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Nicht zu alt für neue Songs: The Who kehren groß zurück

1965 sang Roger Daltrey von The Who die Zeilen «Ich hoffe, ich sterbe, bevor ich alt werde». Jetzt sind er selbst und Gitarrist Pete Townshend über 70 - und machen trotzdem munter weiter. Viel überraschender als die Ankündigung von Who-Konzerten sind neue Albumpläne.



The Who
Roger Daltrey (l) und Pete Townshend wollen es wieder wissen.   Foto: Hannah Mckay/EPA

Im Song «My Generation» besangen The Who vor über 50 Jahren ihre Angst vor dem Altwerden. Nun sind die Frontmänner Pete Townshend und Roger Daltrey längst im Rentenalter - und wollen es doch nochmal wissen.

Die legendäre britische Rockband, eine der dienstältesten der Welt, plant für 2019 ihr erstes Album mit neuem Material seit 13 Jahren.

Der Grund für das unerwartete Studio-Comeback der früher oft zerstrittenen Who-Gründungsmitglieder Townshend und Daltrey laut US-Musikmagazin «Rolling Stone»: eine ab Mai geplante Nordamerika-Tournee, bei der nicht nur die alten Hits gespielt werden sollen.

Die 1964 gegründete, inzwischen um mehrere Begleitmusiker erweiterte Band will dann mit von Stadt zu Stadt wechselnden Orchestern auftreten. Auf der Webseite von The Who wurde am Montag der Start des Vorverkaufs bestätigt. Ab Freitag (18. Januar) sollen laut Internetmagazin «Paste» Tickets erhältlich sein - inklusive Zugang zur neuen CD, wenn sie denn fertig ist.

«Wir sind jetzt alte Männer. Wir haben nicht mehr das gute Aussehen. Wir haben nicht mehr den Glamour», sagte Sänger Daltrey (74). «Was uns bleibt, ist die Musik, und wir werden sie so frisch und kraftvoll wie immer präsentieren.» Nur weil die Band mit Orchester antrete, solle man also keine faulen Kompromisse befürchten - es gebe wieder «volle Pulle The Who».

The Who gelten neben den Beatles, Rolling Stones, Beach Boys und Byrds als eine der wichtigsten Bands der 60er und 70er Jahre. Ihre Lieder waren zunächst aggressiver als die der Konkurrenz, ihre Konzerte waren explosiver. The Who erfanden mit den Konzeptalben «Tommy» (1969) und «Quadrophenia» (1973) quasi das Genre der «Rockoper» und beeinflussten wichtige Musiker wie The Clash, The Jam, Oasis, Blur oder Paul Weller.

1969 trat die britische Band als einer der Top-Acts beim Woodstock-Konzert auf. Sie hatte zahlreiche Singlehits wie «My Generation» (mit der berühmten Textzeile «Ich hoffe, ich sterbe, bevor ich alt werde»), «Magic Bus» oder «Pinball Wizard». Das bislang letzte Studioalbum «Endless Wire» stammt von 2006. Seither waren Townshend und Daltrey nur bei Tourneen gemeinsam als The Who unterwegs und verfolgten ansonsten Solo-Aktivitäten.

Songautor und Gitarrist Townshend (73) erklärte die Pläne für neue Band-Konzerte inklusive Studioalbum so: «Ich sagte, dass ich keine Verträge unterzeichne, wenn wir kein neues Material haben. Das hat nichts damit zu tun, dass wir ein Hitalbum haben wollen. (...) Es ist rein persönlich. Es geht um meinen Stolz, mein Selbstwertgefühl und Würde als Songschreiber.»

Zur Live-Band sollen Townshends Sohn Simon (Gitarre, Backgroundgesang) und der Sohn von Beatles-Drummer Ringo Starr, Zak Starkey (Schlagzeug), gehören. Für das noch nicht betitelte Album existieren derzeit laut «Rolling Stone» 15 Aufnahmen von Townshend aus fünf englischen Studios, zu denen Daltrey in nächster Zeit den Gesang beisteuern soll.

Da der Sänger in den vergangenen Jahren mehrfach Interesse an neuen Who-Songs geäußert hatte, steht einem Comeback-Album noch in diesem Jahr wohl nichts im Wege. Nach Townshends Worten soll die Platte «dunkle Balladen, Heavy-Rock, experimentelle Electronica, Sampling-Sachen und auch typisches Who-Zeug» enthalten. Nach einem nostalgisch-betulichen Alterswerk hört sich das nicht an.

Veröffentlicht am:
15. 01. 2019
11:38 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
15. 01. 2019
11:38 Uhr



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