Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagt#GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-Hilfsbörse

Brennpunkte

Brasilien: Schlagabtausch zwischen Lula und Bolsonaro

Er galt als Lichtgestalt der Linken - dann warfen Korruptionsvorwürfe einen Schatten auf sein politisches Erbe. Sein Berufungsverfahren darf Ex-Präsident Lula nun in Freiheit abwarten - und die nutzt er sofort und mit unverhohlener Angriffslust.



Ex-Präsident Lula
Angriffslustig: Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bei einer Kundgebung am Hauptsitz der Metallarbeiter-Gewerkschaft.   Foto: Leo Correa/AP/dpa » zu den Bildern

Einen Tag nach seiner Entlassung aus der Haft hat Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva in einer Rede den aktuellen Staatschef Jair Bolsonaro scharf kritisiert.

Dieser sei gewählt worden, um für das Volk zu regieren, nicht für die Milizen in Rio de Janeiro, sagte Lula am Samstag vor einer jubelnden Menge am Rande von São Paulo, wie im brasilianischen Fernsehen zu sehen war. Neben Lula befanden sich mehrere Führungspersonen seiner Arbeiterpartei.

Mit Milizen sind paramilitärische Verbrechersyndikate gemeint, die nach Einschätzung von Ermittlern etwa 25 Prozent des Stadtgebiets von Rio kontrollieren. Es hatte zuletzt Spekulationen über mögliche Verbindungen von Bolsonaros Familie zu den Milizen gegeben.

Lula wetterte auch gegen mehrere Mitglieder aus Bolsonaros Kabinett, darunter der frühere Richter und heutige Justizminister Sérgio Moro. Dieser hatte als Untersuchungsrichter die Ermittlungen um den großen Korruptionsskandal «Operação Lava Jato» (Operation Autowäsche) maßgeblich vorangetrieben und Lula verurteilt. Er habe entschieden, sich der Haft zu stellen, statt das Land zu verlassen, sagte Lula. «Weil ich beweisen muss, dass Richter Moro kein Richter war. Er war ein Schurke, der über mich urteilte.»

Bolsonaro erwähnte seinerseits Lula in einem Twitter-Eintrag. «Gib dem Gauner, der momentan frei ist, aber voller Schuldgefühle, keine Munition», schrieb der rechte Präsident.

Nach 580 Tagen hinter Gittern hatte der 74-jährige Lula am Freitag das Polizeipräsidium der südlichen Stadt Curitiba verlassen, wo er seit April 2018 eine achtjährige Haftstrafe wegen Korruption verbüßte. Ein Richter hatte seine vorläufige Freilassung angeordnet, nachdem der Oberste Gerichtshof entschieden hatte, dass in erster und zweiter Instanz verurteilte Straftäter bis zur Ausschöpfung aller möglichen Rechtsmittel auf freiem Fuß bleiben dürfen.

Lula soll von dem Bauunternehmen OAS die Renovierung eines Luxus-Appartements im Küstenort Guarujá angenommen haben und der Firma im Gegenzug Aufträge des halbstaatlichen Ölkonzerns Petrobras in Aussicht gestellt haben. Der linke Ex-Staatschef dementiert die Anschuldigungen und spricht von einer Verschwörung gegen ihn.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 11. 2019
12:28 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeiterparteien Bauunternehmen Ermittlerinnen und Ermittler Ermittlungsrichterinnen und Ermittlungsrichter Gerichte (Recht) Jair Bolsonaro Justizminister Korruptions-Affären Korruptionsvorwürfe Luiz Inácio Lula da Silva Mineralölkonzerne Petrobras Regierungschefs
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Brasilianischer Justizminister tritt zurück

24.04.2020

Brasiliens Justizminister geht im Streit mit Bolsonaro

Als Jair Bolsonaro kurz nach seiner Wahl den prominenten Untersuchungsrichter Sergio Moro als Justizminister in sein Kabinett holte, galt dies als Coup. Doch nun wirft Moro Bolsonaro vor, Einfluss auf die Bundespolizei z... » mehr

Brasilianisches Gericht macht Weg für Freilassung von Lula frei

09.11.2019

«Lula ist frei»: Brasiliens Ex-Präsident aus Haft entlassen

Er galt als Lichtgestalt der Linken - dann warfen Korruptionsvorwürfe einen Schatten auf sein politisches Erbe. Sein Berufungsverfahren darf der frühere Staatschef nun in Freiheit abwarten - einen Freispruch bedeutet sei... » mehr

Coronavirus - Brasilien

25.04.2020

Nach Justizminister-Rücktritt: Bolsonaro verteidigt sich

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro verteidigt sich nach dem Rücktritt des beliebten Justizministers Sergio Moro. Er habe sich nie in irgendwelche Ermittlungen der Bundespolizei eingemischt. » mehr

Haftstrafe für Brasiliens Ex-Präsidenten Lula auf 17 Jahre erhöht

28.11.2019

Haftstrafe für Brasiliens Ex-Präsidenten Lula erhöht

Ein brasilianisches Berufungsgericht hat eine Verurteilung des früheren Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva bestätigt und seine Freiheitsstrafe auf 17 Jahre verlängert. » mehr

Bolsonaro

28.04.2020

Oberstes Gericht erlaubt Untersuchung gegen Bolsonaro

Wegen des Verdachts politischer Einflussnahme auf die Bundespolizei hat das Oberste Bundesgericht Brasiliens die Eröffnung eines Verfahrens gegen Präsident Jair Bolsonaro genehmigt. » mehr

Bolsonaro

20.04.2020

Regierungsanhänger in Brasilien fordern Militärintervention

Präsident Bolsonaro wettert seit Tagen gegen Gouverneure, die gegen die Ausbreitung des Coronavirus vorgehen. Fans des Ex-Militärs sehnen einen Staatsstreich herbei - und der Präsident beehrt die radikalen Basis mit eine... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall Motorrad Waffenrod Waffenrod

Motorradunfall Waffenrod | 13.07.2020 Waffenrod
» 6 Bilder ansehen

Bad Salzungen

Gesuchte Männer | 13.07.2020 Bad Salzungen
» 5 Bilder ansehen

city skyliner weimar Weimar

City Skyliner in Weimar | 12.07.2020 Weimar
» 12 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 11. 2019
12:28 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.