldorf finden die Einsatzkräfte einen vermissten Bauarbeiter. Er ist tot. Geborgen werden kann er zunächst nicht. Die Retter hoffen, den zweiten Vermissten lebend zu finden. » mehr

Bergwerk-Unfall

02.07.2020

Tödliches Minen-Unglück: 126 Menschen sterben in Myanmar

Im Norden Myanmars sterben mindestens 126 Arbeiter nach einem Erdrutsch nahe Jade-Minen. In dem bitterarmen Land, das zu den größten Lieferanten der Steine gehört, sind solche Unfälle keine Seltenheit. » mehr

Großbrand nach Zugentgleisung

30.07.2020

Suche nach Ursache für Zugunglück auf Brücke in Arizona

Dichte schwarze Rußwolken stehen über einer Zugbrücke im US-Bundesstaat Arizona. Nach der Entgleisung eines Zuges soll ein Teil der Brücke eingestürzt und Feuer gefangen haben. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Montgolfiade Heldburg

Montgolfiade | Heldburg
» 24 Bilder ansehen

Brand Tettau Tettau

Großbrand Tettau | 09.08.2020 Tettau
» 39 Bilder ansehen

Flächenbrand Limbach Limbach

Flächenbrand Limbach | 09.08.2020 Limbach
» 10 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 09. 2019
17:35 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.