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Schlussplädoyers in Weinstein-Prozess starten

Harvey Weinstein könnte bei seinem Vergewaltigungsprozess, der als Meilenstein der MeToo-Bewegung gilt, zu lebenslanger Haft verurteilt werden. Heute haben seine Anwälte eine letzte Gelegenheit, um Zweifel bei der Jury zu säen.



Harvey Weinstein
Mehr als 80 Frauen haben Weinstein seit 2017 sexuelle Übergriffe vorgeworfen.   Foto: Frank Franklin Ii/AP/dpa

Im Prozess gegen den ehemaligen Filmmogul Harvey Weinstein wegen Vergewaltigung starten heute die Schlussplädoyers.

Zunächst beginnt die Verteidigung um Weinstein-Chefanwältin Donna Rotunno, am Freitag ist die Anklage an der Reihe. Ab Dienstag nächster Woche sollen sich die zwölf Geschworenen dann zu Beratungen zurückziehen, um über Schuld oder Unschuld Weinsteins zu entscheiden.

In den vergangenen drei Wochen hatten Anklage und Verteidigung versucht, die Jury von ihrer Sichtweise zu überzeugen. Die Anklage hatte mithilfe von sechs Zeuginnen versucht, das Muster eines Mannes offenzulegen, der seine Macht in der Filmindustrie systematisch ausnutzte, um sich junge Frauen gefügig zu machen. Der ihnen für Sex Karrierehilfe versprach und sie bei einem «Nein» zum Geschlechtsverkehr gezwungen und vergewaltigt habe.

Der 67-Jährige streitet das ab und spricht davon, dass jeglicher sexueller Kontakt einvernehmlich gewesen sei. Weinsteins Anwälte hatten versucht, Zweifel an den Zeuginnen zu säen. Sie zeigten wiederholt E-Mails und Textnachrichten der Frauen, die nach den mutmaßlichen Übergriffen geschrieben wurden und ein positives Verhältnis zu Weinstein zeigen sollen. Eine ehemalige Freundin von einer der Hauptbelastungszeuginnen sagte aus, dass diese Weinstein als «Seelenverwandten» bezeichnet und nie etwas von einer Vergewaltigung erwähnt hätte.

Mehr als 80 Frauen haben Weinstein seit 2017 sexuelle Übergriffe vorgeworfen. In dem Prozess geht es im Kern aber nur um zwei Fälle: Weinstein wird vorgeworfen, 2006 die Produktionsassistentin Mimi Haleyi zum Oral-Sex gezwungen zu haben, eine andere Frau soll er 2013 vergewaltigt haben.

Im Falle einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft. Bei der Anklage wurden viele Fälle nicht berücksichtigt, weil sie entweder verjährt waren oder nicht in New York stattgefunden haben sollen. Am Ende kommt alles auf die Jury an, die über Schuld und Unschuld Weinsteins entscheidet.

Die Anschuldigungen gegen Weinstein, im Herbst 2017 von der «New York Times» und dem Magazin «New Yorker» veröffentlicht und später mit dem Pulitzer-Preis gekrönt, traten die MeToo-Bewegung los. Überall auf der Welt erkannten viele Frauen und auch einige Männer ihre eigenen Geschichten in denen der Weinstein-Opfer wieder und begannen, sie unter dem Schlagwort «Me too» («Ich auch») zu sammeln.

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dpa

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Veröffentlicht am:
13. 02. 2020
03:59 Uhr

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13. 02. 2020
03:59 Uhr



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