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Ein grüner Anstrich für die Kostenoptimierung

Die verbandsgebundenen Unternehmen in Thüringen blicken angespannt, aber optimistisch in das neue Jahr. Potenzial sehen sie für sich vor allem in der Anwendung und dem Verkauf grüner Technologien.

Von Jolf Schneider
  • Läuft die Wirtschaft in Thüringen auch in diesem Jahr wie geschmiert? Die Mehrheit der im Arbeitgeberverband organisierten Unternehmen ist laut Jahresumfrage des Verbandes der Wirtschaft zumindest vorsichtig optimistisch. Foto: dpa
  • Wolfgang Zahn hält eine möglichst breit aufgestellte Förderpolitik für die beste Unterstützung von grüner Technologie. Foto: frankphoto.de
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Erfurt - Thüringens Wirtschaft blickt trotz der erwarteten konjunkturellen Eintrübung mit Zuversicht ins Jahr 2012. Nach einem Rekordjahr mit 10 000 neuen Arbeitsplätzen in der Industrie seien die Erwartungen zwar etwas gedämpft. Mit einem Einbruch werde aber nicht gerechnet, sagt Arbeitgeberpräsident Wolfgang Zahn am Freitag in Erfurt. Nach einer Umfrage des Verbandes der Wirtschaft Thüringens (VWT) wollen 60 Prozent der Unternehmen ihre Investitionen und 79 Prozent die Zahl der Arbeitsplätze mindestens auf Vorjahresniveau auf dem Niveau des vergangenen Jahres halten. Größere Entlassungswellen scheinen daher nicht absehbar zu sein.

Eine Mehrheit der 442 befragten Unternehmensvertreter von 57 Prozent erwartet, dass Thüringen vom Trend zu grünen Technologien profitieren wird.

Der Verband kommt in seiner Umfrage allerdings zu dem Ergebnis, dass die Unternehmensvertreter unter grünen Technologien weitaus mehr verstehen als nur Produzenten von Solaranlagen, Windrädern oder Elektroautos. Demnach ist all das grüne Technologie, was hilft, Energie oder Rohstoffe zu sparen. "Wenn also ein Hersteller von Lebensmitteln in eine neue Maschine investiert, die ihm hilft, 20 Prozent Energie einzusparen, dann investiert er nach unserem Verständnis in grüne Technologien", erklärt Robert Schaefer vom Institut der Wirtschaft Thüringens die Verbandsinterpretation der Umfrage. Das Institut erstellt im Auftrag des VWT traditionell die Jahresumfrage.

Fast alles ist Green-Tech

So kommt der VWT zu dem Schluss, dass nicht etwa Solarhersteller oder Akkuproduzenten die wichtigsten Vertreter der grünen Technologien in Thüringen seien. Sowohl auf der Anwender- als auch der Nutzerseite werde die Unternehmen aus dem Bereich der Produktions- und Verfahrenstechnik als die wichtigsten Vertreter der grünen Technologien im Land angesehen. Wolfgang Zahn kommt daher zu dem Fazit: "Grüne Technologien sind aus Unternehmersicht vor allem Effizienztechnologien." Wenn eine Firma durch den Einsatz neuer Verfahren oder modernerer Produktionsmittel also Material oder Energie einspare, dann sei das grüne Technologie im besten Sinne. Aus Sicht Zahns geht sie daher zwingend mit der Modernisierung von Unternehmen und der Steigerung der Produktivität einher.

Damit spielt sie den Interessen der Unternehmen in die Hände. Wollen sie trotz steigender Rohstoffpreise oder wachsender Lohnkosten auf Grund des Fachkräftemangels weiterhin positive Unternehmensergebnisse erzielen, also Gewinne machen, dann sind sie genau auf diese Steigerung der Produktivität, also der Leistung pro Arbeitskraft angewiesen.

Laut Umfrage befürworten immerhin 79 Prozent der Unternehmer eine stärkere Nutzung regenerativer Energien und den damit verbundenen Ausbau von Flächen, Netzen und Speichern. Es sei Aufgabe der Politik, die Bürger von der Notwendigkeit dieser Infrastrukturmaßnahmen zu überzeugen, sagte Zahn auch mit Blick auf die geplante Stromtrasse durch den Thüringer Wald. Aufgabe der Unternehmen sei es dann, für diese Vorhaben nach Lösungen zu suchen, bei denen die Verbraucher am besten gar nicht spüren, welche Art von Strom sie gerade verbrauchen.

Um den Ausbau der grünen Technologien weiter voranzutreiben, plädiert Zahn für eine möglichst breit aufgestellte Förderpolitik. Die beste Unterstützung von Green-Tech sei ein allgemein günstiges Investitionsklima. Möglichen Plänen der Politik nach einer Spezialisierung der Förderung auf bestimmte Branchen erteilt Zahn damit eine klare Absage. Damit liegt der Verband auf der Linie der Industrie- und Handelskammern im Land. Der VWT ist die Dachorganisation der Thüringer Wirtschaftsverbände.

    
    

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