Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagt#GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-Hilfsbörse

Brennpunkte

Corona: «Schreckliche Auswirkungen» für manche Kinder

Eine Kinderchirurgin an der Charité lenkt den Blick auf die Sorge um Kinder, die zu Hause Gewalt und Missbrauch erfahren. Pflichtuntersuchungen bei den Kleinsten fielen aktuell oftmals aus. Dabei seien Ärzte in manchen Fällen der einzige Kontakt nach draußen.



Mädchen
Kinderchirurgin Susanne von der Heydt von der Charité sorgt sich besonders um Kinder, die zu Hause Gewalt und Missbrauch erfahren (Symbol).   Foto: picture alliance / Nicolas Armer/dpa

Die Aussetzung planbarer Operationen und Behandlungen in der Corona-Krise kann laut einer Ärztin «schreckliche Auswirkungen» auf einige Kinder haben.

«Der Schaden durch Dinge, die man übersieht, kann enorm sein», sagte Susanne von der Heydt, Kinderchirurgin an der Charité in Berlin. «Man hätte kurzfristiger von heute auf morgen reagieren können, anstatt alles weit im Voraus abzusagen», sagte von der Heydt. Für die Patienten hätte das einen großen Unterschied gemacht.

Besonders um Kinder, die zu Hause Gewalt und Missbrauch erfahren, sorge sie sich. Von der Heydt ist auch Mitglied der Kinderschutzgruppe der Charité. Die Pflichtuntersuchungen bei Kindern und Babys fielen aktuell oftmals aus, «und es fehlen in der aktuellen Situation freie Kapazitäten bei Gesundheits- und Jugendämtern, dem nachzugehen». Ärzte seien in manchen Fällen bei ganz jungen Kindern der einzige Kontakt nach draußen. Durch aufgeschobene Vorsorgeuntersuchungen könnten zudem Impflücken entstehen. Durch die Schließung von Schulen, Kitas und Betreuungseinrichtungen falle zusätzlich der «fürsorgliche und schützende Blick von außen weg».

Weil eine Spezialsprechstunde ausfalle, bekomme sie besorgte Nachrichten von Eltern zum Beispiel wegen wachsender Gefäßtumore an den Körpern ihrer Kinder. «Die sind meist gutartig, metastasieren nicht und sind auch nicht tödlich. Aber sie wachsen eben im ersten Lebensjahr sehr schnell.» Je nach dem, wo der Tumor sitzt, könne er aber irreversible Folgeschäden auslösen. Darum sei die regelmäßige Kontrolle wichtig.

Mitte März hatten Bund und Länder Kliniken dazu aufgefordert, planbare Operationen und Aufnahmen auszusetzen. Kürzlich sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Krankenhäuser sollten nun «schrittweise in eine neue Normalität» kommen, in der auch planbare Operationen wieder stattfinden.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 04. 2020
14:36 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundesgesundheitsminister CDU Jens Spahn Kinder und Jugendliche Krankenhäuser und Kliniken Patienten Säuglinge und Kleinkinder Tumor-Krankheiten Vorsorgeuntersuchungen Ärzte
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Intensivstation

22.06.2020

Ärzte für Krisen-Puffer bei Kliniken-Kapazitäten

Die Krankenhäuser haben die Corona-Krise bisher bewältigen können - auch dank frei gehaltener Betten. Das hat sich in den Augen der Ärzte bewährt. Handlungsbedarf sehen sie bei anderen wichtigen Fragen. » mehr

Jens Spahn

28.04.2020

Spahn: Weniger Klinikbetten für Corona-Patienten reservieren

Die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland ist zurzeit unter Kontrolle. Doch seit Mitte März müssen Tausende Patienten, etwa mit Tumoren oder kaputten Hüftgelenken, auf OPs warten, weil Intensivbetten freigehalten we... » mehr

Intensivbett-Zimmer

30.04.2020

Kliniken sollen weniger Intensivbetten frei halten

Für den Kampf gegen das Coronavirus blieben in den Krankenhäusern zur Sicherheit Betten leer, Operationen wurden verschoben. Nun soll die normale Versorgung aber wieder allmählich hochgefahren werden. » mehr

Zahnarzt

11.04.2020

Gesundheitsministerium plant Hilfen für Zahnärzte

Viele Menschen gehen nicht gern zum Zahnarzt. In Corona-Zeiten bleiben jedoch immer mehr den Medizinern fern, denen die Einnahmen wegbrechen. Der Bundespräsident hingegen beschreitet neue Wege. » mehr

Jens Spahn

26.03.2020

Spahn sieht «Ruhe vor dem Sturm»

Der Bevölkerung wird viel zugemutet, um das Coronavirus in Schach zu halten. Die allermeisten finden die weitreichenden Kontaktsperren sinnvoll. Gesundheitsminister Spahn schwört auf weitere Anstrengungen ein. » mehr

Kliniken rüsten sich für Ansturm

21.03.2020

Streit um Milliardenhilfe für Kliniken

Was brauchen die Kliniken in der Coronavirus-Krise? Der Gesundheitsminister wollte rund drei Milliarden Euro zusätzlich geben - und löste einen Proteststurm bei den Krankenhäusern aus. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Motorradunfall Linden

Motorradunfall Linden | 10.07.2020 Linden
» 7 Bilder ansehen

Verkehrsunfall Oberhof Oberhof

Unfall Oberhof | Oberhof
» 6 Bilder ansehen

Verkehrsunfall Hildburghausen Hildburghausen

Verkehrsunfall Hildburghausen | 07.07.2020 Hildburghausen
» 11 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 04. 2020
14:36 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.