zuletzt bearbeitet: 02.02.2012 09:25 Uhr
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Köniz eine Nummer zu groß
Schade, schade und nochmals schade. Die Volleyballerinnen des VfB Suhl verlieren nach grandiosem Kampf ihr Achtelfinal-Hinspiel im europäischen Challenge Cup gegen Volley Köniz mit 2:3.
Suhl - 18:25, 21:25, 25:21, 25;21, 11:15. Die Zahlen sagen viel, aber nicht alles. Suhl kämpfte aufopferungsvoll, war dennoch der Verlierer. Nach den Partien gegen Innsbruck und Haifa sollten sich die Schweizerinnen als echter Gradmesser erweisen, denn nach den beiden mit 3:0 gewonnenen Spielen gegen Madeira setzte sich Köniz anschließend auch gegen Linz (Österreich) durch und qualifizierte sich damit für diese Runde der letzten 16 Teams. Interessant zu erwähnen, dass die Mannschaft aus Köniz ein ähnliches Multi-Kulti-Team stellt wie der VfB Suhl. Die bekannteste Spielerin in den Reihen der Schweizer ist wahrscheinlich Anika Schulz, die vor einigen Jahren in Schwerin unter einem gewissen Felix Koslowski als damaligem Co-Trainer spielte. Beide gingen in Schwerin sogar zusammen zur Schule. Inzwischen ist Anika Schulz in Köniz schon zu einer Art Urgestein geworden, neben der Ukrainerin Polyakova. Insgesamt gehören zum Könizer Kader drei Spielerinnen aus der Schweiz, hinzu kommen weitere aus sieben anderen Ländern. In der als relativ spielstark bekannten schweizerischen Liga A belegte Köniz in der schon beendeten Hauptrunde den dritten Platz, jetzt geht es aber auch für sie noch in die Playoffs - genau wie (hoffentlich) für den VfB Suhl.
Köniz hatte vor dem gestrigen Spiel übrigens schon 75 Matches im Europapokal auf dem Konto: Da kann man durchaus von internationaler Erfahrung sprechen. Suhl hat gerade einmal sein drittes absolviert, sein drittes Heimspiel wohlgemerkt. Doch die Aufregung angesichts dieser ungleichen Verhältnisse war den Suhler Spielerinnen zunächst nicht anzusehen. Aber sie sollte kommen und war spätestens beim 7:10 überdeutlich. Köniz machte einen Punkt nach dem anderen, denn eigentlich hatte der VfB zu Beginn des Spiels die Initiative furchtlos in die Hand genommen und 6:1 geführt. Dass Suhls Damen den Durchgang deutlich verloren, kam also überraschend. Vor allem die Geschwindigkeit, mit der das VfB-Team einbrach, war schon atemberaubend, in negativer Hinsicht natürlich. Am Ende des Satzes gelang so ziemlich nichts mehr, mit der Brechstange ist so ein Europapokal-Spiel halt nicht zu gewinnen.
Mit dem zweiten Satz machte es die Mannschaft von VfB-Trainer Felix Koslowski besser. Wieder führte sie mit 6:1, legte diesmal aber noch zum 8:2 nach, und bei der zweiten technischen Auszeit stand es schon 16:8 für Suhl. Was sollte jetzt also noch schiefgehen? Alles. Alles ging schief, denn plötzlich führte Köniz mit 22:21. Zuvor hatten die Suhlerinnen fast dabei zugesehen, wie sich das gegnerische Team an ihren Schwächen aufbaute und selbst wieder erstarkte. Gibt's doch gar nicht. Gab es eben doch. Schade, aber so eine deutliche Führung darf man sich nicht wieder nehmen lassen. Es passierte aber, denn die Suhlerinnen konnten diesem Zwischenstand keinen einzigen eigenen Punkt mehr hinzufügen und mussten stattdessen mit ansehen, wie Köniz über diesen wohl nicht mehr für möglich gehaltenen Satzgewinn jubelte.
Im dritten Satz aber schien der Suhler Kampfgeist wieder erwacht zu sein, die Mädels hatten sich noch nicht aufgegeben. Die Annahme, die ohnehin nicht das Gelbe vom Ei war, offenbarte zwar weiter große Schwächen, aber das bessere Ende hatte diesmal der VfB Suhl. Dass dem Team um Kapitän Claudia Steger nach dem 24:19-Vorsprung noch einmal das gleiche Schicksal ereilen könnte wie noch im vorherigen Satz, das glaubte jetzt niemand mehr. Tatsächlich gewann Suhl mit 25:21.
Spannung pur am Schluss
Sollte die Wende noch geschafft werden, musste jetzt ein weiterer Satzgewinn her. Beim 16:12-Zwischenstand sah es diesbezüglich gut aus. Beim 16:14 nicht mehr so gut. Als die Gäste beim 21:20 wieder dran waren, wurden die Suhler Aussichten immer düsterer. Aber immerhin führten sie ja noch. Und gewannen dann doch noch diesen vierten Satz, und der fünfte musste die Entscheidung bringen. Der Tiebreak war natürlich eine Suhler Premiere in diesem Wettbewerb. Jetzt zählten die besseren Nerven. Wer hatte sie, Suhl oder Köniz? Es sah ganz nach Köniz aus, denn beim 8:11 wurde Libero Suzana Cebic, die ohnehin unter starken Schmerzen spielte, fast abgeschossen. Dann aber wieder 10:11, die Spannung in der Halle war kaum auszuhalten. Suhl wehrte noch einen Könizer Matchball ab, dann war aber Schluss.
Suhl, Startformation: Kalinovskaja, Utla, Isailovic, Steger, Merkova, Dijkema; Cebic (Libero), eingewechselt: Jacobi, Pucarevic, Speer - Zuschauer: 700
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