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Junges Kino beim Filmfestival Locarno

Locarno zählt mit seinen Freiluftaufführungen unterm Sternenzelt zu den schönsten Filmfestivals. Hier trumpft vor allem das junge Kino auf - auch aus Deutschland.



Lili Hinstin
Lili Hinstin, die künstlerische Leiterin des Filmfestivals Locarno, auf der Piazza Grande.   Foto: Christian Beutler » zu den Bildern

Star-Power unterm Sternenzelt, eine riesige Kinoleinwand und coole Drinks zum Filmgenuss: Mit seinen abendlichen Freiluftaufführungen für Tausende Zuschauer bietet das Internationale Filmfestival im Schweizer Locarno etwas ganz Besonderes.

Zum 72. Mal lädt es vom 7. bis 17. August ans Ufer des Lago Maggiore. Auch deutsche Filmschaffende hoffen auf eine Auszeichnung.

Einen Preis hat Deutschland schon sicher: die Firma «Komplizen Film» erhält den «Premio Raimondo Rezzonico», eine der weltweit wichtigsten Ehrungen für Filmproduzenten. Bekannt wurde die Firma 2016 mit «Toni Erdmann» von Autorin und Regisseurin Maren Ade. Sie gehört zu den Gründern von Komplizen Film und wird die Auszeichnung mit dem übrigen Leitungsteam persönlich in Locarno entgegennehmen.

Auf den Hauptpreis, den Goldenen Leoparden, hofft das Regie-Duo Ulrich Köhler («Schlafkrankheit») und Henner Winckler («Lucy»). Im Spielfilm «Das freiwillige Jahr» beleuchten sie ein Vater-Tochter-Drama im Spannungsfeld sozialer Entwicklungen. «Das freiwillige Jahr» läuft neben 16 anderen Filmen aus aller Welt im Internationalen Wettbewerb, dem Herzstück des Festivals.

Um den begehrten Publikumspreis für einen der außer Konkurrenz gezeigten Filme der Open-air-Aufführungen auf der Piazza Grande bewirbt sich der deutsche Regisseur Patrick Vollrath. Bekannt wurde er 2015 mit dem Gewinn des Studenten-Oscars für den Kurzfilm «Alles wird gut». Vollrath zeigt sein Spielfilmdebüt «7500», einen Thriller. Er bringt seinen Hauptdarsteller mit nach Locarno, Hollywood-Star Joseph Gordon-Levitt («Snowden»).

In der Nachwuchs-Sektion «Cineasti del presente» («Filmemacher der Gegenwart») bewirbt sich das deutsche Regie-Duo Elsa Kremser und Levin Peter mit der Dokumentation «Space Dogs» um einen Preis. Sie folgen den bis in die Gegenwart reichenden Spuren der von den Sowjets 1957 als erstes Lebewesen in den Weltraum geschickten Hündin namens Laika.

In der renommierten «Semaine de la Critique» («Woche der Kritik») haben zwei deutsche Dokumentarfilme Preischancen: «Another Reality» von Noël Dernesch und Olli Waldhauer - sie beobachten deutschen Großstadtalltag in der Parallelgesellschaft illegaler Familienclans - und «Lovemobil» von Elke Margarete Lehrenkrauss über das vielfältige Leben in der Welt der Wohnmobile.

Das Festival von Locarno gilt als eine der weltweit wichtigsten Tribünen des engagierten Kinos. Motto ist der Slogan «Hier sind die Filme die Stars!». Doch auch Prominente werden erwartet, etwa Hollywood-Star Hilary Swank («Million Dollar Baby») und Skandal-Regisseur John Waters aus den USA («Pink Flamingo»). Allerdings setzt Locarno statt auf große Namen auf Frische. Junge Filmkünstler dominieren.

Damit bleibt das Festival seiner Tradition treu. Der Italiener Carlo Chatrian hatte mit diesem Konzept als künstlerischer Leiter in den vergangenen sieben Jahren enormen Erfolg, was seine Berufung in die Leitung der Berlinale entscheidend befördert hat. Seine Nachfolgerin ist nun die Französin Lili Hinstin. Von 2013 bis 2018 leitete sie das Nachwuchs-Filmfestival «Entrevues Belfort».

Zu ihrem Start in Locarno setzt Lili Hinstin auf Erneuerung. Dazu gehört für sie, mehr Frauen ins Scheinwerferlicht zu rücken. Und sie will neue digitale Formen des Kinos fördern. Inhaltlich setzt auch sie, wie ihre Vorgänger, auf Gesellschaftskritik. Dazu sagt Lili Hinstin: «Das Kino soll uns helfen, unsere Wohlfühlzonen zu verlassen und uns den drängenden und verunsichernden Fragen der Gegenwart zu stellen.»

Die diesjährige Festival-Ausgabe zeigt mehr als 200 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme. Eröffnet wird das 72. Internationale Filmfestival Locarno am 7. August mit der Familiensaga «Magari», wie Lili Hinstin betont, «selbstverständlich ein Film von einer Frau». Es ist das Kino-Debüt der Italienerin Ginevra Elkann, Enkelin des Fiat-Chefs Gianni Agnelli.

Veröffentlicht am:
07. 08. 2019
10:14 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
07. 08. 2019
10:14 Uhr



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