Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Boulevard

Das Ringen von Ost-Künstlern in der Wendezeit

Weit aufgerissene Augen, eine Weggabelung, ein zerrissenes Wohnzimmer. Die Wende wurde von zahlreichen Künstlern in ihren Werken aufgearbeitet. Kunsthistorisch aufbereitet sind die Arbeiten noch kaum. In Leipzig ist nun eine umfassende Schau zu sehen.



Ausstellung "Point of no Return"
Die Holzplastik «Zweifel» von Hans Scheib aus dem Jahr 1984.   Foto: Sebastian Willnow » zu den Bildern

30 Jahre nach der Friedlichen Revolution behandelt das Leipziger Museum der bildenden Künste (MdbK) in einer großen Ausstellung die Wendezeit.

«Point of No Return. Wende und Umbruch in der ostdeutschen Kunst» zeigt auf etwa 2000 Quadratmetern mehr als 300 Werke aller Gattungen von 106 Künstlern. In den Arbeiten spiegelt sich die Zeit vor dem Fall der Mauer wider. Auch der Umbruch selbst und die Neudefinition der Kunst danach werden dargestellt.

«Die Künstler haben in vielen Fällen den Umbruch antizipiert», sagte Paul Kaiser, Direktor des Dresdner Instituts für Kulturstudien, am Montag. Kaiser kuratierte die Schau gemeinsam mit Christoph Tannert, Leiter des Künstlerhauses Bethanien in Berlin sowie Alfred Weidinger, Direktor des Leipziger Museums. Entstanden ist eine umfassende, mutige Schau, welche Unsicherheit und Angst in Bezug auf den Umbruch widerspiegelt.

«Was man in dieser Ausstellung spürt, das ist Schmerz», sagte Weidinger vor der geplanten Eröffnung der Ausstellung am Montag. «Vielleicht braucht es 30 Jahre, um Abstand zu gewinnen und sich dann mit den Künstlerinnen und Künstlern auseinander zu setzen», fügte er hinzu.

Die ausgestellten Gemälde und Plastiken fügen sich in Räume, die mit «Andere Wege», «Wendeschleife» oder «Quo vadis» betitelt sind. «Wohin?» nannte Petra Flemming ihr Bild aus dem Jahr 1987, auf dem sich ein trister Weg gabelt. In Via Lewandowskys «Berliner Zimmer» ist ein Wohnzimmer aufgebaut, welches durchschnitten ist. Ein Riss geht durch die gute Stube. Willi Sitte hingegen kritisiert in «Erdgeister» die Arbeiterklasse, welche den Kapitalismus seiner Meinung nach unkritisch übernahm. Die Leipziger Malerin Doris Ziegler gibt der Umbruchzeit in ihrem erstmals ausgestellten Passagen-Zyklus ein kaltes, graues Gesicht der Orientierungslosigkeit.

«Diese Ausstellung ist eine Notwendigkeit», sagte Weidinger. Denn die Kunst der Wendezeit sei bislang kaum aufbereitet. Jetzt bestehe noch die Möglichkeit, mit Künstlern zu sprechen, die den Umbruch miterlebt haben.

Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Künstlern, die bereits vor der Wende in den Westen gegangen waren ebenso wie solche von Reformern und eher Staatstragenden. Auch Arbeiten jüngerer Künstler, welche die sozialistische Ideologie weniger geprägt hat, werden ausgestellt. Die Werke entstanden in der Zeit der 1970er Jahre bis heute. Die Ausstellung soll bis 3. November zu sehen sein.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
22. 07. 2019
17:28 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeiterklasse Gemälde Malerinnen und Maler Mauerfall Museum der bildenden Künste Paul Kaiser Via Lewandowsky Willi Sitte
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
«Utopie und Untergang»

04.09.2019

Kunstpalast präsentiert Künstler aus der DDR

30 Jahre nach dem Fall der Mauer stellt ein westdeutsches Museum Künstler aus der DDR vor. Es sind nur 13, aber es ergibt ein buntes Bild. Der Düsseldorfer Kunstpalast setzt auf ein neugieriges Publikum. » mehr

Karl Ove Knausgård

10.10.2019

Viel Farbe und Natur: Der «unbekannte» Munch in Düsseldorf

Norweger unter sich: Der Bestsellerautor Karl Ove Knausgård hat eine üppige Ausstellung mit Bildern von Edvard Munch gestaltet. Gezeigt werden weniger bekannte, aber dennoch eindringliche Bilder. Das berühmte Bild «Der S... » mehr

Pieter de Hooch

07.10.2019

Aus dem Schatten Vermeers: Meisterwerke von Pieter de Hooch

Alltag im 17. Jahrhundert: Eine Frau schaut liebevoll auf ihr Kind, ein paar Dienstmädchen lachen. Meisterhaft zeigt der holländische Maler de Hooch intime Szenen. Jetzt wird er neu entdeckt. » mehr

Albrecht Dürer

18.09.2019

Wiener Albertina zeigt Dürers Meisterwerke

Albrecht Dürer gilt als einer der bedeutendsten Künstler der Renaissance. Rund 200 seiner Werke stellt die Albertina in Wien in den kommenden vier Monaten in einer großen Schau aus - und feiert den Nürnberger als Meister... » mehr

«Feldhase»

15.09.2019

«Feldhase» und «Betende Hände» - Dürers Meisterwerke

Albrecht Dürer gilt als einer der bedeutendsten Künstler der Renaissance. Rund 200 seiner Werke stellt die Albertina in Wien in den kommenden vier Monaten in einer großen Schau aus - und feiert den Nürnberger als Meister... » mehr

Ausstellung Markus Lüpertz

12.09.2019

Münchner Ausstellung zeigt Markus Lüpertz auch als Cineasten

200 Gemälde und Zeichnungen des Künstlers Markus Lüpertz werden in einer neuen Ausstellung gezeigt. Die Arbeiten sind von der Liebe des Künstlers zum Film inspiriert. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Der Verhocktenumzug zum Abschluss der Kirmes in Tiefenort

Verhocktenumzug Tiefenort |
» 25 Bilder ansehen

Grenzgedenkstätte Point Alpha Rasdorf

Point Alpha Gedenkstätte | 20.10.2019 Rasdorf/Geisa
» 14 Bilder ansehen

Baumesse Suhl

Baumesse Suhl | 19.10.2019 Suhl
» 18 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
22. 07. 2019
17:28 Uhr



^