zuletzt bearbeitet: 10.02.2012 09:02 Uhr
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Deutschland wird als Reiseziel immer beliebter
Wiesbaden/Erfurt - Deutschland wird auch im Tourismusgeschäft ein europäischer Riese: Mit 394,1 Millionen Übernachtungen verzeichneten Hotels und Campingplätze bei einem Plus von vier Prozent das zweite Rekordergebnis in Folge, wie das Statistische Bundesamt gestern in Wiesbaden berichtete. Besonders deutlich stieg die Zahl der Übernachtungen von Reisenden aus dem Ausland (plus 6 Prozent). Im Verhältnis dazu nahmen die Übernachtungen der Inländer nur halb so stark zu, nämlich um 3 Prozent. Sie buchten mit 330,3 Millionen aber immer noch mehr als fünf Mal so viele Übernachtungen wie Gäste aus anderen Ländern mit 63,8 Millionen.
Thüringen konnte bei diesem Wachstum nicht ganz mithalten. Nach Angaben des Landesamtes für Statistik in Erfurter stieg die Zahl der Übernachtungen in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres nur um ein knappes Prozent an. Im Thüringer Wald ging sie im November sogar leicht zurück beim direkten Vergleich mit dem Jahr 2010.
Die Schweizer kommen
Mit dem Wachstum habe sich Deutschland 2011 als zweitbeliebtestes Reiseziel der Europäer nach Spanien (plus 10 Prozent) bei allen Reisen etablieren können, berichtete Petra Hedorfer, Chefin der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT). Damit habe der Abstand zu Frankreich weiter ausgebaut werden können. Daneben seien zweistellige Wachstumsraten aus China, Indien und Brasilien für die Dynamik aus dem Ausland verantwortlich, sagte Hedorfer in Frankfurt.
Neben den Niederländern als größter Gästegruppe hätten insbesondere die Schweizer den Nachbarn Deutschland als preisgünstiges Reiseland mit hoher Dienstleistungsqualität und Serviceorientierung entdeckt. Mit rund 4,4 Millionen waren es doppelt so viele Übernachtungen aus der Schweiz als noch vor zehn Jahren. Die Eidgenossen bevorzugten das Luxussegment und kauften wegen des günstigen Wechselkurses zum Euro kräftig Waren aller Art ein, berichtete Hedorfer.
Aus den hochverschuldeten Ländern Südeuropas schwächelte hingegen der Besuch: Noch im Plus lag Spanien, während Griechen, Italiener und Portugiesen seltener nach Deutschland reisten. Von den mehr als zehn Millionen Übernachtungen der Niederländer entfielen rund 1,5 Millionen auf Campingplätze. dpa/jol
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