Lade Login-Box.
Topthemen: Südthüringen kocht 2020Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Brennpunkte

Deutsche sehen Steuern nicht so negativ

Das gesellschaftliche Klima empfinden viele Menschen zur Zeit als angespannt. Um den Gemeinsinn und das Vertrauen zwischen den Bürgern ist es hierzulande aber gar nicht so schlecht bestellt, wie eine internationale Untersuchung zeigt.



Gehaltsabrechnung
Wie sehr sind die Bürger bereit, für öffentliche Leistungen Steuern und Abgaben zu akzeptieren? In Deutschland stärker als in den meisten anderen Staaten.   Foto: Jens Büttner/Symbol

Die Deutschen sind eher bereit als Bürger anderer Nationen, für öffentliche Güter Steuern und andere Beiträge zu zahlen. Das zeigen die Ergebnisse einer Untersuchung des Basel Institute of Commons and Economics, die von den Vereinten Nationen veröffentlicht wurde.

Deutschland erreichte dabei auf einer Skala von 1 (geringe Akzeptanz) bis 10 (starke Akzeptanz) einen Durchschnittswert von 7,0. In Österreich (6,4) und Kambodscha (6,7) ist die Akzeptanz demnach ebenfalls relativ hoch. Ganz anders sieht es in den Balkan-Staaten Serbien (4,1), Montenegro (3,9) und Mazedonien (3,2) sowie in Brasilien (3,4) aus.

Das Institut hatte in den vergangenen drei Jahren mit Hilfe von Universitäten und Nichtregierungsorganisationen Menschen in 141 Staaten gefragt, wie stark die Bürger des jeweiligen Landes wohl bereit seien, Steuern und Abgaben zu akzeptieren, um Gesundheitsversorgung, Bildung, Umweltschutz, Infrastruktur, Sozialhilfe, öffentlich-rechtliche Medien und Kultur zu finanzieren.

Die vollständigen Ergebnisse der Umfrage des Instituts sollen im März veröffentlicht werden. Aktuell sind die Durchschnittswerte aus 14 Ländern publiziert. Dort hatten nach Angaben von Studienleiter Alexander Dill insgesamt rund 16.000 Menschen einen entsprechenden Fragebogen ausgefüllt.

Laut «Bild»-Zeitung bereitet das Bundesfinanzministerium derzeit eine repräsentative Umfrage vor, um herauszufinden, ob die Menschen in Deutschland die Steuerlast angemessen finden. Außerdem wolle Finanzminister Olaf Scholz (SPD) wissen, wie zufrieden die Steuerzahler mit dem sind, was ihnen der Staat dafür bietet. FDP-Generalsekretärin Nicola Beer sagte der Deutschen Presse-Agentur, Scholz sollte sich das Geld für die Umfrage besser «sparen und es stattdessen, zusammen mit seinen jährlichen Milliarden-Haushaltsüberschüssen, endlich in eine längst überfällige Steuerentlastung stecken». Ein guter erster Schritt wäre die Streichung des Solidaritätszuschlags.

Die Forscher um den Soziologen Dill hatten von den Befragten auch wissen wollen, wie stark sie das Vertrauen einschätzen, das die Menschen in ihrem Land einander entgegenbringen. Für Deutschland ermittelten sie dabei einen Durchschnittswert von 6,3 Punkten. Österreich schnitt hier mit 6,8 noch etwas besser ab. Zum Vergleich: In Mazedonien lag der Mittelwert bei 3,1.

Die Bereitschaft, in kleine lokale Unternehmen und Genossenschaften zu investieren, ist laut Studie in Entwicklungsländern wie Bangladesch und Nepal stärker ausgeprägt als in Deutschland.

Das Basel Institute of Commons and Economics hatte sich als Partner für die UN-Nachhaltigkeitsziele registrieren lassen. Zu den 17 Zielen, die im September 2015 verabschiedet worden waren, gehören Armutsbekämpfung, Klimaschutz und verantwortungsbewusster Konsum.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 01. 2019
10:48 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Alexander Dill Bundesministerium der Finanzen Deutsche Presseagentur Dill Gesellschaftsklima Institute Mitmenschen Nicola Beer Olaf Scholz SPD Solidaritätszuschlag Steuerentlastungen Steuern und staatliche Abgaben UNO Umfragen und Befragungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Steuern

20.01.2020

Immer mehr Arbeitnehmer zahlen Spitzensteuersatz

Man muss nicht zu den Reichen zählen, um in Deutschland den Spitzensteuersatz zu zahlen. Neue Zahlen werfen die Frage auf: Belastet unser Steuersystem die Falschen? In Berlin sorgt das für eine ungewöhnliche Koalition. » mehr

Staatseinnahmen

11.05.2019

Auch Kommunen gegen Unionsprojekt der Soli-Abschaffung

Die Steuern fließen nicht mehr so stark wie erwartet. Die Union möchte deshalb die SPD-Grundrente kippen, die SPD das Unionsanliegen einer Abschaffung des Solidarzuschlags. Dabei bekommen die Sozialdemokraten jetzt Unter... » mehr

Steuerbelastung für Rentner steigt

20.11.2019

Steuerbelastung der Rentner teils deutlich gestiegen

Nur wenig Steuern auf die Rente? Das war einmal. Tatsächlich werden mittlere Renten immer höher besteuert. » mehr

Finanzminister Scholz

09.05.2019

Steuereinnahmen sprudeln weniger stark

Zum ersten Mal seit Jahren muss ein Finanzminister sagen: Die Steuern sprudeln nicht wie geplant. Im Etat von Olaf Scholz wird es knapper. Wofür ist jetzt noch Geld da? » mehr

Steuererklärung

21.11.2019

Rentner müssen immer mehr Steuern zahlen

Nur wenig Steuern auf die Altersbezüge? Das war einmal. Tatsächlich werden mittlere Renten in Deutschland immer höher besteuert. Das hat etwas mit einer Änderung aus dem Jahr 2005 zu tun. » mehr

Solidaritätszuschlag

21.08.2019

Kabinett beschließt Scholz' Soli-Pläne

Die meisten, die heute den Soli zahlen, sollen künftig verschont bleiben. Klingt gut? Von wegen, meinen Steuerzahlerbund und Wirtschaftsvertreter: Sparer und Mittelständler würden gerade nicht genügend entlastet. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Auto überschlägt sich und landet auf Dach Suhl

Unfall Suhl | 23.01.2020 Suhl
» 6 Bilder ansehen

Schulbusunfall nahe Eisenach Berka vor dem Hainich

Schulbusunglück nahe Eisenach | 23.01.2020 Berka vor dem Hainich
» 10 Bilder ansehen

Einfamilienhaus brennt in Schmalkalden Schmalkalden

Brand in Schmalkalden | 23.01.2020 Schmalkalden
» 3 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 01. 2019
10:48 Uhr



^