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Kulturhauptstadt-Effekt: Niki de Saint Phalle in Mons

Mons war 2015 Kulturhauptstadt Europas. Ein Titel, der nachwirkt. Heute richtet die wallonische Stadt die erste Retrospektive für Niki de Saint Phalle in Belgien aus - und ihre erste Biennale.



Niki de Saint Phalle in Mons
Eine «Nana» von Niki de Saint Phalle tanzt in Mons.   Foto: Sabine Glaubitz

Die vier Totems stehen in der Nähe des Belfrieds, nur wenige Schritte weiter tanzen drei Grazien, und vor dem Museum für Schöne Künste, dem Bam, stehen der «Nanas-Brunnen» und das «Nana-Haus II».

Mit rund 140 Werken von Niki de Saint Phalle geht es im Inneren des Museums im belgischen Mons dann weiter. «Hier ist alles möglich» heißt der Titel der Ausstellung, den die belgische Stadt wortwörtlich genommen hat. Denn die riesige Werkschau ist nicht nur die erste Retrospektive für Niki de Saint Phalle in ganz Belgien. Mit der Ausstellung über eine der bekanntesten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts ist die wallonische Stadt auch in ihre erste Biennale gestartet.

Ein Titel als Kulturhauptstadt Europas verpflichtet. «Wir durften die Dynamik von 2015 nicht einschlafen lassen», erklärt Caroline Kadziola von der Fondation Mons 2025. Die Zahl der Museumsbesucher in Mons und Umgebung sei in den vergangenen beiden Jahren angestiegen. Zudem habe sich ein dauerhaftes Netzwerk an Kunstschaffenden gebildet, so die Kulturmanagerin. 2015 hat Mons beachtliche 70 Millionen Euro in den Titel gesteckt.

Die 97.000 Einwohner zählende Stadt hatte damals zum Auftakt des Kulturjahres bereits mit der Ausstellung «Van Gogh im Borinage - Die Geburt eines Künstlers» geglänzt. Die rund 70 Werke wurden in dem 2013 wiedereröffneten Kunstmuseum Bam gezeigt. Mit Niki de Saint Phalle hat die Stadt wieder einen zugkräftigen Namen an Land gezogen.

Die rund 140 Werke geben einen umfangreichen Einblick in das Schaffen der französisch-amerikanischen Künstlerin, angefangen von ihren ersten figurativen Arbeiten, über ihre Schießbilder bis hin zu ihren berühmten Frauenfiguren, den «Nanas». Auch ihr Film «Daddy» wird gezeigt, in dem die 2002 gestorbene Künstlerin ihre Vergangenheit aufarbeitet. Als junges Mädchen war sie mehrfach von ihrem Vater missbraucht worden.

Mit Niki de Saint Phalle hat Mons seine neunmonatige Biennale eröffnet. Auf dem Programm stehen Street-Art-Festivals, Performances, Konzerte und zahlreiche Werkschauen wie die über Giorgio de Chirico, die am 16. Februar im Bam beginnt.

Mons ist reich an Unesco-Welterbestätten, darunter auch das Archiv- und Dokumentationszentrum Mundaneum. Es gehört zu den Einrichtungen, die am Biennale-Programm mitwirken. Das Museum, einzig in seiner Art, beherbergt die Reste des weltweiten Wissens, das Paul Otlet und Henri La Fontaine 1895 mit der Gründung des Institut International de Bibliographie erfassen wollten: rund 12 Millionen Karteikarten mit bibliografischen Angaben in tausenden von kleinen Holzkisten.

Heute finden im Mundaneum Konferenzen und Ausstellungen statt. Für die Biennale hat man sich die bis Ende März dauernde Schau «Europa beginnt hier! Die Architekten des Friedens» ausgedacht. Eine Anspielung darauf, dass Otlet und La Fontaine - er wurde 1913 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet - der Überzeugung waren, mit einem Archiv des Weltwissens den Frieden sichern zu können.

Veröffentlicht am:
14. 11. 2018
10:27 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
14. 11. 2018
10:27 Uhr



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