Lade Login-Box.
Topthemen: Ministerpräsidentenwahl ThüringenFreies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Brennpunkte

Australische Marine will Eingeschlossenen am Strand helfen

Ein Jahreswechsel wie ein Endzeitfilm: Im Osten Australiens werden Orte von Flammen eingekreist, den Menschen bleibt nur die Flucht ans Meer. Das Militär rückt zur Hilfe aus. Feuerwehr und Polizei kämpfen sich in den Brandgebieten vor und finden Tod und Zerstörung.



Buschbrände in Australien
Flammen färben den Himmel bei einem Buschfeuer in der Nähe von Nowa Nowa, East Gippsland, rot.   Foto: Nowa Nowa General Store/NOWA NOWA GENERAL STORE/AAP/dpa » zu den Bildern

Im Osten Australiens hat sich die Lage in den Brandgebieten dramatisch verschärft. Großfeuer hinterließen zerstörte Ortschaften und trieben Tausende Menschen in die Flucht.

Tausende Menschen harrten weiter von der Außenwelt abgeschnitten an Stränden aus. Am Mittwoch bestätigte die Polizei nach dem Leichenfund zwei weitere Todesopfer. Damit erhöht sich die Zahl der Menschen, die sicher seit dem Ausbruch der ersten Feuer im Oktober bei den Bränden starben, auf 14.

Allein am Dienstag waren laut Behörden mindestens 176 Häuser in den Feuern im Bundesstaat New South Wales zerstört worden. Einsatzkräfte sprachen von «Feuerstürmen» - Großbrandherde, die selbst wie ein Tornado aufbrausten und so enorme Zerstörungskraft freisetzten.

Im südlich gelegenen Bundesstaat Victoria sprachen Rettungskräfte von vier weiterhin vermissten Menschen im Brandgebiet. Die Feuerwehr rückte allmählich in von Flammen zerstörte Gegenden vor und ging davon aus, dabei noch viele zerstörte Häuser und vermutlich auch weitere Tote vorzufinden.

Die Leiche eines Mannes wurde in einem verbrannten Auto an einer Fernstraße bei Yatte Yattah in New South Wales gefunden, wie die Polizei mitteilte. Eine weitere Person sei tot in einem Fahrzeug nahe Sussex Inlet entdeckt worden. Die Feuer hatten den Ferienort am Silvesterabend erreicht.

Andernorts hatten Tausende Menschen den Jahreswechsel an Stränden ausgeharrt, weil die Flammen die Ortschaften umringten und die Fluchtwege über Land abschnitten. Australiens Regierung kündigte am Mittwoch an, den Menschen mit Seelandungsbooten zu Hilfe zu kommen und Nahrungsmittel und Wasser zu bringen. Die Hilfe soll am Donnerstag oder Freitag in Küstenstädten der Staaten New South Wales und Victoria ankommen. Zudem sollen Menschen auch mithilfe von Hubschraubern in Sicherheit gebracht werden.

Derzeit wüten die Brände am schlimmsten in der Küstenstadt Mallacoota in Victoria, rund 500 Kilometer östlich von Melbourne. Mehr als 4000 Menschen waren alleine dort bis zum Neujahrsmorgen an die Strände geflohen. Die Stadt selbst ist durch das Feuer stark gefährdet. Der Himmel war durch das Feuer tagsüber rot gefärbt. «Es ist sehr schwer, Ortschaften wie Mallacoota zu erreichen, die komplett durch das Feuer abgeschnitten sind», sagte der für das Militärpersonal zuständige Minister Darren Chester dem Sender ABC. «Marineschiffe sind der einzige Weg, um Versorgungsmittel hinzubringen und Menschen in größerer Zahl von dort wegzubringen.»

Buschbrände gibt es in Australien praktisch jedes Jahr, Ende 2019 nahm die Situation jedoch ein dramatisches Ausmaß an. Die Brandsaison hat mit Oktober früher als sonst begonnen, zudem facht eine enorme Dürre in der Region die Ausbreitung der Flammen an. Allein in New South Wales ist mittlerweile eine Fläche der Größe Belgiens abgebrannt. Mehr als 1400 Häuser in ganz Australien wurden zerstört. Ein Ende des Infernos ist nicht in Sicht.

In der Silvesternacht vermeldeten die Behörden zwei neu ausgebrochene Feuer, eins in den Snowy Mountains und eins bei Central Coast nördlich von Sydney. Nach Angaben des regionalen Feuerwehrchefs Shane Fitzsimmons lodern in New South Wales weiter 110 Feuer.

Trotz der verheerenden und teils sichtbar nahen Brände war in der Ostküstenmetropole Sydney das traditionell spektakuläre Silvester-Feuerwerk über dem Hafen veranstaltet worden. Im Vorfeld hatten sich Hunderttausende Unterzeichner einer Petition erfolglos dafür ausgesprochen, die Pyro-Show abzusagen und die Kosten dafür den Brand-Betroffenen zu spenden. Zum Lichtspektakel mit rund einer Million Besuchern wehten die Fahnen an Sydneys Harbour Bridge in Gedenken an die Brandopfer auf Halbmast.

Die Regierungschefin des Bundesstaats, Gladys Berejiklian, warnte am Mittwoch davor, dass sich die Wetterlage nach geringfügiger Entspannung am Wochenende wohl wieder verschlechtern werde. «Wir gehen davon aus, dass die Wetterverhältnisse am Samstag mindestens so schlimm werden wie sie es gestern waren», sagte sie Reportern am Mittwochmorgen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
01. 01. 2020
13:11 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Brände Buschbrände Debakel Dürren Fahrzeuge und Verkehrsmittel Feuerwehren Leichen Leichenfunde Polizei Todesopfer Zerstörung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Scott Morrison

22.12.2019

Australische Buschfeuer werden über Weihnachten wüten

Buschbrände, eine Hitzewelle - und der Premierminister war im Urlaub. Australien kämpft weiter gegen die Flammen. Auch über Weihnachten werden wohl Tausende Feuerwehr- und Rettungsleute im Einsatz bleiben. » mehr

Löschhubschrauber

31.12.2019

Zwölf Tote bei Bränden in Australien

Tausende Küstenurlauber fliehen im Ascheregen an den Strand. Mehrere Menschen werden vermisst, und die Zahl der Todesfälle infolge der Buschfeuer in Australien steigt. Auf ihr großes Silvester-Feuerwerk hat die Küstenmet... » mehr

Buschbrände in Australien

20.12.2019

Zwei weitere Tote im Kampf gegen Australiens Buschbrände

Hunderte Feuer, brutale Hitze, weitere Tote: Die Buschbrände in Australien sind bisher nicht in den Griff zu bekommen. Dass Premier Morrison ausgerechnet jetzt in Hawaii Urlaub macht, erzürnt viele Menschen - nun stimmte... » mehr

Koala

12.02.2020

Australien: Mehr als 100 Tierarten brauchen «dringend Hilfe»

Experten schlagen Alarm: Die verheerenden Buschrbrände in Australien machen nicht nur den Menschen zu schaffen. Einige einheimische Tierarten sind vom Aussterben bedroht. » mehr

Einsatz nahe LA

01.11.2019

Kalifornien macht Fortschritte im Kampf gegen Buschbrände

An vielen Orten haben sich Waldbrände durch Kalifornien gefressen. Den Einsatzkräften gelingt es nun zwar, viele Brände einzudämmen. Aber die Witterung sorgt weiter für eine angespannte Lage. » mehr

Buschbrände in Australien

08.01.2020

Buschbrände in Australien «schockierend und beängstigend»

In Australien ist der Kampf gegen die Flammen noch lange nicht vorbei. Die Schäden sind verheerend. Auch der Tourismus ist schwer betroffen. Der Papst und der deutsche Bundespräsident melden sich zu Wort. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Gefahrgut Suhl Suhl

Amoniak-Austritt in Suhler Firma | 17.02.2020 Suhl
» 14 Bilder ansehen

14. Kristalmarathon

14. Kristallmarathon Merkers |
» 90 Bilder ansehen

Karneval Umzug Dietzhausen 2020 Dietzhausen

Karnevalsumzug Dietzhausen | 16.02.2020 Dietzhausen
» 136 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
01. 01. 2020
13:11 Uhr



^