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Corona-Odyssee von Kreuzfahrtschiff: Trump schaltet sich ein

Das Kreuzfahrtschiff «Zaandam» mit Corona-Infizierten an Bord nimmt weiter Kurs auf Florida - obwohl der Gouverneur es dort nicht haben möchte. Jetzt hat sich US-Präsident Trump eingeschaltet. Eine Lösung gibt es trotzdem noch nicht.



Kreuzfahrtschiff
«Es sind schon vier Gäste gestorben und ich befürchte, dass weitere Menschenleben auf dem Spiel stehen», schreibt der Präsident der Reederei Holland America Line auf der Internetseite des Unternehmens.   Foto: Arnulfo Franco/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump hat sich in das Hin und Her um das Kreuzfahrtschiff «Zaandam» mit mehreren Corona-Infizierten an Bord eingeschaltet.

Trump telefonierte mit Floridas Gouverneur Ron DeSantis, der verhindern will, dass die «Zaandam» und ihr Schwesterschiff «Rotterdam» in den Hafen von Fort Lauderdale im Süden des Bundesstaats einlaufen. Auf den beiden Schiffen befinden sich zusammen rund 2500 Passagiere und Besatzungsmitglieder.

Ein Ende der Odyssee der «Zaandam» zeichnete sich allerdings auch nach dem Telefonat nicht ab. Es werde hoffentlich eine Lösung geben, sagte DeSantis bei einer Pressekonferenz. Der Gouverneur argumentierte erneut, er wolle die Ressourcen zur Bekämpfung des Coronavirus für die eigene Bevölkerung nutzen.

Trump hatte am Dienstagabend (Ortszeit) mit Blick auf die «Zaandam» gesagt: «Ich werde tun, was das Richtige ist - nicht nur für uns, sondern für die Menschlichkeit.» Er fügte hinzu: «Es gibt Menschen, die auf dem Schiff sterben oder zumindest sehr krank sind.»

Vier Menschen sind auf der «Zaandam» seit dem Start der Kreuzfahrt in Buenos Aires Anfang März bereits gestorben. Bei zwei Toten, darunter ein Brite, sei die Covid-19-Lungenkrankheit nachgewiesen worden, zitierte die britische Nachrichtenagentur PA am Mittwoch einen Sprecher der Reederei. Insgesamt seien inzwischen neun Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Der Präsident der Reederei Holland America Line, Orlando Ashford, hatte am Montag mit Blick auf die Corona-Fälle an Bord vor weiteren Todesfällen gewarnt: «Es sind schon vier Gäste gestorben, und ich befürchte, dass weitere Menschenleben auf dem Spiel stehen.» Zuletzt sprach die Reederei von 193 Menschen mit Grippe-Symptomen auf der «Zaandam».

Auf dem Schiff waren ursprünglich 79 Deutsche - die meisten sind inzwischen auf die «Rotterdam» gewechselt, auf der es keine Infizierten geben soll. Beide Schiffe nehmen weiter Kurs auf Florida. Sie wurden für frühestens Mittwochabend (Ortszeit) dort erwartet.

Maximilian Jo, dessen Eltern auf der «Zaandam» sind, sagte dem US-Sender Fox News, sein Vater habe seit einigen Tagen Fieber. Alle Menschen an Bord hätten mit der Situation zu kämpfen. «Wir müssen sie so bald wie möglich an Land bringen.» Jo rief die US-Behörden dazu auf, die beiden Schiffe in Florida anlegen zu lassen. «Jetzt stoßen wir an unseren eigenen Küsten auf Widerstand», sagte er. «Das ist wirklich herzzerreißend.»

Eine ähnliche Odyssee war am Wochenende in Australien zu einem guten Ende gekommen. Die «Artania», bekannt aus der ARD-Dokuserie «Verrückt nach Meer», konnte in den Hafen von Freemantle einlaufen und der Großteil der mehr als 800 Passagiere am Sonntag nach Deutschland ausgeflogen werden. Nun dringen die australischen Behörden auf eine rasche Abreise des Luxusliners. Der Regierungschef des Bundesstaates Westaustralien, Mark McGowan, will verhindern, dass die «Artania» andere Schiffe anzieht. «Ich habe den australischen Grenzschutz angewiesen, das Schiff auf den Weg zu bringen», sagte er.

Immer noch vor der australischen Küste befindet sich auch das Kreuzfahrtschiff «Magnifica» mit etwa 360 Deutschen an Bord. Wie viele weitere Kreuzfahrtschiffe insgesamt weltweit noch unterwegs sind, ist nicht bekannt. Aber alleine von der Holland America Line sind es nach Angaben der Reederei noch etwa ein Dutzend mit insgesamt 9000 Passagieren.

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dpa

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Veröffentlicht am:
01. 04. 2020
20:27 Uhr

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