zuletzt bearbeitet: 09.02.2012 09:13 Uhr
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Eliog schüttelt die Schatten der Vergangenheit ab
Die Eliog Industrieofenbau GmbH in Römhild hat einen neuen Eigentümer. Damit befreit sie sich endgültig vom Schatten, den die Insolvenz der Eliog AG auf das Unternehmen geworfen hatte.
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Das Geschäft läuft: Danny Köhn (links) und Björn Kestler montieren bei der Eliog Industrieofenbau GmbH in Römhild einen Truhenofen. Mehr als zwei Jahre nach der Insolvenz hat das Unternehmen einen neuen Eigentümer, der sich zum Standort Römhild bekennt. Fotos: frankphoto.de
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Karl Rupprecht ist neuer Hauptgesellschafter der Eliog GmbH.
Römhild - Beinahe hätte Karl Rupprecht schon vor fünfzehn Jahren den Chefsessel der Firma Eliog in Römhild übernommen. Damals trug die Firma, die auf die Herstellung von Industrieöfen spezialisiert ist, noch den Namenszusatz Kelvitherm. Rupprecht hatte gerade das hessische Schwesterunternehmen Kelviplast in Linsengericht gekauft und den Gesellschaftern auch ein Angebot für ihr Tochterunternehmen in Südthüringen gemacht. Doch diese entschieden sich anders.
Wahrscheinlich wäre dem Römhilder Unternehmen eine lange Leidensgeschichte erspart geblieben, wenn Rupprecht schon damals die Zügel übernommen hätte, denn seit dem Jahreswechsel ist er nun Mehrheitsgesellschafter des Unternehmens, das nach der Insolvenz im Jahr 2009 auf den neuen Namen Eliog Industrieofenbau GmbH hört.
Doch statt Rupprecht erhielten seinerzeit Axel Engels, Dirk Becker und Rainer Schenk den Zuschlag für den Ofenbauer. Die drei Jungmanager fügten die Firma ein in ihren Konzern, den sie Eliog Technologie AG tauften. In seinen besten Zeiten hatte der Verbund bis zu 1000 Beschäftigte, davon rund 700 in Südthüringen.
Im Herbst 2009 jedoch brach das Firmenkonstrukt zusammen wie ein Kartenhaus. Über Monate hatten die Beschäftigten keine Löhne und Gehälter mehr gesehen. Es folgten Insolvenzanträge und der Versuch, die einzelnen Firmen neu aufzustellen. Seitdem ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Mühlhausen gegen die damals verantwortlichen Firmenlenker wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung, des Betrugs und der Steuerhinterziehung. Ausgang nach wie vor offen.
Diese Altlasten möchte die Eliog nun endgültig hinter sich lassen. Den ersten Schritt in diese Richtung hatten Insolvenzverwalter Görge Scheid und der von ihm eingesetzte Geschäftsführer Christian Kettler schon zum Jahreswechsel 2011 gemacht. Damals erfolgte die Namensänderung. "Um endlich den Makel loszuwerden, ein Unternehmen zu sein, das sich in Insolvenz befindet", erklärt Kettler rückblickend. Das sei wichtig gewesen, um große Kunden halten zu können. Denn nur mit Aufträgen lässt sich der Fortbestand eines Unternehmens sichern. "Uns war aber immer klar, dass wir einen Investor brauchen, um das Unternehmen langfristig zum Erfolg zu führen", so Kettler.
Mit Karl Rupprecht und der Firma Kelviplast ist dieser nun gefunden. Er hat zum Jahreswechsel 80 Prozent der Gesellschaftsanteile an Eliog übernommen. Die übrigen 20 Prozent teilen sich Kettler, der Eliog als Geschäftsführer erhalten bleibt, und der Kelviplast Finanzchef Achim Schmitt. Die Suche nach einem Investor sei nicht einfach gewesen, gesteht Kettler. Schließlich habe man jemanden gesucht, der "ein nachhaltiges Engagement" eingehen wollte, der "zum Standort Römhild steht", wie Kettler erklärt. "Mit der Familie Rupprecht ist dieser Investor gefunden, denn sie steht zum Unternehmen." Eine Aussage Kettlers, die Karl Rupprecht mit einem Nicken unterstreicht. "Wir sind ein Familienunternehmen und sind kontinuierlich gewachsen."
Er glaube daran, dass man mit Eliog einen idealen Partner für Kelviplast gefunden habe. Das hessische Unternehmen ist auf Produkte rund ums Heizen, Kühlen und Wärmen bei Industrieanwendungen spezialisiert. Zu den wichtigsten Kunden gehört die Kunststoffindustrie. Mit der Technik von Kelviplast werden zum Beispiel Kunststoffteile so temperiert, dass sie verformt werden können. Rupprecht ist überzeugt, dass beide Unternehmen gemeinsam hervorragende Synergieeffekte erzielen können. "Und damit meine ich nicht, dass wir an einem Standort als erstes bestimmte Abteilungen schließen und Personal abbauen", schiebt er schnell nach. Schon in der Betriebsversammlung habe er lernen müssen, mit solchen Begriffen in Römhild vorsichtig umgehen zu müssen. Doch die neue Führungsmannschaft ist sich einig, dass es wohl gelungen sei, die derzeit 70 Mitarbeiter von Eliog vom neuen Konzept zu überzeugen.
Denn unter Synergien versteht Rupprecht vielmehr, dass die fünf Vertriebsmitarbeiter von Kelviplast künftig bei ihren Kunden auch für die Öfen aus Römhild werben. Gleiches sollen die fünf Vertriebler von Eliog mit den Produkten aus Linsengericht machen. Und mit Kelviplast kann sich Eliog neue Märkte erschließen. Asien zum Beispiel. Dort hat das hessische Unternehmen mit derzeit 100 Beschäftigten schon eine Niederlassung, die sich um Vertrieb und Service kümmert.
So soll der Erfolg von Eliog noch weiter wachsen. Der war laut Kettler schon im vergangenen Jahr beachtlich. "Die Auftragsbücher waren so voll wie noch nie zuvor in der Firmengeschichte", schwärmt er. Das zeige, was mit der tollen Mannschaft machbar sei, wenn das Unternehmen vernünftig geführt werde. Und der Mannschaft ist es auch zu verdanken, dass der Investor Rupprecht überhaupt wieder auf Eliog aufmerksam wurde. "Es war unsere Personalleiterin, die sich an das Interesse von Herrn Rupprecht am Unternehmen seinerzeit erinnerte. Also hat sie ihn einfach mal angerufen", sagt Kettler. Danach hat es noch ein Jahr gedauert, und die Übernahme war perfekt. "Und so schließt sich für Eliog der Kreis", sagt Karl Rupprecht.
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