Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Boulevard

ARD-Mediathek mit mehr exklusiven Angeboten

Immer mehr Streaming-Anbieter drängen auf den Markt. Wie gehen die klassischen TV-Sender damit um? Die ARD setzt jetzt auf ihre Mediathek und plant Veränderungen.



Volker Herres
Volker Herres kündigt ein eigenständiges Streaming-Angebot an.   Foto: Peter Kneffel/dpa

Inmitten des digitalen Medienwandels mit immer mehr Streaming-Plattformen will auch die ARD verstärkt exklusive Angebote über ihre Mediathek im Internet anbieten.

Sie soll sich zu einem eigenständigen Streaming-Angebot hin entwickeln, wie der Programmdirektor des Ersten Deutschen Fernsehens, Volker Herres, gemeinsam mit dem ARD-Vorsitzenden, Ulrich Wilhelm, am Mittwoch in München ankündigte. Um das Angebot der Mediathek insgesamt zu verstärken, werde es künftig eine integrierte Programmplanung in der ARD-Programmdirektion nicht nur für das Erste, sondern künftig auch für die Mediathek geben.

Die Bedeutung des linearen Fernsehens - damit ist das fortlaufende Programm in den TV-Sendern gemeint - ist nach wie vor groß. Aber es verringert sich zugleich auch durch Angebote abseits des klassischen Fernsehens. Die Zahl der Streaming-Anbieter steigt und sie ziehen wie zum Beispiel der große Player Netflix Abonnenten an. Private und öffentlich-rechtliche TV-Sender bieten ihrerseits abseits des klassischen Fernsehens Mediatheken an. Erst am Dienstag wurde etwa bekannt, dass die Plattform Joyn der TV-Anbieter ProSiebenSat.1 und Discovery darüber hinaus nun einen kostenpflichtigen Ableger mit eigenproduzierten Serien und mehr Sendern an den Start gebracht hat.

Das Erste wiederum hat mit stetigen Quotensiegen im TV-Abendprogramm Rückenwind für Nutzer der ARD-Mediathek. Herres zufolge erreicht der Sender Das Erste im Schnitt am Tag rund 25 Millionen Menschen. Man könne diese lineare Kraft für die Mediathek nutzen.

Herres sagte dazu, dass die Planung jetzt zusammengezogen wird: «Ich empfinde das als ganz großen Schritt und als große Zäsur auch.» In einem föderalen komplexen Verbund wie der ARD-Landesrundfunkanstalten sei das kein ganz einfacher Schritt gewesen. Dieser sei aber «dringend fällig» gewesen. «Wir erleben eine Umbruchsituation in der digitalen Welt, die die Medienangebote und die Mediennutzung komplett verändern.» Man müsse künftig Inhalte crossmedial über alle Ausspielwege hinweg denken. Dann könne man auf Marktentwicklungen auch reagieren.

Eine Mediathek sei nicht mehr so etwas wie ein «Videorekorder», bei dem man die verpasste Sendung noch einmal nachschauen könne, betonte Herres. «Es muss zunehmend ein Streaming-Angebot werden, ein eigenständiges.» Dazu brauche es mehr Inhalte als jetzt und andere. «Wir werden auch exklusiv für die Mediathek dann produzieren», sagte der Programmdirektor. Er sprach von Serien-Formaten.

Für die neue Struktur wird laut Wilhelm, der auch Intendant des Bayerischen Rundfunks (BR) ist, der Programmgeschäftsführer des jungen Content-Netzwerks Funk von ARD und ZDF, Florian Hager, zum 1. Januar 2020 an Bord geholt - als stellvertretender Programmdirektor in der Programmdirektion. Bisher liegt die Verantwortung für die Mediathek Herres zufolge bei ARD online in Mainz.

Bereits am Montag und Dienstag hatten sich die ARD-Intendanten in München zu einer Sitzung getroffen, es war die abschließende Sitzung in der zweijährigen Vorsitzzeit des BR. Ab 2020 hat der Westdeutsche Rundfunk den Vorsitz inne. Eine weitere Entscheidung auf der Sitzung war: Ab Dezember will sich die ARD zudem mit einem neuen Logo präsentieren.

Veröffentlicht am:
27. 11. 2019
14:38 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
ARD ARD-Vorsitzende Bayerischer Rundfunk Das Erste Fernsehen Ulrich Wilhelm Videorecorder Westdeutscher Rundfunk Wilhelm ZDF
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Ulrich Kienzle + Bodo H. Hauser

17.04.2020

TV-Journalist Ulrich Kienzle gestorben

Er hatte einen markanten Schnauzer und markante Ansichten: Der Fernsehjournalist Ulrich Kienzle ist tot. Millionen Menschen kennen ihn aus den 90ern an der Seite von Bodo Hauser in der ZDF-Sendung «Frontal». » mehr

Videotext

31.05.2020

Der Videotext wird 40 Jahre alt

Der Teletext hat lange vor Twitter die Welt auf kleinstem Raum erklärt. Optisch wirkt die pixelige Schrift etwas in die Jahre gekommen. Doch gerade in Krisenzeiten bewährt sich das Medium. » mehr

Rundfunkbeitrag

28.12.2018

ARD und ZDF sind offen für alternative Beitragsmodelle

Die Höhe des Rundfunkbeitrags ist bis 2020 festgelegt. Wie hoch er danach sein wird, ist offen. Die Diskussion darüber ist nicht zu Ende. » mehr

Stralsund - Blutlinien

10.05.2020

Top-Quote für «Stralsund»-Samstagskrimi

Die Corona-Krise macht es möglich: Die ohnehin hohen Quoten der Samstagskrimis geht noch weiter in die Höhe. » mehr

Rundfunkbeitrag

20.02.2020

Rundfunkbeitrag: Kommission empfiehlt 18,36 Euro ab 2021

86 Cent mehr im Monat. Auf Haushalte in Deutschland könnte ein höherer Rundfunkbeitrag zukommen - zumindest wenn es nach der Empfehlung einer Expertenkommission geht. Jetzt liegt der Ball bei den Ländern. » mehr

Peter Jonas

23.04.2020

Großer Opern-Revolutionär: Sir Peter Jonas gestorben

Fast 15 Jahre lang stand Peter Jonas an der Spitze der Bayerischen Staatsoper. 2006 zog er sich zurück - der Kontakt zur Oper und ihrem Ensemble riss jedoch nicht ab. Jetzt muss die Oper die traurige Nachricht von seinem... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Picknickkonzert in Kloster Veßra Kloster Veßra

Picknick-Konzert Kloster Veßra | 14.08.2020 Kloster Veßra
» 12 Bilder ansehen

Dachstuhl geht in Flammen auf

Dachstuhlbrand in Sonneberg |
» 29 Bilder ansehen

Unwetter Meiningen 11.08.20 Meiningen

Starkregen in Meiningen | 11.08.2020 Meiningen
» 4 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
27. 11. 2019
14:38 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.