zuletzt bearbeitet: 20.01.2012 10:02 Uhr
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Geräuschlose Fusion
Die Umstrukturierung der Thüringer Fußballkreise schreitet weiter voran. Am Samstag soll in Walldorf der neue KFA Rhön-Rennsteig gegründet werden.
Suhl/Walldorf - Sofern die Delegierten zustimmen, wird am Samstag auf dem Kreisfußballtag in Walldorf der Zusammenschluss des Kreisfußballausschusses (KFA) Werra-Rennsteig mit dem KFA Meiningen vollzogen. Das neue Gebilde heißt KFA Rhön-Rennsteig und soll dafür sorgen, dass die Kräfte in der Region gebündelt werden. Für den Vorsitz des künftigen Ausschusses gibt es nach jetzigem Stand mit Hans Hörnlein nur einen Kandidaten. Unmittelbar vor dem Kreisfußballtag stellte sich der 64-Jährige, der sich seit Jahrzehnten um die Belange der Volkssportart Fußball kümmert und derzeit die Geschicke des KFA Werra-Rennsteig leitet, den Fragen von Freies Wort.
Welche Idee steckt hinter der bevorstehenden Fusion der Fußballkreise Meiningen und Werra-Rennsteig zum KFA Rhön-Rennsteig?
Der Thüringer Fußball-Verband hat auf seinem sechsten Verbandstag vor vier Jahren angeregt, dass die Strukturen der Fußballverbände und der Spielklassen verändert werden. Maßgeblich dafür war, dass der demografische Wandel um den Freistaat keinen Bogen macht. Deshalb wurde dazu aufgerufen, über einen neuen Zuschnitt der Fußballkreise zu reden.
Ging dieser Prozess beim KFA Meiningen und beim KFA Werra-Rennsteig geräuschlos vonstatten?
Doch, das kann man so sagen. Natürlich gab es Bedenken, weil der neue Fußballkreis größer wird und damit sowohl für den Verband selbst als auch für die Vereine die Kosten steigen werden. Insgesamt hat sich aber die Einsicht durchgesetzt, dass man zusammenarbeiten muss, um den Fußball weiter voranzubringen.
Kann der Zusammenschluss zum KFA Rhön-Rennsteig denn die Probleme lösen, wenn man beispielsweise an die immer schwierigere Nachwuchsgewinnung denkt?
Um es klar zu sagen: Der Zusammenschluss ist notwendig, aber bei weitem keine Garantie für die Zukunft. Die Gewinnung von Nachwuchsfußballern bleibt für den künftigen KFA weiterhin ein vordringliches Thema. Auch im Männerbereich merken wir, dass viele Mannschaften Besetzungsprobleme haben. Das löst man nicht durch eine Fusion der Kreisfußballausschüsse, sondern nur durch enge Kooperation mit den Vereinen.
Wie gingen die Gespräche über den Zusammenschluss der beiden Kreisfußballausschüsse vonstatten?
Wir haben von vornherein versucht, die Vereine und beide KFA-Vorstände mit ins Boot zu nehmen. Es wurde ein Gremium mit Vertretern aus beiden Kreisverbänden gegründet, das die Arbeitsgrundlagen für den neuen KFA Rhön-Rennsteig geschaffen hat. In eineinhalb Jahren gab es insgesamt fünf Sitzungen, bei denen wir versucht haben, alle Themen zu erörtern. Besonders wichtig war dabei die Einbeziehung der Vereine. Deshalb haben wir am 19. März 2010 in Walldorf ein Treffen mit 70 Vereinsvertretern durchgeführt, bei dem Gerald Rössel als Spielausschussvorsitzender des Thüringer Fußball-Verbandes die Ideen und Hintergründe der Neustrukturierung vorgestellt hat. Diese Vorgehensweise stieß bei den Vereinen auf eine positive Resonanz, denn somit kam ein demokratischer Prozess in Gang, bei dem jeder seine Meinung zu den Plänen sagen konnte. Es hat keinen Sinn, wenn man solche Pläne diktatorisch verordnet. Schließlich steht die Sportart Fußball im Vordergrund, es geht nicht um einzelne Personen. Deshalb war klar, dass alle Partner in die Diskussionen mit einbezogen werden mussten.
Wie sieht ab der kommenden Saison die Spielklassenstruktur aus?
Die Regionalklassen werden organisatorisch in die Hände der neuen Kreisfußballausschüsse gegeben und heißen deshalb künftig Kreisoberligen. Im neuen KFA sind in der Kreisliga und in der 1. Kreisklasse je zwei Staffeln vorgesehen. Wie sie sich zusammensetzen, ist noch offen. Wir werden die Vereine nach ihren Wünschen befragen und versuchen, diese zu erfüllen. Es ist aber durchaus möglich, dass die derzeit existierenden Kreisligen bzw. 1. Kreisklassen nicht allzu stark verändert werden. Bei der 2. Kreisklasse müssen wir die Zahl der Anmeldungen abwarten. Danach wird entschieden, ob es im neuen KFA zwei oder Staffeln geben wird.
Worauf müssen sich die Nachwuchsmannschaften einstellen?
Hier sind im Spielbetrieb kaum Änderungen zu erwarten, denn ebenso wie in der Frauen-Kreisliga existiert bereits seit 2002 eine Spielunion zwischen dem KFA Meiningen und dem KFA Werra-Rennsteig. Diese funktioniert wirklich hervorragend. Ich sehe keinen Grund, dass man hier an irgendwelchen Stellschrauben dreht.
Interview: Ulrich Klemm
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