zuletzt bearbeitet: 27.12.2011 09:16 Uhr
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Oberhofer Arena wird herausgeputzt
In der Oberhofer Weltcup-Arena wurden an den Feiertagen die eifrig die Schaufeln. Auch die Plusgrade bringen die Tour de Ski nicht in Gefahr.
Oberhof - Auch an den Weihnachtstagen stand in der Oberhofer Ski-Arena alles im Zeichen der Vorbereitung auf die Startetappen der Tour de Ski am Donnerstag und Freitag. Wer nicht dabei war, hat nicht nur so manch fröhlichen Frauen- und Männerschwatz verpasst, sondern auch den Mann, der das Papst-Bett gebaut hat.
André Hollandt ließ bei der schweißtreibenden, aber mit guter Laune gepaarten Schneeräumaktion auf Treppen und Zuschauertribünen wohl die süffisanteste Story in der Runde des Schauflerpulks raus. "Wisst ihr überhaupt, dass der Rüdiger das Bett für den Papst bei seinem Thüringenbesuch gebaut hat", machte der 39-jährige Bauingenieur Hollandt vom SV Eintracht Frankenhain, zugleich Wettkampfleiter beim Biathlon-Weltcup, neugierig. Und jener Schnee-Miträumer Rüdiger Fischer (43 J.), Meister seiner allseits bekannten Frankenhainer Tischlerei, kam um eine Aufklärung in nicht herum: " Es stimmt, das Bett, es musste übrigens spartanisch einfach sein, kam ins Erfurter Priesterseminar. Dort allerdings durfte ich es nicht aufbauen. Sicherheit - wisst schon. Heute ist das Holzbett etwas Besonderes im Seminar. Demnächst kommt übrigens ein Dankschreiben an unsere Tischlerei vom Papstsekretär." Eine schöne Episode am Rande, die rein zufällig just zu dem Zeitpunkt die Runde machte, als der Papst in Rom seine Weihnachtsbotschaft verkündete.
Natürlich stand in der Oberhofer Arena an beiden Feiertagen Schneeräumen vieler Hundert Treppenstufen und eines Teils der Tribünen im Vordergrund. Christopher Gellert, Chef der Weltcups Tour de Ski und Biathlon, sah man gestern Abend die Erleichterung an: "Kompliment an die Vertreter der Vereine, die teilweise sogar auf den Feiertagsbraten verzichtet haben, um beispielsweise die bis zu 60 cm Schnee auf den Anmarschwegen und von den Zuschauertribünen zu räumen."
Zu den fleißigen Helfern gehörte wie eh und je auch die Skizunft des SV Floh-Seligenthal. Und darunter dreifach die Familie Groß, Vater Peter und die beiden Töchter. "Unser Vati hat uns einst die Sache schmackhaft gemacht. Und wie man sieht, macht so eine Art Weihnachten Spaß. Und die Bewegung tut zudem gut", bekennt Isabell Groß, 26-jährige Mitarbeiterin einer Münchner Werbeagentur. Die zwei Jahre jüngere Schwester Beatrice, Studentin der Kosmetik-Wissenschaft, ist sogar aus Hamburg angereist: "Meine Schwester und ich sind schon das sechste Mal dabei. Wir werden bei beiden Weltcups wieder als Ordner arbeiten."
Es ist schon erstaunlich, mit wie viel Weltcupherz da ehrenamtlich gewirbelt wird. Axel Meißner vom SWV Goldlauter kann das mit Zahlen belegen. "Laut meiner Statistik sind es 663 Jugendliche, Frauen und Männer, die mitarbeiten", sagt Axel Meißner, IT-Fachmann und Logistik-Verantwortlicher auf Zeit für die Einsätze der Helferschar. Auch gestern ist Meißner nur mal schnell nach Hause gefahren, um in die "weihnachtliche Entenkeule" zu beißen. Ansonsten ist momentan ein Containerbüro am Grenzadler fast drei Wochen die zweite Heimat.
Für die Zuschauer ist für das sportliche Loipen-Highlight schon fast alles prima angerichtet. Wie sieht es mit dem Wettkampf-Revier aus? Dazu der langjährige Stadionchef Bernd Braband (Zella-Mehlis) gestern: "Heute Abend beginnen wir mit dem Aufbau des Start- und Zielgartens. Zwar ist der Untergrund noch etwas nass, aber das kriegen wir schon hin. Jammern wegen des noch etwas warmen Wetters ist verboten."
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