Lade Login-Box.
Gemeinsam handeln zum Digital-Abo
Topthemen: #GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFreies Wort hilft

Boulevard

Roberto Benigni auf der Berlinale

Oscar-Gewinner Roberto Benigni erinnert auf der Berlinale an eine bekannte Geschichte, Regisseur Christian Petzold schickt seinen neuen Film ins Rennen - und Lars Eidinger hat Tränen in den Augen.



Berlinale 2020 - Roberto Benigni
Schauspieler Roberto Benigni stellte «Pinocchio» auf der Berlinale vor.   Foto: Michael Kappeler/dpa » zu den Bildern

Berlin (dpa) - Oscar-Preisträger Roberto Benigni hat am ersten Festivalwochenende internationalen Glanz auf die Berlinale gebracht. Der Italiener («Das Leben ist schön») stellte am Sonntag eine Neuverfilmung von «Pinocchio» vor. Auf dem Programm stand abends der erste deutsche Wettbewerbsbeitrag - «Undine» von Regisseur Christian Petzold. Auch das Partygeschehen war in vollem Gange.

Auf einer Pressekonferenz zeigte sich der Schauspieler Benigni bestens gelaunt, scherzte und warb vor allem für die Geschichte von Pinocchio, die seiner Ansicht nach nicht nur Kinder anspricht. Der 67-Jährige spielt darin Geppetto, den Erbauer der kleinen Holzpuppe.

Regie führte Matteo Garrone («Dogman», «Gomorrha»), der auch auf die Aktualität des Stoffs hinwies: «Die Geschichte erzählt von uns, von dem Kampf, den jeder von uns führt (...) vom Menschsein.» Der Film läuft nicht im Wettbewerb, sondern in der Sparte Special Gala.

Schwung kam in die Pressekonferenz auch durch den jungen Pinocchio-Darsteller Federico Ielapi, der neben Weltstar Benigni saß und selbstbewusst Fragen beantwortete. So sagte er rückblickend über sein Alter Ego: Auch wenn er immer wieder frech gewesen sei - «am Ende ist Pinocchio ein gutes Kind».

Die Berlinale gehört neben Cannes und Venedig zu den wichtigsten Filmfestivals der Welt. Rund 340 Filme werden bis zum nächsten Wochenende gezeigt. Davon konkurrieren 18 um die Silbernen und den Goldenen Bären - mit «Undine» von Christian Petzold stand am Abend (19.00 Uhr) der erste deutsche Wettbewerber im Berlinale-Programm.

Der mysteriöse Liebesfilm erzählt von der Beziehung zwischen einer Museumsführerin (Paula Beer) und einem Industrietaucher (Franz Rogowski). Petzold erzählte unter anderem von den Dreharbeiten unter Wasser. Außerdem sollte der brasilianische Film «All the Dead Ones» («Todos os mortos») von Caetano Gotardo und Marco Dutra, der sich mit der Abschaffung der Sklaverei befasst, im Wettbewerb folgen.

Am Samstag ging ein ziemlich ungewöhnlicher Western ins Rennen: In «First Cow» erzählt US-Regisseurin Kelly Reichardt von einer Männerfreundschaft. Zwei Außenseiter freunden sich im Wilden Westen des frühen 19. Jahrhunderts an. Sie wollen Geld mit Backwaren verdienen - und melken dafür heimlich die einzige Kuh in der Region. Das ist filmisch spannend und witzig erzählt - dabei reflektiert der Film auch heutige Fragen gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Für den enttäuschenden «Le sel des larmes» («The salt of tears») von Philippe Garrel gab es vom sonst sehr Applaus-affinen Premierenpublikum gerade mal eine knappe Dosis der Zustimmung. Der Schwarz-Weiß-Film erzählt sehr fahrig die Geschichte eines jungen Manns in Frankreich, der zwischen mehreren Frauen schwankt.

Für einen besonders emotionalen Moment sorgte Schauspieler Lars Eidinger mit einem Statement gegen Hass in Deutschland. «Ich finde, unsere Gesellschaft ist so dermaßen vergiftet, was Hass und Missgunst angeht», sagte der 44-Jährige am Samstag mit Tränen in den Augen und zunehmend brechender Stimme vor der Berlinale-Präsentation des Films «Persian Lessons» von Vadim Perelman.

Eidinger erinnerte an einen Text des Schriftstellers Stefan Zweig (1881-1942), in dem es «um die moralische Entgiftung Europas» nach dem Ersten Weltkrieg gegangen sei. Darin habe Zweig nach einem Medium verlangt, das die Menschen wieder zusammenbringe und sich der Liebe verschreibe. «Das Internet ist ja genau dieses Medium», sagte Eidinger, «es wird aber genau für das Gegenteil genutzt».

Veröffentlicht am:
23. 02. 2020
15:50 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Abolitionismus Christian Petzold Das Leben ist schön Deutsche Presseagentur Facebook Goldener Bär Lars Eidinger Liebesfilme Matteo Garrone Oscarpreisträger Philippe Garrel Regisseure Roberto Benigni Schauspieler Stefan Zweig Twitter
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Garrel

23.02.2020

Film von Garrel enttäuscht - Erster deutscher Wettbewerber

Er spielt im neuen «Pinocchio»-Film mit: Oscar-Preistäger Roberto Benigni kommt zur Berlinale. Außerdem geht der erste deutsche Wettbewerbsbeitrag ins Rennen - der nimmt einen mit unter Wasser. » mehr

Berlinale

29.01.2020

Eine «epische Reise»: Diese Filme gehen ins Berlinale-Rennen

Die Berlinale wird spannend. Erstmals leiten Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek das Festival. Sie holen interessante Filme in den Wettbewerb - und wollen einen Blick aufs Düstere wagen. » mehr

Jeremy Irons

09.01.2020

Jeremy Irons wird Jurypräsident der Berlinale

In sechs Wochen beginnen die Internationalen Filmfestspiele in Berlin. Die neue Leitung hält noch manches Detail geheim - eine wichtige Personalie aber hat sie nun verraten. » mehr

Berlinale 2020

20.02.2020

«My Salinger Year»: Berlinale beginnt mit Literaturfilm

Schon am Montag standen Menschen für Karten an, nun beginnen die Internationalen Filmfestspiele. Der Eröffnungsfilm soll einen mitnehmen ins New York der 1990er Jahre. » mehr

Berlinale 2020 - Goldener Bär

01.03.2020

Glücklich und traurig: Goldener Bär für den Iran

Wie kann ein liebender Familienvater Todesurteile vollstrecken? Und welche Schuld trägt der Einzelne an staatlich verordneter Gewalt? Solche Fragen stellt ein politisch engagierter Film aus dem Iran. Die Berlinale zeichn... » mehr

Carlo Chatrian

29.12.2019

Berlinale-Chef Chatrian: Gibt noch viele Dinge zu tun

Der Italiener Carlo Chatrian und die Niederländerin Mariette Rissenbeek bereiten die Filmfestspiele vor. Wie will die Berlinale mit Netflix umgehen? Und wie um Himmels willen guckt man Hunderte von Filmen? » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Heidewitzka Auto-Festival Meiningen

Heidewitzka Auto-Festival Meiningen |
» 56 Bilder ansehen

Autokonzert in Erfurt mit Heinz Rudolf Kunze

Autokonzert mit Heinz Rudolf Kunze Erfurt |
» 26 Bilder ansehen

unfall_meiningen_1.jpg Meiningen

Unfall Meiningen | 23.05.2020 Meiningen
» 3 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
23. 02. 2020
15:50 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.