zuletzt bearbeitet: 16.01.2012 09:23 Uhr
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Was für eine Schlammschlacht !
Mehr als 200 Quad-Piloten und viele Hobbyfahrer sind bei der Yeti-Trophy rund um Suhl an den Start gegangen. Trotz des vor-zeitigen Rennabbruchs hat der Veranstalter eine positive Bilanz gezogen.
Suhl - Motorengedröhn und wilde Jagden durch das Gelände bestimmten am Samstag die Szenerie im Suhler Umland. Anlass dafür war die zum achten Mal durchgeführte Yeti-Trophy für geländegängige Vierradfahrzeuge, die sich auch diesmal wieder als äußerst zugkräftig erwies und mehr als 200 Quad-Piloten aus nahezu allen deutschen Bundesländern sowie aus der Schweiz, aus Österreich und aus Belgien anlockte. Hinzu kamen erneut zahlreiche Hobby-Fahrer, die bei der zum dritten Mal in Suhl durchgeführten Veranstaltung ihr Können nachweisen wollten.
"Als wir im Jahre 2005 endlich die lang gehegte Idee verwirklicht haben und im Winter zum ersten Mal eine Quad-Enduro-Veranstaltung unter dem Namen Yeti-Trophy durchführten, sorgte die Premiere bei allen Teilnehmern für nachhaltige Begeisterung und den Wunsch nach einer Fortsetzung dieses motorsportlichen Events", erinnerte sich Ulrich Hanus, der Chef des Rennveranstalters Baboons. Jens Zimmermann, der bei Baboons für die Rennüberwachung zuständig ist, ergänzte: "Wir wollten mit der Yeti-Trophy den motorsportbegeisterten Fahrern die Möglichkeit bieten, mit Freunden und Gleichgesinnten aus der Quad-Szene ihre PS-starken Maschinen im Gelände zum Einsatz zu bringen und gleichzeitig ein bisschen Renn-Feeling zu vermitteln." Diese Anliegen lassen sich in Südthüringen perfekt in die Tat umsetzen, so dass es auch in diesem Jahr bei der Jagd nach dem imaginären Schneemenschen eine enge Zusammenarbeit mit dem MSC Suhl gab.
Widrige Verhältnisse
Nachdem sich der Yeti im vergangenen Jahr bei klirrender Kälte und auf einer tief verschneiten Geländestrecke der Übermacht an PS-starken Maschinen geschlagen geben musste, fanden die Piloten diesmal eine reichlich verschlammte Piste vor. Die widrigen Streckenverhältnisse ließen die Enduro-Tour mitunter zu einer Tortur werden. "Nachdem sich die teilweise Verschlammung auf öffentlichen Wegen nicht mehr verhindern ließ und damit eine Gefährdung der Ordnung und Sicherheit im öffentlichen Straßenverkehr nicht auszuschließen war, entschied sich die Jury nach zwei Runden über rund 100 Kilometer für einen vorzeitigen Abbruch", erläuterte Organisationschef Frank Dietz vom MSC Suhl. Dieser Abbruch war aus der Sicht von Rennüberwacher Jens Zimmermann jedoch kein Beinbruch: "Der MSC Suhl und die Fahrer haben ihr Bestes gegeben, auch wenn wir die vielen guten Ergebnisse auf Grund der verkürzten Distanz nicht in vollen Zügen genießen konnten." Ein großes Dankeschön richtete Frank Dietz an die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Haselgrund und an die Bauwi für ihr enormes Engagement bei der Beräumung von besonders neuralgischen Punkte und ergänzte: "Auch der Offroad-Club Dietzhausen, die Endurofreunde Haselgrund, die Johanniter-Unfallhilfe, die Bergwacht Goldlauter-Heidersbach, die Suhler Polizeiinspektion, das KTM-Adventureland Marisfeld und nicht zuletzt die Kirmesburschen aus Mäbendorf haben uns tatkräftig unter die Arme gegriffen. Ohne ihr Mitwirken wäre die Durchführung eines solchen Events gar nicht möglich gewesen."
Den Piloten lag offensichtlich viel daran, sich für dieses ehrenamtliche Engagement durch beachtliche Leistungen zu bedanken. Aus regionaler Sicht war Marco Sturm aus Dillstädt besonders erfolgreich. Nach seinem dritten Platz im vergangenen Jahr feierte der 43-Jährige diesmal einen klaren Sieg in der Prestige Class. "Ich habe meine Maschine auf 1000 Kubikzentimeter aufgerüstet. Dagegen war bei der Konkurrenz kein Kraut gewachsen", merkte Marco Sturm an. Das starke Abschneiden in der Prestige Class komplettierten der Albrechtser Daniel Kästner als Vierter und der Mäbendorfer Albert Hommel als Fünfter. "Ich war zum dritten Mal dabei", verriet Daniel Kästner. "Der Abbruch hätte aus meiner Sicht vielleicht nicht unbedingt sein müssen, obwohl die Entscheidung im Interesse der öffentlichen Sicherheit letztlich richtig war. Die schlammigen Sonderprüfungen auf dem Geländekurs im Adventureland waren auf jeden Fall eine riesige Herausforderung für Fahrer und Material."
In der Sportklasse verfehlte Daniel Marr aus Dietzhausen knapp einen Podestplatz und wurde am Ende Vierter. "Ich habe mir erst vor einem Monat ein Quad gekauft", berichtete der 25-Jährige. "Dass ich mich im Feld der knapp 90 Teilnehmer schon so weit vorn platzieren kann, damit hatte ich nicht gerechnet." Stolz wie Oskar war auch der Wichtshäuser René Rielicke, denn er belegte Rang sieben. "Dadurch habe ich mich gegenüber dem Vorjahr um fünf Plätze gesteigert", sagte der 41-Jährige.
Trotz des diesjährigen Abbruchs wird es auch 2013 eine Yeti-Trophy in Suhl geben, versicherte Frank Dietz. "Angesichts der immer größer werdenden Sensibilität in der Bevölkerung bei motorsportlichen Veranstaltungen mit öffentlich zugelassenen Fahrzeugen loten wir neue Möglichkeiten aus, um den Motorsport in einer so traditionsreichen Region auch weiterhin am Kochen zu halten", sagte der MSC-Chef. abe
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