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Boulevard

Die Welt trauert um Little Richard

Er prägte Bob Dylan, Elton John oder Mick Jagger - nun trauern die Größen der Musikwelt um Little Richard. Auch ein Ex-Präsident erinnert sich.



Rock'n'Roll-Legende Little Richard
Little Richard, der «King of Rock'n'Roll», bei einem Konzert in der Grugahalle 1997.   Foto: Herbert Spies/dpa

Nach dem Tod von Little Richard trauern Ikonen der Musikbranche und gesellschaftliche Größen um den Rock'n'Roll-Pionier.

Musik-Legende und Nobelpreisträger Bob Dylan schrieb auf Twitter: «Er war mein leuchtender Stern und das Licht, das mich leitete, als ich ein kleiner Junge war.» Er habe ihn zu seiner Musik angetrieben, auch auf gemeinsamen Touren in Europa, bei denen Little Richard «Dynamit» auf der Bühne gewesen sei. «Natürlich wird er für immer leben. Aber es ist so, als wäre ein Teil Deines Lebens weg.»

Die frühere First Lady der USA, Michelle Obama, würdigte das Lebenswerk des Gestorbenen. «Mit seinem Überschwang, seiner Kreativität und seiner Weigerung, etwas anderes als er selbst zu sein, legte Little Richard den Grundstein für Generationen von Künstlern.» Bill Clinton sprach von einer Ehre, dass der Sänger am Tag seiner Vereidigung als US-Präsident 1993 aufgetreten sei.

Paul McCartney und Ringo Starr veröffentlichten ein Foto ihrer legendären Band Beatles mit dem amerikanischen Sänger. Auch die Künstlerin Yoko Ono verabschiedete sich mit einem gemeinsamen Bild.

Little Richard, der mit bürgerlichem Namen Richard Wayne Penniman hieß, war am Samstag im Alter von 87 Jahren gestorben, wie das Magazin «Rolling Stone» und die US-Nachrichtenagentur AP berichteten.

Die Todesursache des einflussreichen Musikers, der den Welthit «Tutti Frutti» sang, ließen seine Angehörigen zunächst offen. Über die Gesundheit von Little Richard war nach einer Hüftoperation bereits jahrelang spekuliert worden. Er lebte zurückgezogen in Tennessee.

Rolling-Stones-Frontmann Mick Jagger sprach von Little Richard als «größter Inspiration» seiner Jahre als Teenager. Auch Elton John bezeichnete den Musiker als prägend: «Ihn live in meinen Jahren als Teenager zu sehen, war das aufregendste Ereignis in meinem Leben bis zu diesem Punkt.»

Beach-Boys-Gründer Brian Wilson schrieb, Little Richard habe allen gezeigt, «wie man rock'n'rollt». Die Rockband Foo Fighters nannte die Welt «einen besseren Ort», weil es die Musik Little Richards gebe, auch Musiker Iggy Pop bedankte sich. Die Schauspielerin und Musikerin Bette Midler, die mit Little Richard Mitte der 80er Jahre bei der Komödie «Zoff in Beverly Hills» zusammenarbeitete, bezeichnete ihn als «Genie», der den Weg für viele Künstler geebnet habe.

1955 wurde Little Richard mit «Tutti Frutti» vom unbekannten Musiker zum Superstar und legte den Grundstein zum Rock'n'Roll. Das Lied habe «eine neue Ära der Musik» eingeleitet, heißt es sogar in der US-Nationalbibliothek. Nach «Tutti Frutti» veröffentlichte er in den Jahren darauf Songs wie «Good Golly, Miss Molly» und «Lucille», die von Stars wie Elvis Presley gecovert und weiterentwickelt wurden. Der offen bisexuelle «Gott des Rock'n'Roll» tourte durch die Vereinigten Staaten und feierte wilde Partys mit Männern, Frauen und Alkohol.

Little Richards Konzerte, bei denen der androgyne junge Mann mit dünnem Schnurrbart, hochtoupierten Haaren, Schminke und wilden Kostümen auftrat, brachten mitten in der Zeit der sogenannten Rassentrennung Weiße und Schwarze zusammen - zum Entsetzen von Rassisten. Geboren wurde Penniman 1932 als Sohn einer armen afro-amerikanischen Familie im südlichen US-Bundesstaat Georgia. Sein Vater war Schmuggler und wurde ermordet, als Little Richard - das dritte Kind unter zwölf Geschwistern - 19 Jahre alt war.

Nach seinen größten Erfolgen entschloss er sich 1957 überraschend dazu, die Musik vorläufig hinzuschmeißen und Priester zu werden. Seitdem lebte Little Richard zwischen Kirche und Musik.

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dpa

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Veröffentlicht am:
10. 05. 2020
15:40 Uhr

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dpa

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10. 05. 2020
15:40 Uhr



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