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Boulevard

Komponist Krzysztof Penderecki gestorben

Seine Musik taucht in Filmen von Stanley Kubrick und Andrzej Wajda auf. Krzysztof Penderecki schrieb bis ins hohe Alter Werke und tourte mit internationalen Stars durch die Welt. Nun trauert nicht nur Polen um den brillanten Komponisten.



Krzysztof Penderecki
Krzysztof Penderecki ist tot.   Foto: Diego Azubel/epa/dpa

Bis ins hohe Alter sprudelten in seinem Kopf die Ideen für Musik. «Ich habe noch Arbeit für die nächsten 20 Jahre», versicherte der Komponist Krzysztof Penderecki vor gar nicht allzu langer Zeit.

Doch nun ist Polens prominentester Tondichter der Gegenwart im Alter von 86 Jahren in Krakau (Krakow) gestorben, wie die Agentur PAP am Sonntag unter Berufung auf seine Ehefrau meldete.

«Ich liebe es, unbekannte Wege zu gehen», sagte er einmal über seine Arbeitsweise. Seine Musik hatte eine große Bandbreite, einen Favoriten herauszupicken, fiel ihm schwer. «Ich muss, nicht besonders bescheiden, zugeben, dass ich alle meine Werke liebe», sagte er. «Es sind Stücke, die ich akzeptiert habe und die mir nahe sind». Unwichtige Musik hingegen - die würde er gar nicht erst zu Ende schreiben.

Seine Werke widmete er den Opfern des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz, des Atombombenangriffs auf Hiroshima und der Terroranschläge des 11. September 2001. Er schrieb für befreundete Star-Musiker wie den Violinisten Isaac Stern und den Cellisten Mstislaw Rostropowitsch. Auch in Filmen von Regisseuren wie Stanley Kubrick und Andrzej Wajda tauchen seine Kompositionen auf.

Mit der deutschen Violinistin Anne-Sophie Mutter verband ihn eine lange und intensive Künstlerfreundschaft, deren Ergebnis unter anderem in dem Album «Hommage à Penderecki» festgehalten wurde. «Jedes Stück, das er für mich schrieb, hat mich herausgefordert und zutiefst bewegt», teilte sie der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die Star-Violinistin hob hervor, dass die tiefe Seele des Komponisten in jeder Note durchscheine, immer verbunden mit der Meisterschaft der Form. Das Violinkonzert mit dem Untertitel «Metamorphosen» habe sie in der Zeit der Krankheit und des frühen Todes ihres Mannes, des Rechtsanwalts Detlef Wunderlich, im Jahr 1995 begleitet.

Zu internationaler Bekanntheit in der Musikwelt kam der 1933 im südpolnischen Debica geborene Penderecki schon in jungen Jahren: Seine Komposition für die Opfer von Hiroshima aus dem Jahr 1959 wurde mit dem Preis der Weltkulturorganisation Unesco ausgezeichnet und gehört bis heute zu seinen meistgespielten Werken. Während er mit seinen frühen Arbeiten als Vertreter der Avantgarde galt, wandte sich Penderecki in späteren Jahren wieder mehr traditionellen Musik- und Klangmustern zu. Einen Schwerpunkt legte er auf Kammermusik und sakrale Musik.

Penderecki lehrte an der Krakauer Musikhochschule, der Folkwangschule in Essen und der Yale-Universität in den USA. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Selbst Pendereckis Partituren wurden bereits wie Kunstwerke ausgestellt: Der Musiker machte verschiedene Klänge in verschiedenen Farben kenntlich, dadurch waren die Handschriften ganz bunt.

Sein Landgut in der Nähe von Krakau mit seinem ausgedehnten Park genoss der umtriebige Komponist und Dirigent nur selten, obwohl Bäume neben der Musik als seine große Leidenschaft galten. Der ausgebuchte Terminkalender und die vielen Reisen ließen keine Rast zu. Nach dieser sehnte er sich selbst im hohen Alter nicht. Dass er sich Ruhe wünsche, sei wohl ein Scherz, sagte Penderecki vor seinem 85. Geburtstag im November 2018, den er mit einem einwöchigen Musikfestival in Warschau feierte.

Dort kamen ihm zu Ehren Weggefährten der internationalen Musikszene zusammen wie die Dirigenten Juri Baschmet und Christoph Eschenbach - und natürlich auch Anne-Sophie Mutter. Gebannt lauschte das Publikum in den vornehmsten Konzertsälen Warschaus Pendereckis Musik. «Was kann man sich mehr wünschen?», sagte der Komponist, der sich vor allem aus einem Grund besonders glücklich schätzte: «Meine Musik wird in meiner Heimat gespielt und geschätzt.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
29. 03. 2020
16:11 Uhr

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29. 03. 2020
16:11 Uhr



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