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Deutschland lockert die Regeln

Die „allererste Phase“ der Corona-Krise sei geschafft, sagt die Kanzlerin. Nun soll es weiter in Richtung Normalität gehen. Wenn sich irgendwo zu viele Menschen infizieren, kann damit aber schnell wieder Schluss sein.



"Wir können uns ein Stück Mut leisten, aber wir müssen vorsichtig bleiben", sagte die Kanzlerin am Mittwoch. Unser Bild zeigt die Einkaufsmeile in Potsdam. Foto: Soeren Stache/dpa
"Wir können uns ein Stück Mut leisten, aber wir müssen vorsichtig bleiben", sagte die Kanzlerin am Mittwoch. Unser Bild zeigt die Einkaufsmeile in Potsdam. Foto: Soeren Stache/dpa  

Berlin – Familien dürfen sich wieder treffen und beim Einkaufsbummel gibt es mehr Auswahl: Deutschlandweit werden die Regeln in der Corona-Krise spürbar gelockert. Über das Tempo bestimmen die Bundesländer in vielen Bereichen aber selbst – etwa bei Schulen, Kitas und Unis, der Gastronomie, Kinos oder Opernhäusern. „Wir können uns ein Stück Mut leisten, aber wir müssen vorsichtig bleiben“ – so fasste es Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch nach einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer zusammen. Sollten sich irgendwo zu viele Menschen zu schnell anstecken, greife ein „Notfallmechanismus“ – dann werden die Regeln zwar wieder strenger, aber nur regional begrenzt. 

Kontakte: Bisher durfte sich in der Regel eine Person mit einer Person eines anderen Hausstands treffen – also höchstens zwei, die nicht zusammenwohnen. Nun dürfen Angehörige eines Haushalts – also Paare, Familien oder Wohngemeinschaften – einen gesamten anderen Hausstand treffen. Davon abgesehen bleiben die Kontaktbeschränkungen aber bis zum 5. Juni bestehen. Also gilt weiterhin: 1,50 Meter Abstand voneinander halten. Die Vorsicht im Umgang mit älteren Menschen, die eine Risikogruppe für eine Covid-19-Erkrankung sind, müsse bestehen bleiben, betonte Merkel.

Einkaufen: Alle Geschäfte dürfen wieder öffnen, müssen aber bestimmte Regeln einhalten – etwa die Maskenpflicht, die sowieso schon in allen Bundesländern gilt, und eine Obergrenze für die Zahl der Kunden und Verkäufer, die sich nach der Verkaufsfläche richtet. 

Schule, Kitas, Unis: Das bleibt den Ländern überlassen, aber: Jeder Schüler und jedes Vorschulkind soll vor dem Sommer möglichst noch mindestens einmal in die Schule oder in die Kita gehen. Vereinbart wurde, dass die Notbetreuung in den Kitas spätestens ab dem 11. Mai überall ausgeweitet werden soll, das haben viele Länder bereits gemacht. Auch der Vorlesungsbetrieb an Hochschulen bleibt den Ländern überlassen. 

Gastronomie: Über die schrittweise Öffnung von Cafés, Restaurants, Kneipen und so weiter sollen die Länder selbst entscheiden. Nordrhein-Westfalen etwa peilt den 11. Mai an, Rheinland-Pfalz den 13., Brandenburg voraussichtlich den 15. Mai. Auch über Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen, Clubs und Diskotheken entscheiden die Länder. 

Freizeit: Die Länder sollen auch entscheiden, ob und wann Musikschulen, Messen, Fahrschulen, Kosmetikstudios, Schwimmbäder und Fitnessstudios wieder öffnen. Das gilt auch für „kleinere öffentliche oder private Veranstaltungen oder Feiern sowie Veranstaltungen ohne Festcharakter“, Theater, Opern- und Konzerthäuser sowie Kinos. Die bereits erlaubten Gottesdienste könnten zeigen, wie es geht, sagte dazu Kanzlerin Merkel. 
Besuche: In Kliniken, Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen soll jeder Patient oder Bewohner wiederkehrenden Besuch durch eine bestimmte Person bekommen dürfen. Voraussetzung ist, dass es aktuell „kein aktives Infektionsgeschehen“ der Corona-Epidemie in der jeweiligen Einrichtung gibt.

Freizeit-Sport: Training im Breiten- und Freizeitsport unter freiem Himmel wird – mit Einschränkungen – wieder erlaubt. Abstandhalten ist erstes Gebot: Deshalb darf bei Karate und Ringen noch nicht auf der Matte gegeneinander gekämpft und in Mannschaftssportarten wie Basketball oder Handball nur individuell trainiert werden. Nur schrittweise soll danach in Kleinstgruppen geübt werden dürfen, erst am Ende der Corona-Krise sollen wieder Training und Spiele in voller Teamstärke möglich sein. Umkleideräume und Clubhäuser müssen wegen der Hygiene-Vorschriften vorerst geschlossen bleiben.

Notbremse: Angesichts der regional unterschiedlich hohen Infektionszahlen sollen Entscheidungen künftig stärker vor Ort getroffen werden. Allerdings sollen die Länder auch sicherstellen, dass in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen sofort wieder konsequente Beschränkungen umgesetzt werden. Wie die neuen Auflagen konkret aussehen, entscheiden dann allerdings die Länder

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Veröffentlicht am:
06. 05. 2020
14:31 Uhr

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06. 05. 2020
14:31 Uhr



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