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«Alles ohne Strom»: Die Toten Hosen überraschen als Bigband

Die Toten Hosen bringen ihr zweites Akustik-Album in 37 Jahren Band-Geschichte heraus. Und sie gehen damit nächstes Jahr auf Tournee - erstmals als Bigband.



Die Toten Hosen
Die Toten Hosen haben in musikalischen Gärten gewildert.   Foto: David Young/dpa

Die Toten Hosen sind rückfällig geworden. Eineinhalb Jahrzehnte nach ihrem ersten Akustik-Album, seinerzeit aufgenommen im Wiener Burgtheater, haben die Düsseldorfer Punkrocker jetzt ihr zweites veröffentlicht: «Alles ohne Strom».

Um den Strom und die fehlenden Verstärker zu ersetzen, hat die Combo um Campino diesmal reichlich personelle Verstärkung zu sich gebeten: Bläser, Streicher, eine Pianistin, ein zusätzlicher Percussionist. Bei der nächsten Tournee wird der Hosen-Tross daher auf Rekordgröße anwachsen: 17 Musiker sollen auf der Bühne stehen. «Die Toten Hosen wollten eigentlich immer eine Bigband sein - außer uns wollte nur keiner mitmachen», sagt Campino.

Die erste Auskopplung des Akustik-Albums war das inzwischen 30 Jahre alte Stück «1000 gute Gründe» - als Ska-Variante. «Paradies» kommt als Polka daher, «Hier kommt Alex» in einer Version irgendwo zwischen ZZ Top und John Lee Hooker.

«Wir haben in anderen musikalischen Gärten gewildert und einfach vom Baum gerupft, was uns gefallen hat», sagt Campino im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. «Diese fetten Bläsersätze bringen sofort einen anderen Charakter in die Musik. Das war ein großer Spaß. Ganz puristisch geht das aber nicht», räumt er ein. «Der Gesang muss schon verstärkt werden, und man muss den Klang auch mischen, sonst würde man nur Trompeten hören.»

Dann ist da eine Hommage an Rammstein - die Coverversion «Ohne Dich»: «Ein wunderschönes Lied - das ist Lyrik», sagt Campino - und über die Berliner Band: «Wir haben uns über die Jahre zu schätzen gelernt.» Das war nicht immer so. «Ursprünglich gab es starke Differenzen, und wir haben uns das auch gegenseitig vor den Bug gehauen, aber irgendwann war das alles geklärt.»

Eines der vier neuen Stücke ist «Schwere(-los)», ein Lied über eine Auschwitz-Überlebende. Campino erzählt: «Wir waren vor etwa einem halben Jahr in Auschwitz und haben dort das ehemalige Konzentrationslager besucht. Von diesen Eindrücken beeinflusst habe ich mir den Text, den ich vor längerer Zeit in groben Zügen geschrieben hatte, noch mal neu vorgenommen.»

Einen Eindruck von den neuen Tönen aus dem Hosen-Klanglabor bekamen bereits einige Fans in Düsseldorf: Die Toten Hosen hatten für die Live-Aufnahmen des Albums im Sommer die dortige Tonhalle gekapert, jenen altehrwürdigen Konzerttempel klassischer Musik. «Mit Pauken und Trompeten» hießen die Abende, bei denen akustische Versionen von Hosen-Klassikern und vier neue Stücke («Kamikaze», «Schwere(-los)», «Sorgenbrecher (Auf Euch)», «Feiern im Regen») präsentiert wurden.

Der englische Regisseur Paul Dugdale hat die Hosen für die DVD filmisch in Szene gesetzt wie zuvor schon die Rolling Stones und Paul McCartney. Die DVD enthält nochmal zehn Stücke mehr, sie erscheint aber erst im November.

Veröffentlicht am:
25. 10. 2019
07:13 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
25. 10. 2019
07:13 Uhr



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