Lade Login-Box.
Sommerausklang in Südthüringen zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Brennpunkte

Balkan-Konflikt: Video-Gipfeltreffen mit Merkel und Macron

Es ist ein schwieriges Unterfangen - an dessen Ende idealerweise die Versöhnung von Kosovo und Serbien steht. Macron und Merkel machen nun erneut einen Schritt in diese Richtung - und wollen zumindest die Spannungen zwischen den Konfliktparteien abbauen.



Video-Gipfeltreffen Merkel-Macron
Angela Merkel und Emmanuel Macron, per Video zugeschaltet, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Mai.   Foto: Kay Nietfeld/dpa-Pool/dpa

Deutschland und Frankreich versuchen erneut, Bewegung in den festgefahrenen Konflikt zwischen Serbien und seinem südlichen Nachbarn Kosovo zu bringen.

Heute halten Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen Video-Gipfel zwischen Serbien und dem Kosovo ab. Auch Vertreter der Europäischen Union werden dabei sein. Ziel ist die Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Serbien und dem Kosovo. In der Region werden an die Video-Konferenz keine Erwartungen geknüpft.

An dem Gipfel werden neben Macron und Merkel auch Serbiens Präsident Aleksandar Vucic, der kosovarische Ministerpräsident Avdullah Hoti, der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell und der EU-Sonderbeauftragte für den Balkan, Miroslav Lajcak, teilnehmen. Im vergangenen Jahr waren die serbische und die kosovarische Führung auf Initiative von Macron und Merkel in Berlin zusammengekommen.

Macron empfing Hoti bereits am Dienstag, ein Treffen mit Vucic stand für Donnerstagabend auf der Tagesordnung des französischen Präsidenten.

Der Dialog zwischen Serbien und dem Kosovo liegt seit Ende 2018 praktisch auf Eis. Das Kosovo hatte damals 100-prozentige Strafzölle auf Waren aus Serbien eingeführt. Es war die Antwort auf die Politik Serbiens, die Aufnahme des Kosovos in internationale Organisationen wie Interpol und Unesco mit russischer Hilfe zu hintertreiben. Die Strafzölle und die zwischenzeitlich an ihre Stelle getretenen bürokratischen Hemmnisse für den Warenverkehr mit Serbien hat Pristina inzwischen aufgehoben.

Das heute fast ausschließlich von Albanern bewohnte Kosovo hatte sich 2008 für unabhängig erklärt, sich aber bereits mit der Nato-Intervention von 1999 komplett aus dem serbischen Staatsverband herausgelöst. Von 1999 bis 2008 wurde das Land von der UN-Mission Unmik verwaltet.

2011 begann ein von der EU vermittelter Dialog zwischen Belgrad und Pristina. Er soll zur Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern führen. Die gegenseitige Anerkennung ist auch Bedingung für einen späteren EU-Beitritt. Serbien verhandelt seit 2014 über diesen, das Kosovo hat lediglich eine Beitrittsperspektive.

2013 entstand im EU-vermittelten Dialog ein technisches Abkommen, das etwa Fragen des Reiseverkehrs und des Elektrizitätsaustausches regelt. Weitere Abkommen sollten mehr Normalisierungen nach sich ziehen, aber zu solchen kam es nicht. Die serbische Seite will den Eindruck vermeiden, dass sie das Kosovo am Ende anerkennen könnte.

2018 brachten die Präsidenten Vucic und Hashim Thaci, ermutigt von internationalen Beratern, die Idee eines Gebietstausches entlang ethnischer Linien ins Spiel. In der Region mobilisierte sich dagegen massiver Widerstand. Der neue EU-Beauftragte Lajcak ist ein entschiedener Gegner der Idee des Gebietstauschs. Die Involvierung Merkels - auch sie Gegnerin von Gebietstauschgeschäften - sowie Macrons und der außenpolitischen EU-Spitze signalisiert, dass die Idee eines Gebietstausches vorläufig vom Tisch ist.

© dpa-infocom, dpa:200710-99-740375/2

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 07. 2020
07:23 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aleksandar Vucic Bundeskanzler der BRD Bundeskanzlerin Angela Merkel CDU Emmanuel Macron Internationale Organisationen und Einrichtungen Interpol Präsidenten Frankreichs UNESCO Uno-Missionen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Kanzlerin Merkel besucht Frankreichs Präsident Macron

20.08.2020

Merkel und Macron wollen Lösung im Streit um Mittelmeer-Gas

Ernste Themen vor malerischer Kulisse: An der Côte d'Azur sprechen Merkel und Macron über den Erdgas-Konflikt weiter im Osten des Mittelmeers. Das Ziel: eine Lösung am Verhandlungstisch. Aber das ist nicht der einzige Gr... » mehr

Außenminister Maas besucht Ukraine

24.08.2020

Wiederbelebung der Ukraine-Gespräche im September angestrebt

In der Ostukraine wurden in sechs Jahren mehr als 20 Waffenruhen ausgerufen - und kurz darauf wieder gebrochen. Im Moment schweigen die Waffen länger als je zuvor. Das nährt Hoffnung auf weitere Schritte in Richtung Frie... » mehr

Ibrahim Boubacar Keïta

20.08.2020

Putsch in Mali: Nachbarn beraten über Konsequenzen

Meuternde Militärs haben in Mali die Macht übernommen. Doch wie geht es weiter? Die Nachbarstaaten beraten über Konsequenzen. Auch in Berlin gibt es Klärungsbedarf. » mehr

Angela Merkel

vor 5 Stunden

Vereinte Nationen feiern 75-jähriges Bestehen - ohne Trump

Mit einem Festakt begehen die Vereinten Nationen den 75. Jahrestag ihrer Gründung. Wegen der Corona-Pandemie geht das nur mit vorab aufgezeichneten Video-Reden. Kanzlerin Merkel passt sich dem Prozedere an, US-Präsident ... » mehr

Zeichen der Solidarität

17.09.2020

Steinmeier will mit Italien-Reise Solidarität zeigen

Die Bilder von Transportern, die in der Dunkelheit Särge aus Bergamo bringen, sind noch im Kopf. Italien fühlte sich in der Corona-Krise allein gelassen. Der Ärger war groß. Jetzt will Bundespräsident Steinmeier ein Zeic... » mehr

Mittelmeer-Gipfel

11.09.2020

Macron und südliche EU-Partner appellieren an die Türkei

Die Spannungen im östlichen Mittelmeer wachsen. Frankreichs Staatschef Macron und Partner zeigen sich mit Griechenland und Zypern solidarisch. Aus der Türkei kommt scharfe Kritik. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Sperrmüllhaufen brennt in Suhl-Nord Suhl

Brand Suhl-Nord | 21.09.2020 Suhl
» 3 Bilder ansehen

Sommerausklang_schubert Suhl

Sommerausklang Olaf Schubert | 20.09.2020 Suhl
» 77 Bilder ansehen

12. Oldtimerausfahrt Suhl

12. Oldtimerausfahrt Museum Suhl | 19.09.2020 Suhl
» 44 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 07. 2020
07:23 Uhr



^