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Boulevard

Melania Trump soll Ehevertrag neu verhandelt haben

Sie gilt als unkonventionelle First Lady, die im Hintergrund ihres die Schlagzeilen beherrschenden Mannes steht. Über Melania Trump wird ebenso viel spekuliert wie über ihre Ehe mit US-Präsident Donald Trump. Ein neues Buch über sie birgt brisante Details.



Melania & Donald Trump
Melania und Donald Trump sind seit 15 Jahren miteinander verheiratet.   Foto: Alex Brandon/AP/dpa

First Lady Melania Trump soll nach dem Wahlsieg ihres Ehemannes einem neuen Buch zufolge ihren Ehevertrag mit US-Präsident Donald Trump neu verhandelt haben.

Dabei sei es um den gemeinsamen Sohn Barron gegangen, geht aus Auszügen eines Buches über Melania Trump (50) hervor, über die die «Washington Post» vor der geplanten Veröffentlichung in den USA am Dienstag berichtete. «Sie wollte einen schriftlichen Nachweis dafür, dass Barron in Bezug auf finanzielle Möglichkeiten und Erbschaft den drei ältesten Kindern von Trump eher gleichgestellt sein würde.»

Das Buch der Autorin Mary Jordan - einer mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Reporterin der «Washington Post» - soll in den USA unter dem Titel «The Art of Her Deal: The Untold Story of Melania Trump» (in etwa: Die Kunst ihres Deals: Die unerzählte Geschichte von Melania Trump) erscheinen. Der Titel spielt auf das Buch «The Art of the Deal» von 1987 von Donald Trump an, damals noch Immobilienmogul.

Auch mehr als drei Jahre nach Beginn von Donald Trumps Amtszeit als Präsident ist Melania Trump als Person weitgehend ein Rätsel geblieben. Sie ist viel weniger präsent als etwa ihre Vorgängerin Michelle Obama. Jüngst sorgte für Gesprächsstoff, dass sie sich während der Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd mehrfach auf Twitter mit versöhnlichen Botschaften zu Wort meldete - während ihrem Mann vorgeworfen wurde, die Stimmung mit Drohungen anzuheizen.

Buchautorin Jordan schreibt über Melania Trump auf Twitter: «Sie hat eine unglaubliche Lebensgeschichte.» Die «New York Times» schreibt, Jordan bringe neue Informationen über diese «unkonventionelle First Lady» an die Oberfläche.

Melania Trump habe als Begründung für ihren verspäteten Einzug ins Weiße Haus nach Donald Trumps Vereidigung im Januar 2017 angeführt, dass sie das Schuljahr des damals zehnjährigen Sohnes Barron in New York nicht unterbrechen wolle, berichtete die «Washington Post» unter Berufung auf das neue Buch.

Das sei nicht falsch gewesen, es sei aber auch um ein Druckmittel zur Neuverhandlung des Ehevertrages gegangen. Zunächst in New York zu bleiben, habe - einer konservativen Schätzung der dortigen Polizei zufolge - 125.000 US-Dollar pro Tag angesichts der nötigen Sicherheitsvorkehrungen für Melania und Barron gekostet, berichtete die Zeitung.

Beobachter im Weißen Haus hätten Mitte 2018 einen Stimmungsaufschwung bei Melania Trump bemerkt, der zu ihrer Bereitschaft beigetragen haben könnte, dass sie für eine zweite Amtsperiode ihres Ehemannes kämpfe. Jordan berichtet, dass die First Lady nach Angaben von drei Personen aus Trumps Umfeld damals den Ehevertrag zu ihrer Zufriedenheit neu ausverhandelt gehabt habe. Der ursprüngliche Vertrag sei nicht sehr großzügig gewesen, hieß es weiter - ohne, dass Details aus der Vereinbarung genannt wurden.

Jordan schreibt, Melania habe bereits sichergestellt gehabt, dass Barron sowohl die Staatsbürgerschaft ihres Herkunftslandes Slowenien als auch die der USA habe. Das werde ihn in die Lage versetzen, als Erwachsener für die Trump-Organisation in Europa zu arbeiten. Bei der Neuverhandlung des Ehevertrages habe sie sicherstellen wollen, dass Barron aus dem Konzern nicht ausgeschlossen werde.

Die Autorin berichtet, der Eindruck trüge, dass Melania und Donald Trump gegensätzlich seien. Sie seien beide Kämpfer und schätzten Loyalität über alles andere. Weder der Präsident - der am Sonntag seinen 74. Geburtstag feierte - noch die First Lady hätten viele enge Freunde. Ihre Instinkte als Einzelgänger würden sich auf die Ehe übertragen. Es scheine aber, als würden beide sich lieben. Melania ist Donald Trumps dritte Ehefrau.

Aus der ersten Ehe mit Ivana hat Donald Trump drei Kinder: Donald Jr., Ivanka und Eric. Die Söhne Donald Jr. und Eric führen die Trump-Organisation. Ivanka und ihr Ehemann Jared Kushner sind Berater im Weißen Haus. Aus der zweiten Ehe mit Marla Maples stammt die Tochter Tiffany Trump, die eine weitaus weniger prominente Rolle im öffentlichen Leben des Präsidenten spielt.

Zwischen Tochter Ivanka und der First Lady gab es offenbar Rivalitäten - wie zumindest ein am Samstag weiterer veröffentlichter Auszug aus dem neuen Buch suggeriert. Während Melania noch in New York geweilt habe, habe sich Ivanka einen Platz im Ostflügel des Weißen Hauses sichern wollen. Dort befinden sich traditionell das Büro der First Lady und ihrer Mitarbeiter. Einer von Ivanka Trumps Vorschlägen sei gewesen, das «First Lady's Office» in «First Family's Office» umzubenennen. Dies habe Melania nicht erlaubt.

Nicht nur Melanias Person, auch ihre Ehe mit Donald Trump ist in den USA immer wieder Gegenstand von Spekulationen. Donald Trump wurden in der Vergangenheit wiederholt Affären angelastet, die er allerdings dementierte.

Die CNN-Journalistin Kate Bennett hatte Ende vergangenen Jahres die nicht autorisierte First-Lady-Biografie «Free, Melania» veröffentlicht, in der es hieß, dass Melania und Donald Trump - wie vielfach kolportiert - im Weißen Haus getrennte Schlafzimmer haben. Auch Bennett erweckte aber nicht den Eindruck, die Ehe werde nur zum Schein aufrecht erhalten. Die Autorin schrieb, Donald Trump wünsche sich sehnlichst Melanias Zustimmung und vertraue auf sie.

Bennett schrieb auch, Melania habe erheblichen Einfluss auf den Präsidenten. «Sie ist die einzige, die ihm offen sagen kann, was sie denkt.» Die Autorin meinte: «Sie ist im Wesentlichen unantastbar.»

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dpa

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14. 06. 2020
17:32 Uhr

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