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Boulevard

Aus für Berliner Mauer-Projekt aus Sicherheitsgründen

Das Projekt DAU mit dem Bau einer Mauer mitten in Berlin hat von Anfang an die Geister geschieden. Jetzt steht es vor dem Aus. Das dürfte erst recht für Diskussionen sorgen.



Berliner DAU-Projekt
Mauerteile für das Berliner DAU-Projekt.   Foto: Mathias Schwerbrock

Die Berliner Behörden haben dem umstrittenen Kunstprojekt DAU mit dem Nachbau einer Mauer in Berlin aus Sicherheitsgründen die Genehmigung versagt.

Das erklärten die Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos) und die Bezirksstadträtin Sabine Weißler (Grüne) am Freitag in einem Pressegespräch. Bedenken hatten die Behörden vor allem bei der Verkehrssicherheit, den Rettungswegen und beim Brandschutz.

Die Berliner Festspiele reagierten als Veranstalter verwundert. Sie hätten nur eine E-Mail, aber nicht eine formelle Ablehnung ihres Antrages erhalten. Sie würden sich deshalb weiter im Austausch mit den zuständigen Stellen darum bemühen, die Antragsunterlagen zu vervollständigen. Ein Sprecher der Senatsverwaltung für Verkehr erläuterte, mit der E-Mail habe man die Veranstalter vorab informieren wollen, das formale Schreiben folge nächste Woche. «Die Entscheidung ist gefallen», betonte er.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) bedauerte die Absage. Zwar müsse man für Sicherheitsbedenken Verständnis haben, dennoch habe sie sich auf das Projekt gefreut. «Nur wer den Mut zum Experiment hat, wer also bereit ist, auch vorhandene Grenzen in Frage zu stellen, schafft Fortschritt und ist Avantgarde im besten Sinn.»

Bei dem Projekt des russischen Filmemachers Ilya Khrzhanovsky sollte vom 12. Oktober an vier Wochen lang ein ganzes Häuserkarree in Berlin-Mitte mit einer Betonmauer abgeriegelt werden, um dahinter ein diktatorisches System erfahrbar zu machen. Bis zu 3000 Menschen pro Tag wurden erwartet.

Normalerweise bräuchten Veranstaltungen dieser Größenordnung einen Vorlauf von etwa einem Jahr, sagte Weißler. Der Antrag für DAU mit den ersten konkreten Planungsunterlagen sei jedoch erst vor sechs Wochen eingegangen. Wesentliche Unterlagen seien zum Teil noch deutlich später gekommen.

«Dem Veranstalter war es nicht möglich, einen sicheren Ablauf der Veranstaltung zu garantieren», so das Fazit der Behörden. Nach der Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg und dem Terroranschlag am Breitscheidplatz an der Berliner Gedächtniskirche müsse jedoch Sicherheit die oberste Priorität haben.

Das Projekt hatte - unabhängig von den Sicherheitsfragen - von Anfang an für eine heftige Debatte gesorgt. So stellten sich Filmschaffende wie Lars Eidinger, Iris Berben, Tom Schilling und Veronica Ferres hinter die Pläne, sie warnten vor einer Einschränkung der Kunstfreiheit.

Am Freitag meldeten sich nach Angaben der beteiligten Produktionsfirma Phenomen Films weitere prominente Unterstützer wie Gérard Depardieu, Willem Dafoe, Isabelle Adjani und Fanny Ardant. Der chinesische Exilkünstler Ai Weiwei kündigte an, er habe mit dem DAU-Initiator Khrzhanovsky vereinbart, die Mauer zu bemalen.

Anderer Prominente um die Stasi-Unterlagenbeauftragte Marianne Birthler und die Publizistin Lea Rosh verwiesen auf das Leid, das die Mauer den Menschen in Berlin jahrzehntelang gebracht habe. «Wir wollen keine Mauer mehr sehen!», schrieben sie in einem offenen Brief. «Sie war kein Eventspielzeug.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
21. 09. 2018
15:09 Uhr

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21. 09. 2018
15:09 Uhr



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