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Rücktritt und Fahrplan: Viel Bewegung in Österreich

Die Kulturszene der Kulturnation Österreich war in Aufruhr. Nun zieht die zuständige Staatssekretärin die Konsequenzen. Zugleich wird ein Fahrplan für das Hochfahren der Kultur präsentiert.



Ulrike Lunacek
Ulrike Lunacek, Kulturstaatssekretärin von Österreich, tritt von ihrem Amt zuück.   Foto: Hans Klaus Techt/APA/dpa

Österreich will sich nach der Schließung von Theatern sowie der Absage von Festivals und Konzerten wegen der Corona-Krise als Kulturnation wieder zurückmelden.

Kunst- und Kulturveranstaltungen dürfen ab Ende des Monats stufenweise wieder stattfinden. Dank des Erfolgs bei der Eindämmung des Coronavirus würden Veranstaltungen mit bis zu 100 Personen ab 29. Mai wieder möglich, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Freitag in Wien. Ab 1. Juli dürfe die Größe der Veranstaltungen 250 Personen betragen. Zu diesem Zeitpunkt könnten auch die Kinos wieder öffnen.

Ab 1. August liege die Obergrenze bei 500 Besuchern. Das sei ein ganz großer Schritt, sagte Anschober. Wenn ein besonderes Schutzkonzept vorgelegt werde, seien ab August auch Veranstaltungen mit bis zu 1000 Personen möglich, erklärte der Gesundheitsminister. Veranstalter benötigen einen Corona-Beauftragten und müssen für das Einhalten von Mindestabständen sorgen. «In der Umsetzung wollen wir den Veranstaltern Freiheiten geben.»

Diese Freiheit wollen die Salzburger Festspiele nutzen. Sie sollen im August in einer stark abgespeckten Form stattfinden, sagte Salzburgs Landeschef Wilfried Haslauer. Sicher sei, dass es im 100. Jahr der Festspiele «Jedermann»-Aufführungen geben werde. «Der "Jedermann" gehört zu Salzburg», so Haslauer. «Die Festspiele sind guten Mutes, dass sie trotz Corona ein Zeichen für die Kraft der Kunst gerade in schwierigen Zeiten setzen können», teilte das Direktorium des weltgrößten Klassik-Festivals seinerseits mit.

Was wirklich möglich sein werde, könne erst nach Vorliegen der Verordnung ausgelotet werden, so die Festspiele. Es müsse insbesondere geklärt werden, unter welchen Bedingungen szenische Proben und Auftritte von Orchestern und Chören ermöglicht würden. «Die Festspiele werden daher am 25. Mai 2020 dem Kuratorium eine Alternative für dieses extrem fordernde Jahr vorlegen», hieß es. Das neu zusammengestellte Programm für den Sommer solle im Juni veröffentlicht werden.

Dagegen fallen die Bregenzer Festspiele in diesem Jahr zum ersten Mal seit ihrer Gründung 1946 wegen der Corona-Krise aus. Ab 1. August Veranstaltungen im Kulturbereich für bis zu 1000 Besucher zuzulassen, biete keine Perspektive, erklärten die Festspiele. Auf der 7000 Menschen fassenden Seebühne seien Festspiele mit nur 1000 Besuchern «wirtschaftlich nicht machbar», so der kaufmännische Direktor Michael Diem. Festspielpräsident Hans-Peter Metzler sprach von einem einmaligen, außerordentlichen «und für uns traurigen Moment». Eigentlich sollten die Bregenzer Festspiele vom 22. Juli bis zum 23. August stattfinden. 2021 sollen dann wie bereits für dieses Jahr geplant sowohl «Rigoletto» auf dem See als auch «Nero» im Festspielhaus aufgeführt werden.

Vor Bekanntgabe des Fahrplans zum Hochfahren der Kulturszene war Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek zurückgetreten. Sie zog damit die Konsequenzen aus dem massiven Druck aus der Branche. «Ich mache den Platz frei», sagte die Grünen-Politikerin. Ihr sei es nicht gelungen, das Vertrauen der Branche zu gewinnen. Stattdessen seien Unzufriedenheit und Enttäuschung gewachsen. Der 62-Jährigen war angekreidet worden, dass die Kulturszene weiter auf klare Konzepte zum Neustart in der Corona-Krise warten musste. Eine Nachfolgerin für Lunacek soll nach den Worten von Vize-Kanzler und Grünen-Chef Werner Kogler Anfang kommender Woche vorgestellt werden.

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dpa

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Veröffentlicht am:
15. 05. 2020
17:07 Uhr

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15. 05. 2020
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