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Sabine Postel kritisiert «Tatort»-Experimente

Rund 22 Jahre lang war Sabine Postel die «Tatort»-Kommissarin Inga Lürsen. Der «Tatort» sei ein tolles Format, sagt sie. Aber es gibt auch Entwicklungen, mit denen sie nicht glücklich ist.



Sabine Postel
Sabine Postel beim Sommer- Branchentreff der Film- und Medienstiftung NRW.   Foto: Henning Kaiser

Schauspielerin Sabine Postel wird die Bremer «Tatort»-Kommissarin Inga Lürsen, die sie rund 22 Jahre gespielt hat, fehlen. «Der "Tatort" ist ein tolles Format. Die Zeit in Bremen hat mir großen Spaß gemacht. Sonst wäre ich nicht so lange dabei geblieben», erklärte sie am Freitag.

Die Bremer «Tatort»-Episoden zeichneten sich dadurch aus, außergewöhnliche, auch gesellschaftlich brisante Themen anzupacken. «Und das gefiel mir immer sehr gut.» Gerade hat sie mit ihrem Kollegen Oliver Mommsen die letzte Folge abgedreht. Sie soll im Frühjahr 2019 gezeigt werden.

Glücklich ist Postel nicht damit, dass es inzwischen deutlich mehr «Tatort»-Teams gibt als früher. «Heute will offenbar fast jede Stadt ein Ermittlerpaar haben. Das finde ich problematisch», sagte die 64-Jährige der Programmzeitschrift «auf einen Blick» (Heft 43/2018).

Auch eher experimentelle «Tatort»-Fälle wie die Folge «Babbeldasch» mit Ulrike Folkerts, bei der zahlreiche Rollen mit Laienschauspielern besetzt waren und es kein klassisches Drehbuch gab, sieht Postel kritisch: «Das war alles nicht meins. Experimente sind grundsätzlich immer gut und der "Tatort" war auch immer innovativ», sagte die Schauspielerin der Zeitschrift. «Aber Improvisation ist in diesem Format schwierig, selbst mit gestandenen Schauspielern. Und mit Laien finde ich das grenzüberschreitend.»

Die Tendenz, Kommissar-Rollen häufig mit jungen Kolleginnen und Kollegen zu besetzen, hält Postel ebenfalls für keine gute Entscheidung: «Das Publikum der Öffentlich-Rechtlichen ist ja schließlich keine 20 Jahre alt. Diese Zuschauer wollen keinen Ermittler sehen, der aussieht, als hätte er gerade sein Abitur gemacht», sagte Postel. «Man muss die Rollen auch so besetzen, dass das etwas ältere Publikum sich damit identifizieren kann. Am besten einen Mix aus älter und jünger.»

Auf diese Kombination setzt bisher der «Tatort» aus Bremen, in dem Postel an der Seite von Oliver Mommsen (49) ermittelt. Die beiden sind am Sonntag, 28. Oktober, das nächste - und vorletzte - Mal in der Folge «Blut» zu sehen - Postel zufolge ein «Film mit einem richtigen Mordfall, bei dem man nicht genau weiß, womit man es zu tun hat. Ich kann nur sagen, dass es extrem spannend ist.» 2019 hören Postel und Mommsen nach dann 34 gemeinsamen Fällen auf. Der Abschied fällt ihr durchaus schwer: «Ich bin fast 22 Jahre dabei. Da trifft man so eine Entscheidung nicht mal so nebenbei. Aber es fühlt sich richtig an.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
19. 10. 2018
17:36 Uhr

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dpa

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19. 10. 2018
17:36 Uhr



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