Lade Login-Box.
Corona Newsletter
Topthemen: Coronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFreies Wort hilftFolgen Sie uns auf Instagram

Brennpunkte

Beschuldigte im Augsburger Tötungsfall wieder in U-Haft

Der tödliche Angriff auf einen Fußgänger in Augsburg hat bundesweit für Aufsehen gesorgt. Sechs von sieben Verdächtigen kamen in U-Haft, später dann auf freien Fuß. Nun hat eine höhere gerichtliche Instanz die Entscheidung gekippt und will weiter ermitteln lassen.



Trauer am Königsplatz
Zur Erinnerung an das Opfer zündet ein Feuerwehrmann am Königsplatz in Augsburg eine Kerze an.   Foto: Stefan Puchner/dpa/Archiv

Im Fall des getöteten 49-Jährigen in Augsburg sind alle sieben Verdächtigen wieder in Untersuchungshaft. Das Oberlandesgericht (OLG) München sieht einem Verteidiger zufolge bei den sechs vor kurzem freigelassenen Verdächtigen doch Flucht- und Verdunklungsgefahr.

Daher habe es die ursprünglichen Haftbefehle wegen Beihilfe zum Totschlag wieder in Kraft gesetzt, sagte Anwalt Michael Menzel am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

Das OLG wolle wissen, wie eng der Zusammenhalt zwischen den Jugendlichen und jungen Männern gewesen sei und ob es doch eine Gruppendynamik gegeben habe, erläuterte Menzel. Dafür wolle es die weiteren Ermittlungen abwarten. Beim OLG war am Samstag zunächst niemand für Nachfragen erreichbar.

Die sechs Beschuldigten waren am Nikolaustag auf dem Augsburger Königsplatz, als ein Siebter aus der Gruppe den 49-Jährigen mit einem Schlag getötet haben soll. Der 17-Jährige, der die deutsche, türkische und libanesische Staatsbürgerschaft hat, sitzt weiterhin wegen Totschlags in U-Haft. Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, auch weil das Opfer bei der Berufsfeuerwehr gewesen war.

Die sechs wegen Beihilfe zum Totschlag Beschuldigten waren am Montag aus der U-Haft gekommen. Die Jugendkammer des Landgerichts hatte für sie keinen dringenden Tatverdacht im Fall des 49-Jährigen gesehen. Ein gemeinschaftliches Umzingeln des Opfers gab es demnach nicht. «Hinsichtlich der Beschuldigten, die sich weiter entfernt vom Tatgeschehen aufhielten, zum Teil diesem sogar den Rücken zukehrten, fehlte es nach den Ausführungen des Gerichts schon an einer objektiven Beihilfehandlung», hieß es in einer Mitteilung. Auch sah die Kammer die möglichen Haftgründe Fluchtgefahr und Verdunkelungsgefahr als nicht gegeben an.

Diese Entscheidung hat das OLG München revidiert. Menzel, dessen Kanzlei vier der Sieben vertritt, sagte, die Polizei habe einige der Betroffenen am Freitagabend festgenommen. Andere, die nicht zu Hause waren, hätten sich auch selbst bei der Polizei gemeldet. Ein weiterer Verteidiger kündigte an, Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe prüfen zu wollen. Ein Sprecher der Augsburger Staatsanwaltschaft sagte der dpa, seine Behörde wolle erst am Montag Stellung zu den aktuellen Entwicklungen nehmen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
28. 12. 2019
13:11 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Angeklagte Bundesverfassungsgericht Deutsche Presseagentur Festnahmen Haftbefehle Landgericht Augsburg Oberlandesgericht München Oberlandesgerichte Polizei Staatsanwaltschaft Tatverdacht Untersuchungshaft Öffentliche Behörden
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Trauer

25.03.2020

«Ich bringe dich um, wenn du mich betrügst»

Eine Frau wird auf der Straße angezündet und mit 25 Messerstichen getötet. Ihre zu Hilfe eilende Kollegin wird ebenfalls tödlich verletzt. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht. » mehr

Gezi-Aktivisten

19.02.2020

Nach Kavala-Freispruch in Türkei: Ermittlung gegen Richter

Neue Wendung im Kavala-Prozess: Nach den Freisprüchen werden nun die zuständigen Richter von anderen Juristen überprüft. Der freigesprochene Intellektuelle Kavala sitzt schon wieder in U-Haft - die Empörung ist groß. » mehr

Enver Altayli

22.01.2020

Fall Altayli: Anklage nach über zwei Jahren U-Haft in Türkei

Lange saß der deutsch-türkische Autor und Ex-Geheimdienstmitarbeiter Enver Altayli in türkischer Einzelhaft - ohne dass ganz klar war, was ihm überhaupt vorgeworfen wird. Nun liegt eine Anklageschrift vor. Kommt der Fall... » mehr

Carles Puigdemont

14.10.2019

Lange Haft für Kataloniens Separatistenführer

Vor zwei Jahren stimmten die Katalanen trotz eines Justizverbots über eine Abspaltung ihrer Region von Spanien ab. Nun ist klar: Der Großteil der separatistischen Führungsriege muss wegen «Aufruhrs» viele Jahre ins Gefän... » mehr

Auto fährt in Karnevalszug

Aktualisiert am 25.02.2020

Versuchter Mord: Verdächtiger von Volkmarsen in U-Haft

Der Verdächtige habe sein Auto «bewusst in Tötungsabsicht in eine größere Personengruppe gesteuert», sagen die Ermittler. Bei einem Gottesdienst versuchen die Menschen in Volkmarsen, das Geschehene vom Rosenmontag zu ver... » mehr

Karlsruhe

15.02.2020

Rechte Terrorzelle: Alle zwölf Verdächtigen in U-Haft

Noch ist wenig bekannt über die Anschlagspläne einer mutmaßlichen rechten Terrorzelle. Aber die Ermittler scheinen mit ihren Razzien und einem Dutzend Festnahmen ins Schwarze getroffen zu haben: Die Verdachtsmomente reic... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Sperrung vor Neustadt am Rennsteig Neustadt am Rennsteig

Sperrung Neustadt am Rennsteig | 23.03.2020 Neustadt am Rennsteig
» 4 Bilder ansehen

Brand in Katzhütte Katzhütte

Brand Katzhütte | 23.03.2020 Katzhütte
» 4 Bilder ansehen

inbound3887575027251749210

#Ichbleibdaheim |
» 8 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
28. 12. 2019
13:11 Uhr



^