Lade Login-Box.
Gemeinsam handeln zum Digital-Abo
Topthemen: #GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFreies Wort hilft

Brennpunkte

Corona und Fitness - kreative Lösungen im Wohnzimmer

Bauch-Beine-Po, Yoga oder Zumba: Wer früher gern im Fitnessstudio trainierte, muss jetzt auf die eigenen vier Wände oder andere Orte umsteigen. Während Fitness-Trainer sich um ihre Existenz sorgen, brechen für App-Anbieter gute Zeiten an.



Fitnesstraining
Dany Dobner, Fitnesstrainerin, arbeitet nur noch per Videotelefonat.   Foto: Fabian Sommer/dpa

Die Sporttasche packen und ab ins Fitnessstudio - für Freizeitsportler ein gewohntes Ritual, das seit wenigen Tagen plötzlich wegfällt. Sporthallen und Fitnessstudios sind wegen Corona geschlossen.

Doch es gibt Alternativen: «Die Branche war schon ab dem ersten Tag der Zwangsschließung aktiv und versucht ihren Mitgliedern dennoch eine Leistung anzubieten - beispielsweise durch Online-Kurse, Ernährungspläne oder Gutscheine für die Zeit nach der Schließung», berichtet der Sprecher des Deutschen Sportstudio-Verbandes, Alexander Wulf.

Auch Personal Trainer versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. «Für uns ist es ein starker Einschnitt. Wenn man plötzlich nur noch ein Drittel der früheren Einnahmen hat, macht sich das deutlich bemerkbar», sagt Patricio Escher, Fitnesstrainer und Physiotherapeut aus Berlin.

Escher, der vor Corona die Kunden im eigenen Studio betreute, versucht sie jetzt per Skype zu trainieren. Doch nicht jeder sei bereit dazu, seine Squads (Übung für Beine und Po) und Crunches (Bauchmuskel-Training) ohne persönliche Anleitung von Mensch zu Mensch zu absolvieren. «Etwa 50 bis 60 Prozent der Kunden fallen aus», berichtet seine Partnerin Daniela Dobner, mit der er das Studio im Prenzlauer Berg betreibt. 

Auch für andere Kollegen sei die Situation hart. «Eine befreundete Yogalehrerin hat am Telefon geweint, weil ihr plötzlich alle Aufträge wegbrechen und sie um ihre Existenz bangt, so Escher. Man müsse deshalb jetzt nach anderen Lösungen suchen. Wie viele andere Fitness-Trainer stellen Dobner und Escher nun auch Videos online oder trainieren gemeinsam mit ihren Fans via Instagram oder auf anderen Plattformen.

Nutzer von solchen Angeboten freut das, wie zum Beispiel eine Zumba-Tänzerin aus Berlin-Kreuzberg: «Für den Teilnehmer sind es jetzt goldene Zeiten. Man kann quasi rund um die Uhr tanzen, wenn man in den sozialen Netzwerken mit Trainern in aller Welt verbunden ist», so die fitnessbegeisterte Berlinerin, die gerade mit einer Trainerin aus Madrid trainiert hat.

Das Trainieren zu Hause habe aber nicht nur Vorteile: «So viele Möglichkeiten hatte ich noch nie. Doch dafür ist man alleine», sagt die Kreuzberger Zumba-Tänzerin, die sonst das Tanzen in großen Gruppen bei lauter Musik genießt. 

Viele Trainer erhalten sich mit kostenlosen Angeboten ihre Kundschaft. Doch wie lange ist das durchzuhalten? «Wir bitten unsere Nutzer um Spenden», sagt Daniela Dobner.   

Über Online-Trainings am Ball bleiben, das sollen möglichst auch die Kunden von größeren Studio-Ketten: Bei «Mrs Sporty» beispielsweise können sich Kundinnen melden, um vor dem Bildschirm zu Hause weiter zu trainieren. Auch Fitness First bietet Workouts für Zuhause an. Die Kette McFit empfiehlt ihren Kunden die ebenfalls zur Unternehmensgruppe gehörende App «Cyberobics».

Der Anbieter aus Berlin gewährt derzeit auch allen anderen Trainierwilligen einen kostenlosen Zugang zu der App: «Wir glauben daran, dass es gerade in Extremsituationen wichtig ist, sich ein Stück Normalität zu bewahren und etwas für sich zu tun», erklärt Geschäftsführer Oliver Schulokat. 

Bei «Cyberobics» können sich die Kunden auch bei Live-Kursen zuschalten. «Hier sind die Einschaltquoten jetzt sehr stark gestiegen», berichtet Patricio Escher, der auch für dieses Unternehmen arbeitet. Eine deutlich erhöhte Nachfrage registriert auch die Plattform «IAMSTRONGER Hero Club»: «Seit dem 15. März - also exakt seit der Schließung der Fitness-Studios in Deutschland - haben wir täglich über hundert neue Anmeldungen», berichtet PR Managerin Elisa Brunke.  

«Als Konkurrenz betrachten wir die Fitness-Apps nicht, gerade in der jetzigen Situation», sagt Alexander Wulf vom Sportstudio-Verband DSSV. Sie böten eine willkommene Alternative, um sich auch in dieser Zeit fit zu halten und möglichst gesund zu bleiben. 

Ganz auf Sport zu verzichten ist aus Sicht des Sportpsychologen Jens Kleinert nämlich keine Option: «Man weiß aus vielen Studien, dass Sport und Bewegung einen positiven Einfluss auf Stimmung und körperliches Wohlbefinden haben.» Gerade in unsicheren Zeiten wie jetzt, in denen viele Menschen unter Stimmungsschwankungen litten, spiele die Bewegung eine wichtige Rolle, so der Professor von der Deutschen Sporthochschule in Köln.

Es müsse auch nicht immer unbedingt ein Workout zu Hause sein. «Noch dürfen wir ja auch an die frische Luft gehen - zum Spazieren oder Joggen.» Wichtig sei es, sich einfach regelmäßig zu bewegen. 

Veröffentlicht am:
23. 03. 2020
10:56 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Deutsche Sporthochschule Köln Fitness Fitness-Studios Fitnesstrainer Kunden Managerinnen und Manager McFit Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten Professoren Sporthochschulen Yoga Yogalehrer
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Heinrich-Braun-Klinikum

07.05.2020

Corona-Ausbruch in Zwickauer Klinik - zwei Patienten gestorben

Am Heinrich-Braun-Klinikum (HBK) in Zwickau sind nach einem Ausbruch des Coronavirus 16 Menschen erkrankt und zwei von ihnen gestorben. » mehr

Sommerurlaub

13.05.2020

Sommerurlaub ade? EU-Kommission präsentiert Vorschläge

Seit rund zwei Monaten ist das Reisen in der EU nur noch sehr begrenzt möglich. Nun sollten die Reise-Einschränkungen ganz vorsichtig gelockert werden, empfiehlt die EU-Kommission. Heute präsentiert sie ihre Vorschläge. » mehr

Südtirol

12.05.2020

EU-Kommission: Grenzen vorsichtig für Sommerurlaub öffnen

Freies Reisen, Urlaub am Mittelmeer - davon können Europäer derzeit nur träumen. Damit auf dem Weg aus den Corona-Einschränkungen kein Chaos entsteht, dringt die EU-Kommission auf gemeinsame Standards. So soll auch der S... » mehr

Indien

08.05.2020

Corona global: Wie ein Virus die Welt verändert

Wo bereitet das Coronavirus gerade die größten Probleme? Wo beginnt die Rückkehr in die Normalität? Und welche Hilfen gibt es für die betroffenen Menschen? Diesen Fragen sind Korrespondenten der dpa in aller Welt nachgeg... » mehr

Steinmeier

11.04.2020

Gesundheitsministerium plant Hilfen für Zahnärzte

Viele Menschen gehen nicht gern zum Zahnarzt. In Corona-Zeiten bleiben jedoch immer mehr den Medizinern fern, denen die Einnahmen wegbrechen. Der Bundespräsident hingegen beschreitet neue Wege. » mehr

Markus Söder

06.05.2020

Corona-Regeln werden gelockert - alle Läden dürfen öffnen

Einige Länder sind vorgeprescht, nun sollen im ganzen Land die Regeln in der Corona-Krise weiter gelockert werden. Aber was, wenn sich zu viele Menschen neu anstecken? Dafür einigten sich Bund und Länder auf eine Art Not... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall Waldau 06.06.2020 Schleusingen

Unfall Waldau | 06.06.2020 Schleusingen
» 7 Bilder ansehen

Unfall A71 Meiningen

Unfall A71 Meiningen |
» 6 Bilder ansehen

Auto-Party in Meiningen

Party im Autokino Meiningen | 30.05.2020 Meiningen
» 60 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
23. 03. 2020
10:56 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.