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Boulevard

Millionerbin und Society-Liebling: Gloria Vanderbilt ist tot

Geld, Schönheit und ein berühmter Nachname: Gloria Vanderbilt entstammte einer der großen US-Geldaristokratien, hatte zahlreiche berühmte Männer und Liebhaber und schockierte im hohen Alter noch mit einem Erotik-Buch. Jetzt ist New Yorks ultimatives It-Girl gestorben.



Gloria Vanderbilt + Anderson Cooper
Anderson Cooper trauert um seine Mutter Gloria Vanderbilt.   Foto: Charles Sykes/Invision/AP

Gloria Vanderbilt war noch keine zwei Jahre alt, da hatte sie schon mehr Geld geerbt, als viele Menschen in ihrem ganzen Leben verdienen.

Bevor sie zum Teenager wurde, hatte sie einen erbitterten Sorgerechtsstreit zwischen ihrer Mutter und ihrer Tante hinter sich, der weltweit Schlagzeilen machte. An ihrem 18. Geburtstag war sie bereits mit einem Hollywood-Produzenten verheiratet, drei weitere Ehen sollten folgen.

Das moderne Prinzessinnenleben der Millionenerbin mit all seinen Höhen und Dramen füllte die Boulevard-Blätter weltweit und machte die Nachfahrin der berühmten US-Eisenbahndynastie zu einem der bekanntesten Society-Lieblinge der USA. Nun ist Vanderbilt im Alter von 95 Jahren gestorben, wie ihr Sohn, der CNN-Moderator Anderson Cooper (52), mitteilte. Bis zuletzt war die zierliche Frau mit den hohen Wangenknochen und dem strahlenden Lächeln, die an New Yorks schickster Adresse, dem Beekman Place am East River, residierte, das ultimative It-Girl der Stadt.

Die High-Society der Millionenmetropole schockte sie zuletzt mit weit über 80, als sie erstmals ein Erotik-Buch veröffentlichte. «Ich habe zwei sehr spießige Freundinnen, die waren total dagegen. Eine von ihnen hat gesagt, dass ich meinen Ruf ruinieren werde, sagte Vanderbilt einmal. Aber sie habe dieses Buch als jüngere Frau nicht schreiben können. «Das einzige, was mir peinlich wäre, ist ein schlechtes Buch und das einzige, über das ich mir wirklich Sorgen gemacht habe, waren meine Kinder. Man weiß ja, wie Kinder mit Eltern sein können. Aber meine sind sehr intelligent und unterstützen mich.»

Sohn Anderson Cooper, als CNN-Nachrichtenmoderator in den USA inzwischen prominenter als seine Mutter, kommentierte: «Die sechs überraschendsten Wörter, die eine Mutter zu ihrem Sohn sagen kann, sind: 'Liebling, ich schreibe einen erotischen Roman'. Aber meine Mutter ist ziemlich einzigartig und nicht viel, was sie macht, überrascht mich noch.»

Geboren wurde Vanderbilt 1924 als einziges Kind des Eisenbahn-Erben Reginald Vanderbilt und seiner zweiten Frau Gloria Morgan. Ihr Ur-Ur-Großvater war der Patriarch und Gründer des millionenschweren Dampfschiff- und Eisenbahn-Imperiums, Cornelius Vanderbilt. Nach der Vanderbilt-Dynastie sind in den USA unter anderem eine Universität, mehrere Straßen in Manhattan und eine große Halle in New Yorks Hauptbahnhof Grand Central benannt. Die Großfamilie besaß - und besitzt teilweise noch - Dutzende Luxusimmobilien an den schicksten und teuersten Orten der USA, darunter das Biltmore Estate im Bundesstaat North Carolina, das größte Haus des Landes, das heute als Museum genutzt wird.

Aber das Leben von Gloria Vanderbilt begann alles andere als glücklich. Ihr Vater starb an einer Alkoholvergiftung, als seine Tochter noch keine zwei Jahre alt war - und vererbte ihr mehrere Millionen Dollar. Treuhänderin wurde ihre Mutter, die mit der kleinen Gloria zwischen Paris, London und New York umherzog und wechselnde Liebhaber hatte.

Glorias Tante Gertrude Vanderbilt Whitney missfiel der Lebenswandel ihrer Schwägerin und sie klagte vor Gericht um das Sorgerecht für Gloria, das sie nach einem spektakulären und von riesigem Medieninteresse begleiteten Prozess auch bekam. Das Verhältnis zwischen Gloria Vanderbilt und ihrer 1965 gestorbenen Mutter sollte nie wieder richtig gekittet werden. «Wenn man ohne eine Mutter und einen Vater aufwächst, wächst man damit auf, nach etwas zu suchen, was man nie finden wird.»

Vanderbilt studierte Kunst und wurde Malerin und Designerin, vor allem für Mode. Ihre Jeans verkauften sich eine Zeit lang bestens. Auch eine Reihe von Parfüms wurden unter ihrem berühmten Namen herausgebracht. Aber Vanderbilt zerstritt sich mit ihren Geschäftspartnern, denen sie Betrug vorwarf, bekam Probleme mit der Steuer - und verlor so einen Großteil ihres Vermögens.

Zwischendurch heiratete sie viermal: Erst den Hollywood-Produzenten Pat DiCicco (1941-1945), dann den Dirigenten Leopold Stokowski (1945-1955), mit dem sie zwei Söhne bekam, danach den Star-Regisseur Sidney Lumet (1956-1963) und schließlich den Autor Wyatt Emory Cooper, mit dem sie noch einmal zwei Söhne bekam und der 1978 während einer Herzoperation starb. Außerdem hatte sie zahlreiche Liebhaber, darunter Stars wie Marlon Brando («flüchtig, aber schön»), Gene Kelly («wie Brando»), Howard Hughes («sehr diskret») und Frank Sinatra («magisch»). Trotzdem behauptete Vanderbilt bis zuletzt: «Ich weiß nichts über Männer.»

Die große Tragödie ihres Lebens geschah 1988, als sich einer ihrer Söhne vor ihren Augen vom Balkon stürzte. Vanderbilt hatte vergeblich versucht, ihn aufzuhalten. Aber die Grande Dame blieb Optimistin und schaute nach vorne, bis zuletzt. «Eines meiner Geheimnisse ist, dass ich immer verliebt bin», sagte sie einmal der «New York Times». «Ich bin entschlossen, das Beste zu sein, was ich kann, so lange ich es kann.»

Veröffentlicht am:
17. 06. 2019
17:13 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
17. 06. 2019
17:13 Uhr



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