Lade Login-Box.
Topthemen: Gebietsreform: Das ändert sich in SüdthüringenMobilität und EnergieFußball-Tabellen

Brennpunkte

Bericht: Nordkorea überdenkt Atomgespräche mit den USA

Nach dem Scheitern des zweiten Gipfels zwischen den USA und Nordkorea gibt es die Befürchtung, die Spannungen im Streit über das nordkoreanische Atomprogramm könnten wieder zunehmen. Jetzt befeuert eine Regierungsvertreterin Pjöngjangs die Sorgen.



Kim Jong Un
Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un neben einem Sprengkopf: Nach Ansicht von Experten hat Pjöngjang bislang nicht wesentlich abgerüstet.   Foto: KCNA via KNS » zu den Bildern

Nach dem gescheiterten Gipfeltreffen mit den USA vor zwei Wochen stellt Nordkoreas Führung weitere Verhandlungen über ihr Atomwaffenprogramm infrage.

Ihr Land habe nicht die Absicht, vor den Forderungen der USA, die diese beim Gipfel in Hanoi vorgebracht hätten, einzuknicken, sagte Vize-Außenministerin Choe Son Hui laut der russischen Agentur Tass am Freitag in Pjöngjang. Auch sei ihre Regierung nicht bereit, «die Verhandlungen in dieser Art fortzusetzen». Machthaber Kim Jong Un wolle bald eine offizielle Erklärung zu seinem künftigen Kurs abgeben.

Trotz der scharfen Töne zeigte sich US-Außenminister Mike Pompeo aber optimistisch, dass die Gespräche weitergehen werden. Er bleibe zuversichtlich, dass die US-Regierung die Verhandlungen mit Nordkorea fortsetzen könne, sagte Pompeo in Washington. Kim Jong Un habe versprochen, die Atomtests nicht wieder aufzunehmen. Die USA erwarteten, dass Kim dieser Verpflichtung nachkomme.

Der Gipfel zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump in Vietnam Ende Februar war überraschend ohne Absichtserklärung zu Ende gegangen. Beide Seiten kamen sich in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung Nordkoreas und den Gegenleistungen der USA nicht näher.

In Südkorea schlossen Beobachter nicht aus, dass die weitgehend isolierte Führung Nordkoreas den Druck auf Washington erhöhen wolle. Das Büro des südkoreanischen Präsident Moon Jae In reagierte auf die Berichte zurückhaltend. Die Absicht Nordkoreas sei unklar. «Unter allen Umständen wird sich unsere Regierung weiter für die Wiederaufnahme der Gespräche zwischen Nordkorea und den USA einsetzen.»

Choe Son Hui machte dem Bericht zufolge die USA für den ergebnislosen Ausgang des zweiten direkten Treffens zwischen Kim und US-Präsident Trump verantwortlich. Der US-Regierung warf sie vor, sie sei «mit ihren eigenen politischen Interessen zu beschäftigt gewesen». Sie habe nicht die wirkliche Absicht gehabt, ein Ergebnis zu erzielen. Die Vize-Außenministerin erwähnte dabei explizit Pompeo und den nationalen Sicherheitsberater John Bolton. Sie warf ihnen vor, eine feindselige und von Misstrauen geprägte Atmosphäre geschaffen zu haben.

Pompeo wies diesen Vorwurf zurück. Er spielte aber zugleich Befürchtungen herunter, dass dies weitere Verhandlungen erschweren könne. Es sei nicht das erste Mal, dass er von der nordkoreanischen Seite attackiert worden sei, sagte Pompeo. Auch beim letzten Mal habe das den Gesprächen nicht geschadet.

Noch in Hanoi hatten sich beide Seiten gegenseitig über die Gründe für das Scheitern des Gipfels widersprochen. Trump sagte, Nordkorea habe die Aufhebung aller Sanktionen verlangt, die geplanten Abrüstungsschritte seien nicht weit genug gegangen. Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho erwiderte, sein Land habe nur eine teilweise Aufhebung der Sanktionen gefordert.

Ein Mitarbeiter des US-Außenministeriums stellte später klar, dass die Nordkoreaner eine Aufhebung aller Sanktionen gefordert hätten, die die «zivile Wirtschaft und den Lebensunterhalt der Menschen» beeinträchtigten. Sanktionen auf Waffen seien aber von der Forderung ausgeschlossen gewesen.

Trotz des Scheiterns hatte Trump von «sehr substanziellen Gesprächen mit Kim Jong Un» gesprochen. Kim hatte beim ersten Gipfel mit Trump im vergangenen Juni in Singapur seine Absicht zur «kompletten Denuklearisierung» betont. Es fehlten aber konkrete Zusagen, bis wann das Land sein Atomwaffenarsenal abschaffen will.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 03. 2019
16:55 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Atomabrüstung Atomwaffenprogramme Atomwaffentests Berichte Donald Trump Kim Chongun Mike Pompeo Moon Jae In Nordkoreanische Außenminister Spannungen US-Außenministerium US-Regierung Verhandlungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Kim Jong Un

04.05.2019

Südkorea wirft Nordkorea neue Waffentests vor

Nordkorea äußert schon länger seinen Unmut über die Weigerung der USA, Sanktionen gegen Pjöngjang zu lockern. Jetzt lässt Machthaber Kim mit neuen Waffenübungen militärische Stärke demonstrieren. Die Aufregung im Süden i... » mehr

Kim Jong Un

18.04.2019

Nordkorea reizt Trump: Atomgespräche mit USA nur ohne Pompeo

Mit einer Provokation macht Nordkorea sich über die festgefahrenen Atomverhandlungen mit den USA Luft. Pjöngjang geht auf US-Außenminister Pompeo los. Auch für einen Waffentest scheint es eine einleuchtende Erklärung zu ... » mehr

Kim Jong Un

01.01.2019

Kim Jong Un droht mit Abkehr vom Annäherungskurs

Pjöngjang und Washington ringen um gegenseitige Zugeständnisse im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm. Machthaber Kim Jong Un nutzt seine Neujahrsrede, um Druck auf seine Verhandlungspartner auszuüben. » mehr

Trump und Kim in Hanoi

29.06.2019

Trump lädt Nordkoreas Machthaber Kim zu Spontan-Treffen ein

Finden Trump und Kim schon an diesem Wochenende zueinander? Nordkorea reagiert ungewöhnlich schnell auf eine indirekte Einladung Trumps zu einem «spontanen» Treffen. Doch bleibt vieles unklar. » mehr

Vorbereitung

23.04.2019

Kremlchef Putin will mit Kim über Atomprogramm reden

Zwischen Nordkorea und den USA knirscht es und die erst im vergangenen Jahr wieder aufgenommenen Gespräche stocken. Nun redet der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un mit Kremlchef Putin. Was ist davon zu erwarten? » mehr

Xi Jinping und Kim Jong Un

21.06.2019

Nordkorea und China demonstrieren Nähe

Längere Zeit waren die Beziehungen zwischen Nordkorea und China wegen des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms merklich abgekühlt. Seit dem vergangenen Jahr gibt es wieder eine stärkere Annäherung. Das unterstreicht auch... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

MDR Jump Dance Night Meiningen

MDR Jump Dance Night | 15.07.2019 Meiningen
» 80 Bilder ansehen

12. Trabant- und IFA-Treffen Herges-Hallenberg Herges-Hallenberg

12. Trabant- und IFA-Treffen Herges-Hallenberg | 14.07.2019 Herges-Hallenberg
» 20 Bilder ansehen

7. Simson- und MZ-Treffen Wiedersbach

7. Simson- und MZ-Treffen Wiedersbach | 13.07.2019
» 12 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 03. 2019
16:55 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".