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New Yorker Naturkundemuseum wird 150

Spätestens seit dem Erfolgsfilm «Nachts im Museum» sind die Besucherschlangen vor dem New Yorker Naturkundemuseum meistens lang. Jetzt wird das renommierte Wissenschaftshaus 150 Jahre alt und feiert sich groß - wird aber auch mit Kritik konfrontiert.



Naturkundemuseum
Ein interaktives Videospiel in der Ausstellung «T. rex: The Ultimate Predator».   Foto: Christina Horsten » zu den Bildern

Regen oder Schulferien? Dann wissen alteingesessene New Yorker, dass sie lieber nicht ins Naturkundemuseum gehen sollten. Denn dann ziehen sich die Besucherschlangen lang und länger, aus dem großen Steingebäude auf der Upper West Side in Manhattan hinaus bis fast in den benachbarten Central Park hinein.

Das American Museum of Natural History (AMNH), das am Samstag (6. April) 150 Jahre alt wird, gehört zu den größten und renommiertesten Naturkundemuseen der Welt - und zu den beliebtesten Kultureinrichtungen der Millionenmetropole. Es beherbergt mehr als 34 Millionen Ausstellungsstücke unter anderem aus den Bereichen Tiere, Pflanzen, Klimawandel, Entstehung der Erde, Umweltschutz und Weltall. Sie werden von rund fünf Millionen Besuchern pro Jahr bestaunt.

Das AMNH nimmt heute einen ganzen Häuserblock ein. Als der damalige New Yorker Gouverneur John Thompson Hoffman das Museum am 6. April 1869 offiziell per Gesetz ins Leben rief, gab es das Steingebäude mit den Türmchen auf der Upper West Side allerdings noch nicht. Das Museum fing in einem kleineren Gebäude im Central Park an und zog dann nach ein paar Jahren in die neu gebaute Wissenschaftskathedrale um.

Weltberühmt ist das Gebäude spätestens seit der Erfolgskomödie «Nachts im Museum» von 2006, in der Hauptdarsteller Ben Stiller einen Job als Nachtwächter annimmt - und feststellen muss, dass das Museum nachts zum Leben erwacht. So muss er vor Löwen fliehen, mit schlüsselklauenden Äffchen rangeln und einem Dinosaurierskelett einen Knochen als Stöckchen werfen.

Heute können Kinder es Hollywood-Star Stiller nachmachen und im Museum übernachten: auf einem Klappbett unter einem riesigen Wal-Modell, das in einer Ausstellungshalle zu Meerestieren von der Decke hängt. Mehr als 20 Übernachtungspartys mit jeweils bis zu 500 Kindern zwischen 6 und 13 Jahren organisiert das AMNH pro Jahr. Obwohl die Tickets 150 Dollar pro Person kosten, sind sie meist lange im Voraus ausverkauft. Jährlich macht das Naturkundemuseum alleine mit diesen Veranstaltungen nach Angaben der «New York Times» etwa eine Million Dollar Gewinn. Insgesamt hat das AMNH auch dank vieler Spender ein Budget von mehr als einer Milliarde Dollar.

Zum 150. Geburtstag feiert sich das Museum kräftig selbst, unter anderem mit einer großen Dinosaurier-Ausstellung. «Seit 150 Jahren bringen wir Entdeckungen an die Öffentlichkeit», heißt es vom Museum. Es verweist darauf, dass beispielsweise das erste jemals entdeckte Skelett eines T. rex 1902 im US-Bundesstaat Montana von Barnum Brown gefunden wurde - der damals am AMNH arbeitete. Dort ist das Skelett bis heute in der Eingangshalle zu sehen.

Und das Museum expandiert: Im kommenden Jahr soll ein rund 340 Millionen Dollar teurer Anbau eröffnen. «Der Bedarf für diesen Bau ist riesig. Es gibt eine Notwendigkeit, die allgemeine Bevölkerung über Wissenschaft aufzuklären», sagt Museumschefin Ellen Futter. In einer als «postfaktisch» bezeichneten Welt sei die Arbeit des Naturkundemuseums «dringender als je zuvor».

Anwohner protestieren gegen die Erweiterung, weil dadurch ein bislang öffentlicher Park verkleinert wird. Aber auch hinsichtlich der Ausstellungskonzeption sieht sich das Museum Kritik ausgesetzt. Zahlreiche Schaubilder seien veraltet, kritisieren Aktivisten. Insbesondere in Hinblick auf die amerikanischen Ureinwohner werde Geschichtsfälschung betrieben.

Kürzlich reagierte das Museum erstmals. An einem Schaukasten zu einem Treffen niederländischer Siedler mit Mitgliedern des Stammes der Lenape auf dem Gebiet des heutigen New York wurde ein Hinweis angebracht: «Diese Szene wird überdacht», steht darauf. «Sie bietet nur stereotypische Darstellungen und ignoriert, wie komplex und brutal die Kolonialisierung für die Ureinwohner war.»

Veröffentlicht am:
05. 04. 2019
08:09 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
05. 04. 2019
08:09 Uhr



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