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Bundeswehr fliegt erkrankte Italiener nach Deutschland

In Norditalien fehlt es an Intensivbetten und Beatmungsgeräten. Hier will Deutschland helfen. Doch auch die Bundeswehr kann mit ihrem Airbus nur sechs beatmete Patienten auf einmal verlegen. Daher stehen in den nächsten Tagen wohl weitere Flüge an.



Fliegende Intensivstation
Wegen der dramatischen Notlage norditalienischer Krankenhäuser in der Coronavirus-Krise fliegt die Luftwaffe Patienten nach Deutschland aus.   Foto: Kevin Schrief/Luftwaffe/dpa » zu den Bildern

Wegen der dramatischen Notlage norditalienischer Krankenhäuser in der Corona-Krise bringt die Bundeswehr Patienten zur Behandlung nach Deutschland.

Der Airbus A310 MedEvac, die fliegende Intensivstation der Luftwaffe, flog von Köln nach Bergamo, um Patienten zur Intensivbehandlung nach Nordrhein-Westfalen zu bringen. Die Maschine kehrte am Mittag mit sechs schwer erkrankten Italienern an Bord nach Köln zurück, wie ein Sprecher der Luftwaffe der Deutschen Presse-Agentur sagte.

«In Zeiten größter Not ist es selbstverständlich, dass wir unseren Freunden zur Seite stehen», sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zu dem Einsatz. «Deshalb holen wir mit unserer fliegenden Intensivstation der Luftwaffe jetzt Schwerstkranke aus Italien zur Behandlung nach Deutschland. Das ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Europa muss zusammenhalten.»

Die sechs Patienten wurden zur Behandlung in zivile Krankenhäuser gebracht. Nach Angaben der NRW-Staatskanzlei sollten jeweils zwei Erkrankte im Katholischen Klinikum Bochum sowie in den Uni-Kliniken Köln und Bonn weiterbehandelt werden. Die schwerkranken Menschen stammten aus den besonders betroffenen Regionen Lombardei und Piemont.

Die Luftwaffe bezeichnet den MedEvac-Airbus als «wichtiges Glied in der Rettungskette zur medizinischen Evakuierung schwer und schwerst verletzter Personen über große Distanzen». An Bord sind bis zu sechs Plätze für intensivmedizinische Behandlung. Zudem gibt es 38 weitere Liegeplätze, wobei für 16 Patienten eine verstärkte medizinische Überwachung mit Monitoren möglich ist. Damit können 44 Patienten liegend transportiert werden.

Die medizinische Besatzung kann bis zu 25 Menschen zählen. Die Luftwaffe hält auf dem Flughafen Köln-Wahn immer einen MedEvac-Airbus in 24-Stunden-Bereitschaft.

Die Bundeswehr war vom italienischen Zivilschutz um Amtshilfe gebeten worden, weil die eigenen Kapazitäten zur Verlegung der Patienten ins Ausland nicht ausreichten. Die italienische MedEvac-Maschine habe nur zwei Plätze für Patienten, die auf Beatmung angewiesen sind, sagte ein Parlamentarier, der an der Organisation der Hilfsaktion beteiligt war. In den vergangenen Tagen waren sechs Patienten mit drei Flügen von der italienischen Luftwaffe nach Sachsen gebracht worden. Nach Angaben des Bundestagsabgeordneten Marian Wendt (CDU) haben unter anderem auch Hamburg, Bayern, Berlin und Brandenburg Intensivplätze angeboten.

Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, bislang seien - auch mit Unterstützung der deutschen Botschaft in Rom - 73 Krankenhausplätze für italienische Patienten in acht Bundesländern vermittelt worden. Zudem würden bereits 30 französische Patienten in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen behandelt, mindestens 50 Behandlungsplätze seien Frankreich angeboten worden. Auch Berlin nimmt sechs schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich auf. Sie sollen an diesem Samstag in die Charité kommen, wie eine Sprecherin des Senats mitteilte. Auch waren nach Angaben der NRW-Staatskanzlei zwei Patienten aus dem französischen Metz in die Uni-Klinik Essen geflogen worden.

Die angesichts der hohen Infektionszahlen stark überlasteten Kliniken in Norditalien wählten für die Behandlung in Deutschland ausschließlich Patienten aus, die auf Beatmung angewiesen aber transportfähig seien, sagte Wendt. Einfacher sei die Übernahme von Patienten aus Frankreich, wo für den Transport Hubschrauber und Krankenwagen eingesetzt werden könnten.

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dpa

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Veröffentlicht am:
28. 03. 2020
16:38 Uhr

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28. 03. 2020
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