Lade Login-Box.
Corona Newsletter
Topthemen: Coronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFreies Wort hilftFolgen Sie uns auf Instagram

Brennpunkte

42 Tote und mehr als 2300 Verletzte bei Protesten im Irak

Bei neuerlichen Protesten im Irak eskaliert die Gewalt. Zahlreiche Menschen sterben oder werden bei den Demonstrationen verletzt, die sich gegen Korruption und Misswirtschaft richten. Aber Bagdad ist nicht die einzige arabische Hauptstadt, in der es brodelt.



Proteste im Irak
Regierungsfeindliche Demonstranten protestieren auf einer Straße in Bagdad. Die Proteste vor allem junger Männer richten sich gegen Korruption und Misswirtschaft.   Foto: Ameer Al Mohammedaw/dpa

Im Irak sind neue Proteste gegen Korruption und Misswirtschaft in Gewalt eskaliert. 42 Menschen starben nach Angaben der staatlichen Menschenrechtskommission am Freitag.

Mehr als 2300 Menschen seien zudem verletzt worden. Demonstranten hatten unter anderem in der Hauptstadt Bagdad versucht, in die besonders geschützte Grüne Zone zu gelangen, in der viele Regierungseinrichtungen und Botschaften liegen. Die Sicherheitskräfte setzten daraufhin Tränengas, scharfe Munition und Gummigeschosse ein.

Allein in Bagdad starben den Angaben der Menschenrechtskommission zufolge acht Menschen. Hier seien mit fast 1500 Verletzten auch die meisten Demonstranten verletzt worden, sagte Faisal Abdullah von der Menschenrechtskommission der Deutschen Presse-Agentur. Die restlichen Personen kamen demnach in den im Südirak gelegenen Provinzen Maisan, Dhi Kar und Al-Muthanna ums Leben.

Bereits Anfang des Monat waren bei tagelangen Protesten in Bagdad und anderen Regionen des Landes fast 150 Zivilisten getötet worden. In einem Bericht der Regierung hieß es später, die meisten von ihnen seien durch Schüsse in Kopf oder Brust ums Leben gekommen.

Die Proteste vor allem junger Männer richten sich gegen Korruption und Misswirtschaft in dem vom Krieg zerrütteten Land. Auch am Freitag forderten die Demonstranten den Sturz der Regierung und die Auflösung des Parlaments. Nach Angaben der Menschenrechtskommission wurden landesweit etwa 50 Regierungsgebäude und Büros von Parteien attackiert und angezündet.

Iraks Großajatollah Ali al-Sistani rief beide Seiten zur Rücksicht auf. Sicherheitskräfte sollten die Demonstranten «freundlich» behandeln, da diese «ihr Recht auf ein vernünftiges Leben einfordern», hieß es in einer verlesenen Freitagspredigt des einflussreichen Geistlichen.

Dabei blieb Bagdad am Freitag nicht die einzige arabische Hauptstadt, in der es zu Protesten kam. Auch in der libanesischen Hauptstadt Beirut gingen die Proteste den neunten Tag in Folge weiter. Viele Straßen waren gesperrt, Schulen, Banken und zahlreiche Geschäfte blieben geschlossen. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Die Demonstranten im Libanon fordern den Rücktritt der Regierung und die Absetzung korrupter Politiker. Eine Rede von Präsident Michel Aoun am Donnerstag konnten die Proteste nicht beruhigen. Das kleine Land am Mittelmeer erlebt sei Monaten eine schwere Wirtschaftskrise.

Auch in der algerischen Hauptstadt Algier kam es am Freitag erneut zu Demonstrationen gegen die Führung des Landes. Im April war Langzeitpräsident Abdelaziz Bouteflika nach wochenlangen Protesten zurückgetreten. Angekündigte Neuwahlen waren anschließend aber verschoben worden. Seitdem kommt es jede Woche zu Protesten. Videos in den sozialen Netzwerken zeigten Hunderte Menschen in den Straßen von Algier, die demonstrierten. Sicherheitskräfte riegelten den Zugang zu einem zentralen Platz im Stadtzentrum ab.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 10. 2019
11:37 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Abd al-Aziz Bouteflika Ali al-Sistani Demonstranten Demonstrationen Deutsche Presseagentur Gewalt Hauptstädte von Staaten und Teilregionen James Alix Michel Menschenrechtsorganisationen Michel Aoun Parlamente und Volksvertretungen Polizei Regierungen und Regierungseinrichtungen Sozialer oder politischer Protest Tränengas Wirtschaftskrisen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Proteste im Irak

25.01.2020

Gewalt im Irak: Sicherheitskräfte gehen gegen Proteste vor

Seit Monaten gehen die Iraker gegen die Regierung auf die Straße. Sie kritisieren Misswirtschaft und Korruption. Jetzt haben die Proteste aber offenbar einen wichtigen Unterstützer verloren. » mehr

Proteste im Libanon

29.10.2019

Libanons Ministerpräsident Hariri kündigt Rücktritt an

Die Wirtschaftskrise im Libanon hat Tausende auf die Straße getrieben und die Regierung immer stärker wanken lassen. Nun sieht sich Ministerpräsident Hariri, der die Protestler mit einer Reihe von Reformen besänftigen wo... » mehr

Proteste in Hongkong

03.10.2019

Hongkong plant Vermummungsverbot - Streit um Notstandsgesetz

Mit Masken schützen sich Hongkonger Demonstranten gegen Tränengas und eine Identifizierung durch die Polizei. Das soll nach dem Willen der Regierung ein Ende finden - vielleicht mit einem uralten Notstandsgesetz aus der ... » mehr

Proteste im Irak

01.02.2020

Ex-Minister soll Regierungskrise im Irak lösen

Der Irak erlebt derzeit die größte Protestwelle seit Jahren. Hunderte Menschen sterben bei Auseinandersetzungen. Die Regierung steckt in einer tiefen Krise. Erhält der neue Mann genug Rückendeckung? » mehr

Flucht

29.11.2019

Iraks Regierungschef kündigt nach Protestwelle Rücktritt an

Seit Wochen gehen im Irak Demonstranten auf die Straße, um gegen die Regierung und Korruption zu protestieren. Reformzusagen können sie nicht besänftigen. Jetzt zieht der Regierungschef Konsequenzen. » mehr

Protest in Chile

27.10.2019

Chiles Präsident tauscht sein komplettes Kabinett aus

Gut eine Million Menschen waren am Freitag in Chiles Hauptstadt auf die Straße gegangen. Präsident Piñera will nun, dass all seine Minister zurücktreten. Ein Ende der massiven Proteste bringt das aber nicht. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Sperrung vor Neustadt am Rennsteig Neustadt am Rennsteig

Sperrung Neustadt am Rennsteig | 23.03.2020 Neustadt am Rennsteig
» 4 Bilder ansehen

Brand in Katzhütte Katzhütte

Brand Katzhütte | 23.03.2020 Katzhütte
» 4 Bilder ansehen

inbound3887575027251749210

#Ichbleibdaheim |
» 8 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 10. 2019
11:37 Uhr



^