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Boulevard

«Funny Girl» überzeugt in Bad Hersfeld

Das Musical «Funny Girl» ist durch die Verfilmung mit Barbra Streisand weltbekannt. Die Inszenierung bei den Hersfelder Festspielen muss sich also mit einem großen Vorbild messen. Das gelingt vor allem dank der Hauptdarstellerin.



Katherine Mehrling und Heinrich Schalmeister
Der Theater- und Filmproduzent Florenz Ziegfeld (Heinrich Schalmeister) entdeckt Fannys (Katherine Mehrling) Talent und fördert es.   Foto: Swen Pförtner » zu den Bildern

Langbeinige Revue-Tänzerinnen proben für ihren Auftritt. Dazwischen stolpert ein kleingewachsener Rotschopf mit Matrosenkleidchen über die Bühne.

Dass die junge Frau dort falsch ist, bekommt sie zu spüren und zu hören: zu kurze Beine, zu wenig Brust. Wer in eine Show gehe, wolle «was fürs Auge, vor allem die Männer». Doch die Kleine mit der großen Klappe lässt sich den Traum vom Showgeschäft nicht ausreden: «Glaubst du, schöne Frauen bleiben ewig in Mode? Das kann jeden Moment vorbei sein», ruft sie frech.

Die Frau ist Fanny Brice, eine US-amerikanische Komikerin, Entertainerin, Sängerin, Theater- und Filmschauspielerin. Brice gab es wirklich, sie war bis in die 1930er Jahren ein Broadway-Star. Ihr Leben ist die Vorlage für das Musical «Funny Girl». Das startete am Freitag bei den Bad Hersfelder Festspielen. Die Hersfelder Inszenierung begeisterte die knapp 1300 Premierenzuschauer vor allem durch eine grandiose Hauptdarstellerin.

In der Broadwayversion von 1964 und der späteren Verfilmung von «Funny Girl» spielte Barbra Streisand die Hauptrolle. Sie gewann damit den Oscar der amerikanischen Filmakademie. In Bad Hersfeld verkörpert Katharine Mehrling die Komikerin. Die gebürtige Hessin tritt in große Fußstapfen - und füllt sie mühelos aus. Bereits nach wenigen Minuten ist klar: Diese Fanny ist wirklich «funny». Mal bringt sie ständig schnipsend einen Showproduzenten zur Weißglut, dann sabotiert sie eine Revue mit falschem Babybauch.

Dabei hat die Hersfelder Inszenierung eigentlich ein Problem: Wie verwandelt man die historische Stiftsruine in ein Broadway-Theater? Regisseur Stefan Huber und Bühnenbildner Harald Thor finden darauf eine Antwort: mit einer riesigen Treppe. Die wird durch zahlreiche Umbau- und Beleuchtungsmöglichkeiten zu Bahnhof, Restaurant und Garderobe. Vor allem ist sie eine perfekte Kulisse für die zahlreichen Revue-Nummern mit aufwendigen Choreographien und Kostümen.

Dabei macht «Funny Girl» in erster Linie gute Laune. Die Hersfelder Inszenierung widmet sich dem Aufstieg von Fanny, die sich trotz aller Widerstände durchsetzt und ein Star wird. Die tragische Komponente - die unglückliche Liebe zu ihrem Ehemann Nick Arnstein - kommt recht kurz. Der professionelle Spieler wird mit dem Erfolg seiner Frau nicht fertig und dadurch zum Betrüger. Der Theater- und Musicaldarsteller Alen Hodzovic spielt Nick überzeugend als charmanten Verführer mit gutem Kern.

Das Ensemble um die Hauptdarsteller leistet tolle Arbeit. Bekannte Namen aus dem Film- und Fernsehgeschäft wie in anderen Hersfelder Inszenierungen braucht «Funny Girl» nicht. Eine Ausnahme ist der aus TV und Kino bekannte Heinrich Schafmeister («Comedian Harmonists»). Er spielt Florenz Ziegfeld, einen Theater- und Filmproduzenten, der Fannys Talent entdeckt und fördert.

Doch Schafmeister hält sich in seiner Rolle angenehm zurück - und singt auch nicht. «Wir wollten das Publikum ja nicht traurig machen», scherzte er nach der Premiere. Für den Schauspieler macht vor allem die Musik unter der Leitung von Christoph Wohlleben den Reiz der Hersfelder Inszenierung aus. Ein Problem sei die starke Verdichtung des Stoffs. «Die Schwierigkeit ist eben, dass sehr viele Handlungsstränge sehr knapp erzählt werden müssen», erklärte Schafmeister.

Vor allem am Ende wirkt die Handlung gehetzt. Das Scheitern der großen Liebe wird im Eiltempo erzählt. Das Premieren-Publikum sah über solche Schwächen hinweg - und verabschiedete die Schauspieler mit tosendem Applaus.

Veröffentlicht am:
13. 07. 2019
14:01 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
13. 07. 2019
14:01 Uhr



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